1000 Elder-Scrolls-Spieler reisen unter anderem aus den USA und Brasilien zur Burg Ludwigstein


Stand: 14.07.2026, 18:01 Uhr

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Die Katzenmenschen in der Spielereihe werden als Khajiit bezeichnet

Die Katzenmenschen in der Spielereihe werden als Khajiit bezeichnet. Sie stammen aus der südlichen Provinz Elsweyr und sind bekannt für ihre Wendigkeit. © Foto: Siomotion und Bethesda

Auf der Jugendburg Ludwigstein trafen sich am Wochenende rund 1000 Online-Spieler des Fantasy-Spiels „The Elder Scrolls". Ein Teilnehmer trug dabei ein selbst geschmiedetes Kostüm, das 27 Kilogramm wiegt.

Burg Ludwigstein – Ein Tummelplatz für fantastische Gestalten und deren Fans war am Wochenende die Jugendburg Ludwigstein. Nicht nur aus Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern, sondern sogar aus Übersee – etwa aus den USA und Brasilien – waren rund 1000 Menschen gekommen, die alle das Fantasy-Spiel „The Elder Scrolls“ online spielen. Ein Treffen der besonderen Art, bei dem fabelhafte Wesen und ihre Welt im Mittelpunkt standen.

„Es ist eine Fantasy-Welt, in der sich Millionen Menschen bewegen“, erklärt Marcel Jung, Marketingleiter des Treffens. „In Deutschland ist die einzige Veranstaltung, zu der Leute aus aller Welt kommen.“

Elli zeigt Chiara, wie sie ihr eigenes Schwert gestalten kann.

Schwert gestalten: Elli (links) zeigt Chiara, was möglich ist. © Foto: Nicole Demmer

Leben auf dem Planeten Nirn

„The Elder Scrolls“ (Die Schriften der Weisen) ist der Name einer Computerspielreihe, die 1994 in den USA durch die Firma Bethesda Softworks entwickelt wurde. Sie spielt auf dem fiktiven Planeten Nirn, dort auf dem Kontinent Tamriel, auf dem unterschiedliche Völker leben. Die Spieler schlüpfen in einen der Charaktere – darunter zum Beispiel katzenähnliche Wesen und Elfen – und bewegen sich durch verschiedene Welten. Laut Marcel Jung, Marketingdirektor des Treffens, stand bei den ersten fünf Spielen der Reihe das Einzelspieler-Erlebnis im Mittelpunkt. Seit dem Erscheinen von The Elder Scrolls Online im Jahr 2014 können Fans Tamriel auch gemeinsam mit anderen Spielern online erkunden.

Das Treffen entstand, weil sich in Deutschland bereits vor 10 Jahren 20 bis 30 Spieler, die sich bis dahin nur in der digitalen Welt kannten, dazu entschlossen, sich in einer Taverne zu treffen. Daher trägt es auch heute noch den Namen Taverne, obwohl es im Laufe der Jahre ein dreitägiges Festival geworden ist, berichtet Marcel Jung. Ursprünglich fand es parallel zur Games Con, einer Messe für Videospiele in Köln, statt. „Wir haben aber festgestellt, dass die Leute auch so kommen.“

Warum in diesem Jahr die Jugendburg Ludwigstein? Aus ganz pragmatischen Gründen, erklärt Marcel Jung. Die Organisatoren haben eine Jugendherberge mit Burg gesucht. Zudem sei der Ludwigstein mitten in Deutschland gut gelegen.

Käse ist ein großes Thema im Spiel. Daher wurde in diesem Jahr eine Torte entsprechend gestaltet.

Käse ist ein großes Thema im Spiel. Daher wurde in diesem Jahr eine Torte entsprechend gestaltet. © Foto: Nicole Demmer

Für die Teilnehmer wird am Haupttag, dem Samstag, viel geboten. Neben Bogenschießen können sie sich beispielsweise im Schwertkampf versuchen, Schatzkarten malen, Schmuck herstellen und sich entweder eine temporäre Tätowierung auf die Haut sprühen, beziehungsweise sogar ein richtiges Tattoo stechen lassen. Die verschiedenen Gilden stellen sich vor und die Spieleentwickler berichten von ihrer Arbeit.

Was auffällt: Menschen jeden Alters, mal im Fan-T-Shirt, mal in aufwändigen Kostümen erleben kommen zusammen, um einfach eine gute Zeit mit Gleichgesinnten zu haben.

Dazu gibt es dann noch für jeden Teilnehmer eine Tasche mit Geschenken. In diesem Jahr unter anderem ein Holzschwert, das sie individuell gestalten können. Dabei hilft unter anderem Elli aus Düsseldorf, die wie alle Teilnehmer ihren Nachnamen nicht nennen mag. Manche benutzen auch nur ihren Namen aus dem Online-Spiel. „Mich begeistert alles, was mit Fantasy zu tun hat“, erklärt sie. Elben, Orks, Magie, das sei alles „ihr Ding“. Dazu komme die herzliche Atmosphäre des Festivals. Die schätzt auch Chiara aus Lübeck, bei ihr stehe der soziale Aspekt im Vordergrund, sagt sie, während sie ihr Schwert grundiert.

Und manchmal sind die Teilnehmer durchaus leidensfähig. Zum Beispiel Raimund aus Limburg/Lahn. Er hat sich selbst ein 27 Kilogramm schweres Kostüm nebst Helm und Streitaxt geschmiedet, das er auch unter der sengenden Sonne trägt und in voller Montur gerne für Fotos mit den Teilnehmern zur Verfügung steht. „Ich mache gerne Rüstungen und bin Fan von The Elder Scrolls. Also habe ich mir ein Kostüm der drei Heldencharaktere gemacht.“ Ihn fasziniere am Spiel die ganzen Welten, die dort aufgebaut sind, sagt er. Dabei kämpft er im „Ebenherz-Pakt“ um die Eroberung des Throns und ist damit ein erklärter Gegner von La Bella Bomba, so der Spielerinnen-Name einer Ost-Allgäuerin, die zum „Dolchsturz-Bündnis“ gehört. „Das ist mein freies Mama-Wochenende“, sagt die Mutter eines zwei und eines vier Jahre alten Kindes. Für sie sei „The Elder Scrolls“ während der Schulzeit, in der sie gemobbt wurde, zu einem Stück Heimat geworden. „Die Leute sind cool und es haben sich Freundschaften entwickelt“, sagt sie.

Und wer nicht beim Treffen dabei war, konnte es zumindest am heimischen Computer verfolgen. Denn zahlreiche Live-Streamer übertrugen das Festival in die ganze Welt.