23. Bergfilm-Festival in Tegernsee eröffnet: Zwei spannende Abenteuer zum Auftakt
Stand: 16.10.2026, 07:00 Uhr
Kommentare

Das Bergfilm-Festival in Tegernsee ist eröffnet. Zum Auftakt am Mittwoch (14. Oktober) kamen im Barocksaal zwei Abenteuer mit lokaler Beteiligung auf die Leinwand. Das Publikum war beeindruckt.
Tegernsee – Die Bergkulisse des Tegernseer Tals wurde am Eröffnungsabend des 23. Bergfilm-Festivals Tegernsee vom herbstlichen Sonnenuntergang spektakulär in Szene gesetzt. Schon auf dem Weg zum Kinosaal kam so die passende Stimmung bei den Berg- und Filmfreunden auf. Im Barocksaal wurden sie dann Zeugen zweier großer Abenteuer: Gezeigt wurden „Six Days to the Edge – Ein Highline-Abenteuer an den Angel Falls“ mit den Wahl-Miesbachern Lukas Irmler und Antonia Rüede-Passul sowie „Forever Young“ des Schlierseer Regisseurs Moritz Attenberger.
Letzterer nahm das Publikum auf beeindruckenden Bildern mit „ins sagenumwobene Valle de las Rocas“ im bolivianischen Hochland, wo Stefan Glowacz, Christian Schlesener und die Brüder Moritz und Philipp Hans mit gleicher Leidenschaft, aber recht unterschiedlichen Herangehensweisen Wände durchstiegen. Wenn der Filmemacher im Gespräch mit Festivaldirektor Tom Dauer von der Entstehung des Films erzählt, wird die Liebe zu dem Land, das er als Austauschschüler kennengelernt hatte, spürbar. Und die Begeisterung, mit der er sie auch seinen Begleitern nahegebracht hat. Und die bilden nur auf den ersten Blick eine konträre Konstellation: die alten Haudegen Glowacz und Schlesener und die jungen Burschen, die deren „analogen Weisheiten“ die Welt von Social Media entgegensetzen. Im Kern eint sie die Lust, aufzubrechen und etwas zu erleben.

Wie diese Lust immer wieder neue Wege möglich macht und wie lange es dauern kann, diese zu gehen, hatte zuvor der Streifen „Six Days to the Edge“ gezeigt, den Filmemacher Valentin Rapp mit dem Rückblick auf ein Fernsehinterview mit einem sehr jungen Lukas Irmler beginnt. Der Slackliner erzählt von seinem Traum, über den Salto Angel, einen 800 Meter hohen Tafelberg in Venezuela, zu balancieren. 16 Jahre später wird der Traum Realität und von Rapp in eindrucksvollen Aufnahmen erzählt, die mehr noch als die Highline über der tosenden Gischt den mehrtägigen Anmarsch in Szene setzen. Am Ende ist das Publikum sprachlos, und die Expeditions-Gruppe ist sich einig: „Es hat sich gelohnt, gemeinsam zu träumen.“
So bringe sie die Slackline auf immer neue Ideen, fasste es Antonia Rüede-Passul zusammen. Und Rapp ergänzte lachend mit Blick auf den Anmarsch durch wildes Wasser und teils hüfthohen Schlamm: „Man lernt im Laufe der Jahre, nicht zimperlich zu sein.“
So wie die prickelnde Vorfreude, wenn man in das mit Wegweisern bestückte Tegernsee kommt und die Filme ansieht, macht auch der Austausch danach das Bergfilm-Festival jedes Jahr zu etwas Besonderem. Ob in der eigens eingerichteten Mountain-Lodge im Kurgarten oder im Seehotel Luitpold und dem La Casa 7 mit filmfreundlich verlängerten Öffnungszeiten bis Mitternacht: Es wird lebhaft diskutiert über besondere Bergerlebnisse und deren künstlerische Umsetzung.
Einen Film legte Bürgermeister Johannes Hagn in seinen Eröffnungsworten dem Publikum besonders ans Herz. Im Nachgang und außer Konkurrenz wird am Sonntag, 18. Oktober, um 19 Uhr im Kinozelt Tom Dauers „Nanga Parbat – Echoes of Sisyphus“ Filmpremiere feiern. Kombiniert wird die Geschichte über David Göttlers zwölf Jahre dauernden Versuch, den 8126 Meter hohen Gipfel in Pakistan im Alpinstil ohne Expeditionstross und Flaschensauerstoff zu besteigen, mit „Vier Steirer am Nanga Parbat“ von 1976. Ihrer nach Expeditionsleiter Hanns Schell benannten Route, folgte Göttler.
Karten für alle Vorstellungen – soweit noch verfügbar – gibt es an den Veranstaltungstagen bei der Tourist-Info Tegernsee (9 bis 20 Uhr) sowie bei den übrigen Tourist-Infos im Tal zu deren regulären Öffnungszeiten. Erhältlich sind die Tickets außerdem online bei München Ticket und auf www.bergfilm-tegernsee.de.
hsi