„20 tolle neue Lehrkräfte in den Startlöchern“: Oberbayerische Schulamtsdirektorin freut sich über Trendwende


Stand: 11.09.2026, 06:30 Uhr

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Von guten Bedingungen fürs neue Schuljahr berichten die Schulamtsdirektorinnen Carolin Friedl (li.) und Ute Hübner.

Von guten Bedingungen berichten die Schulamtsdirektorinnen Carolin Friedl (li.) und Ute Hübner. © Arndt Pröhl

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beginnt am 15. September für 1299 Kinder die Schulzeit. Neu ist, dass private Handynutzung auf dem Schulgelände bis einschließlich der siebten Klasse verboten ist.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Bei 1299 Mädchen und Buben im Landkreis dürfte die Aufregung gerade von Tag zu Tag steigen: So viele Erstklässler haben am Dienstag, 15. September, ihren ersten Schultag. Die Zahl der Einschulungen ist somit gegenüber dem Vorjahr, als es 1313 waren, fast gleich geblieben. Insgesamt werden im neuen Schuljahr 7427 Kinder und Jugendliche die staatlichen und privaten Grund- und Mittelschulen in Bad Tölz-Wolfratshausen besuchen, 33 mehr als 2025/26. Diese Zahlen gaben die Schulamtsdirektorinnen Carolin Friedl und Ute Hübner am Donnerstag in einem Pressegespräch bekannt.

Zahlen zum Schulstart

1299 Erstklässler werden eingeschult, davon 1198 an staatlichen und 101 an privaten Grundschulen.

7427 Mädchen und Buben besuchen die staatlichen und privaten Grund- und Mittelschulen im Landkreis (Vorjahr: 7394). Unverändert gibt es 231 Grundschul- und 97 Mittelschulklassen.

204 Klassen haben 20 bis 25 Schüler, 53 weniger als 20, 60 Klassen 26 bis 28 und elf Klassen 29 bis 30 Schüler.

736 aktive Lehrpersonen unterrichten an den Grund- und Mittelschulen, das sind 32 mehr als im Vorjahr. Sie decken 11.952 Lehrerwochenstunden ab.

43 Lehramtsanwärter und eine Förderlehreranwärterin werden im Landkreis ausgebildet.

Im neuen Schuljahr haben Eltern erstmals einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Zunächst gilt das für Erstklässler, stufenweise wird der Anspruch in den Folgejahren bis hinauf zur Jahrgangsstufe vier ausgebaut. Die Schulen im Landkreis seien gut vorbereitet, erklärte Hübner. „Bei uns im Schulamt ist nichts aufgelaufen, dass Eltern wegen fehlender Plätze in Not wären.“

Gut vorbereitet auf Ganztagsbetreuung

Eine Mittagsbetreuung habe es schon vorher an allen Schulen gegeben. Gebundene Ganztagsklassen gebe es weiterhin nur an den Mittelschulen Bad Tölz-Süd und Geretsried. Zwölf Schulen warten mit offenen Ganztagsangeboten auf, darunter neu die Grundschulen Bad Tölz-Süd und die Lettenholzschule sowie die Grundschule Eurasburg-Beuerberg. Die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung ist laut Hübner regional unterschiedlich. „Im Norden liegt die Quote der Ganztagsschüler geschätzt bei 50 bis 60 Prozent, im Süden sind es an einzelnen Standorten auch mal nur zwölf Schüler.“

Was sich außerdem verändert: Bis einschließlich der Jahrgangstufe sieben ist in Bayern ab sofort die private Handynutzung auf dem Schulgelände untersagt – auch in den Pausen. Dies sei Teil der vom Kultusministerium ausgerufenen Agenda „Digitale Balance“, erklärte Friedl. Dazu gehört ihr zufolge auch eine Stärkung der Medienkompetenz. „Dafür gibt es tolle Unterrichtsmodule, die die Lehrkräfte 1:1 übernehmen können“, sagt sie. Zudem würden für Eltern Online-Infoveranstaltungen angeboten, um auch sie in der digitalen Welt „so fit wie möglich zu machen“. Die Mittelschule Gaißach wird im neuen Schuljahr Ankerschule für das Thema „Digitale Schule der Zukunft“.

Augenmerk auf Künstlicher Intelligenz

Auf dem Thema Künstliche Intelligenz werde im Tölzer Schulamt in nächster Zeit ein besonderer Augenmerk liegen, kündigte Carolin Friedl an. „Ihre Nutzung ist nicht aufzuhalten, das ist auch nicht das Ziel“, sagte sie. Es gelte aber, den Schülern eine gezielte und sinnvolle Nutzung der KI beizubringen und auch zu vermitteln, KI-Ergebnisse auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Für alle Kinder, die zunächst die Sprache erlernen müssen, gibt es weiterhin Deutschklassen: für die Jahrgangsstufen sieben bis neun weiter an den Mittelschulen Bad Tölz-Süd und Geretsried sowie schulartübergreifend für Fünft- und Sechstklässler an den Realschulen Geretsried und Bad Tölz (statt bisher an der Mittelschule Waldram und am Gymnasium in Bad Tölz). „Hier nimmt der Bedarf etwas ab“, sagte Hübner. „Letztes Jahr waren die Deutschklassen voll, heuer haben wir noch gute Aufnahmekapazitäten.“

Erfreulich gute Personalsituation

Eine „erfreulich gute Versorgung“ vermeldeten die Schulamtsdirektorinnen in Sachen Personal. „Wir stehen so gut da, dass wir über den Pflichtunterricht hinaus zum Beispiel auch Differenzierungsstunden anbieten können“, so Friedl. Eine „Trendwende“ gebe es insbesondere im Grundschulbereich. Hier sei der Lehrerberuf wieder so gefragt, dass im Landkreis heuer 20 Lehramtsanwärter starten. „Viele tolle neue Lehrkräfte stehen in den Startlöchern“, sagte die fachliche Leiterin des Schulamts. An den Mittelschulen seien aber Ausfälle von Lehrkräften oft schwerer auszugleichen.

An drei Schulen gibt es neue Rektoren. Sylvia Neuburger wechselte von der Heilbrunner an die Reichersbeurer Grundschule. Die Grundschule Bad Heilbrunn wird nun vom Rektor der Grund- und Mittelschule Königsdorf, Simon Arneth, mitgeführt. An der Mittelschule Geretsried übernimmt Janina Buchert das Ruder, die zuvor in Höhenkirchen tätig war.