1&1 erhöht DSL- & Glasfaser-Preise: So handeln Bestandskunden richtig


Der Internetanbieter 1&1 passt aktuell die Preise für laufende Glasfaserverträge an. Bestandskunden müssen demnächst mit einem monatlichen Aufschlag rechnen. Ein Sonderkündigungsrecht schützt Verbraucher und bietet Chancen auf bessere Konditionen.

Glasfaser-Tarife bei 1&1 werden teurer

Ab Oktober 2026 steigt die monatliche Grundgebühr für viele 1&1-Kunden um drei Euro. Das Unternehmen aus Montabaur begründet den Schritt mit gestiegenen Ausgaben für den Netzbetrieb sowie höheren Kosten für Energie und Hardware. Betroffen sind laut Nutzerberichten nun aber auch DSL-Kunden, die zuvor noch nicht zur Kasse gebeten wurden.

Ähnlich war der Anbieter bereits vor geraumer Zeit bei seinen klassischen DSL-Anschlüssen verfahren. Die Strategie, Verträge während der Mindestlaufzeit anzupassen, stützt sich auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Das Telekommunikationsgesetz erlaubt solche Anpassungen ausdrücklich, sofern die Kosten für den Provider durch externe Faktoren nachweislich gestiegen sind.

Der detaillierte Rahmen für das Vorgehen findet sich im Paragraf 57 Absatz 1. Wie Mobiflip dazu schrieb, mietet 1&1 als Teil der United Internet Gruppe viele Leitungen von Vorleistern an. Das erklärt die starke Abhängigkeit von externen Preisentwicklungen. Der Ausbau der Infrastruktur gilt in der gesamten Telekommunikationsbranche als ein sehr kapitalintensives Unterfangen.

Sonderkündigungsrecht für Kunden

Für die betroffenen Nutzer ergibt sich aus der einseitigen Vertragsänderung ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Kunden können den Vertrag innerhalb von drei Monaten nach Erhalt des Schreibens fristlos beenden.

Wer eine entsprechende Benachrichtigung erhält, hat in der Regel drei Optionen: Verbraucher können die Erhöhung akzeptieren, das Sonderkündigungsrecht für einen Anbieterwechsel nutzen oder den Kundenservice für individuelle Rabatte kontaktieren.

Kundenbindung durch Rabatte

Die Kontaktaufnahme erweist sich in der Praxis oft als besonders lukrativ. Telekommunikationsanbieter haben ein großes Interesse daran, ihre Bestandskunden langfristig zu halten. Ein kurzer Anruf bei der Hotline führt häufig dazu, dass die angekündigte Preiserhöhung zurückgenommen wird. Stattdessen lockt der Provider mit neuen Rabatten bei einer Vertragsverlängerung. Infografik Bezahlbare Anschlüsse: So lange muss man für Internet arbeitenBezahlbare Anschlüsse: So lange muss man für Internet arbeiten Auf der einen Seite sichert die Preisanpassung dem Provider die nötigen finanziellen Mittel für den Ausbau und die Netzstabilität. Auf der anderen Seite empfinden Verbraucher die nachträgliche Verteuerung eines fest kalkulierten Tarifs als irreführend. Bestehende Startrabatte bleiben jedoch bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit unberührt erhalten.

Seid ihr von der Preiserhöhung bei 1&1 betroffen? Teilt eure Erfahrungen mit dem Kundenservice gerne in den Kommentaren. Was meint ihr zu dem Vorgehen?

Alles zum 1&1 Internet-Provider Nachrichten auf einen Blick

Wer ist von der Erhöhung betroffen?

1&1 informiert aktuell ausgewählte Bestandskunden über Preisanpassungen. Eine pauschale Erhöhung für alle Nutzer gibt es laut aktuellen Erkenntnissen nicht. Betroffen sind vor allem Nutzer älterer DSL-Tarife, wie beispielsweise dem "1&1 DSL 100" oder "1&1 DSL 250".

Ob Ihr Anschluss dazugehört, erfahren Sie direkt durch ein offizielles Schreiben oder eine E-Mail des Providers. IT-Profis, die oft Verträge für Familie oder das Home-Office verwalten, sollten in diesen Tagen den Posteingang genau prüfen.

Wie stark steigen die Kosten?

Bei den verifizierten Fällen steigt der monatliche Grundpreis um exakt 3 Euro. Bei einem Standard-Tarif für 34,99 Euro bedeutet das einen Sprung auf 37,99 Euro, was jährlichen Mehrkosten von 36 Euro entspricht.

Auch wenn 3 Euro im Monat nach wenig klingen, summiert sich dies über die Laufzeit. Besonders ärgerlich: Einige dieser Tarife wurden damals als "dauerhaft günstig" vermarktet. Die neuen Preise greifen je nach Kunde ab Anfang Oktober 2026.

Habe ich ein Sonderkündigungsrecht?

Ja, das Telekommunikationsgesetz (§ 57 Abs. 1 TKG) ist hier eindeutig. Da 1&1 die Vertragsbedingungen einseitig ändert, können Sie den Vertrag ohne Einhaltung der regulären Frist und ohne Zusatzkosten außerordentlich kündigen.

Sie haben dafür drei Monate nach Erhalt des Informationsschreibens Zeit. Die Kündigung wird dann frühestens zu dem Tag wirksam, an dem der neue Preis gelten würde. Laut 1&1 ist die Kündigung unkompliziert per Telefon möglich.

Wie reagiere ich am besten?

Kündigen Sie nicht sofort blind. Ein bewährter Praxis-Tipp: Rufen Sie die Hotline an und weisen Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hin. Oft hat die Kundenrückgewinnung Spielraum für attraktive Angebote.

Berichten zufolge konnten Kunden, die mit Kündigung drohten, ihren Vertrag für weitere zwei Jahre sogar zu günstigeren Konditionen als vor der Erhöhung verlängern. Ein kurzes Telefonat kann sich also finanziell deutlich lohnen.

Sollte 1&1 stur bleiben, können Sie immer noch kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln. Denken Sie daran, den neuen Provider rechtzeitig mit der Rufnummernmitnahme und Umschaltung zu beauftragen, um Ausfälle im Home-Office zu vermeiden.

Gilt die Erhöhung auch für Glasfaser?

Ja, die Preisanpassungen beschränken sich nicht nur auf klassische Kupferleitungen. Inzwischen haben mehrere Nutzer bestätigt, dass auch Glasfaser-Bestandstarife (FTTH) von dem Aufschlag in Höhe von 3 Euro betroffen sind.

Für IT-Anwender, die für Cloud-Dienste und VPNs auf schnelle Glasfaser-Uplinks angewiesen sind, gelten hier exakt dieselben Rechte: Auch bei Glasfaser greift das Sonderkündigungsrecht bei einseitigen Preiserhöhungen.

Was passiert mit laufenden Rabatten?

Wenn Sie bei Vertragsabschluss oder der letzten Verlängerung einen zeitlich befristeten Rabatt ausgehandelt haben, bleibt dieser glücklicherweise unangetastet. 1&1 hat bestätigt, dass bestehende Startrabatte wie gewohnt weiterlaufen.

Die 3 Euro Aufschlag werden lediglich auf den regulären Grundpreis aufaddiert. Sobald Ihr Rabattzeitraum abläuft, zahlen Sie dann den neuen, erhöhten Basispreis.

Warum erhöht 1&1 die Preise?

Der Provider begründet den Schritt mit dem üblichen Branchenstandard. Die Kosten in vielen Bereichen seien deutlich gestiegen. Konkret genannt werden Ausgaben für Energie, Server, Chips sowie den allgemeinen Netzbetrieb und die Wartung.

Zudem seien die Leistungen von Ausbau- und Technologiepartnern teurer geworden. Auch wenn diese Argumentation für IT-Profis angesichts gestiegener Hardware- und Energiekosten nachvollziehbar ist, bleibt der bittere Beigeschmack der einseitigen Vertragsänderung.

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