„Ich liebe diese Stadt“: New Yorks erster muslimischer Bürgermeister gedenkt des Terrors am 9. September
25 Jahre 11. September: New York lässt die Twin Towers als Drohnenshow auferstehen
Stand: 11.09.2026, 07:20 Uhr
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New York erinnert mit 2977 Drohnen an die Opfer von 9/11 – eine pro Todesopfer. Doch der erste muslimische Bürgermeister der Stadt sorgt für Kontroversen.
New York hat der Opfer von 9/11 gedacht, indem die Twin Towers mit 2.977 leuchtenden Drohnen nachgebildet wurden. Die Zahl der Drohnen entsprach dabei exakt der Zahl der Menschen, die bei den Anschlägen ums Leben kamen. Die Inszenierung verband moderne Technik mit einem stillen, kollektiven Gedenken, das weit über die Stadt hinaus ausstrahlen sollte.

Die Drohnenshow über dem Hafen von New York bildete am Mittwochabend die Umrisse der Türme nach, wobei jede Drohne symbolisch für eine getötete Person stand. Die am Himmel auftauchenden Konturen waren aus großer Entfernung sichtbar und schufen einen eindrucksvollen Kontrast zur nächtlichen Skyline der Metropole. Viele Zuschauer verfolgten das Spektakel von beiden Ufern des Hudson River aus.
New York am Jahrestag von 9/11: Drohnenbild als bewegende Himmelsprojektion
Unter dem Titel „2,977 Lights Over New York Harbor“ wurde die Lichtinszenierung veranstaltet, um an den 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September zu erinnern, als al-Qaida-Terroristen Flugzeuge in die Twin Towers steuerten. Die sorgfältig choreografierte Show sollte sowohl Mahnmal als auch Zeichen der Resilienz sein. Sie fügte sich in eine Reihe etablierter Gedenkformate ein, die seit Jahren fester Bestandteil der Erinnerungskultur in New York sind.
Aufnahmen der Drohnenshow zeigten, wie die Lichter sich zunächst wie eine bewegende Konstellation über den Himmel über dem Hudson River verteilten, bevor sie sich zu den klaren Umrissen der Zwillingstürme formten. Die einzelnen Lichtpunkte wirkten wie Sterne, die sich zu einem gemeinsamen Bild zusammenschlossen. Beobachter beschrieben die Atmosphäre als zugleich feierlich und zutiefst emotional.
Das Memorial wurde in Zusammenarbeit mit Überlebenden, Angehörigen von Opfern und Ersthelfern von 9/11 entwickelt. Dadurch sollten die Perspektiven derjenigen einfließen, die die Tragödie unmittelbar erlebt haben. Die Organisatoren betonten, dass es darum gehe, sowohl den einzelnen Schicksalen gerecht zu werden als auch die gemeinsame Erfahrung des Verlusts sichtbar zu machen.
Brenda Berkman, eine Einsatzkraft der New Yorker Feuerwehr am 11. September, Terry Strada, Präsidentin der Organisation „9/11 Families United“, sowie Familienmitglieder von Tom Strada und Stephen Siller, die beide bei den Anschlägen getötet wurden, waren an der Organisation beteiligt. Ihre Mitwirkung sollte sicherstellen, dass das Gedenken sensibel und respektvoll gestaltet ist. Viele der beteiligten Familien begleiten die offiziellen Zeremonien seit Jahren.
Neue Drohnenshow ergänzt bestehendes Lichtdenkmal
Die Drohnenshow ergänzte die seit Langem etablierte Kunstinstallation „Tribute in Light“, die aus 88 senkrecht in den Himmel gerichteten Suchscheinwerfern besteht, die in zwei Säulen angeordnet sind und die Türme symbolisieren. Die Kombination aus fest verankertem Lichtdenkmal und beweglicher Drohneninstallation verlieh dem Abend eine zusätzliche visuelle Tiefe. Beide Formate zusammen erzeugten einen starken Eindruck von Abwesenheit und Erinnerung.
„Tribute in Light“ begann 2002 als vorübergehende Gedenkaktion an 9/11, entwickelte sich jedoch zu einer jährlichen Veranstaltung der *Municipal Art Society of New York*. Jahr für Jahr zieht sie Anwohner und Besucher an, die den Lichtstrahlen in den Nachthimmel folgen. Das Ritual ist zu einem festen Bestandteil des kollektiven Erinnerns und des städtischen Selbstverständnisses geworden.
Neunzehn islamistische Terroristen entführten 2001 vier Passagierflugzeuge, von denen zwei in die Twin Towers und ein weiteres in das Pentagon gesteuert wurden. Die vierte Maschine stürzte nach einer Revolte der Passagiere auf einem Feld in Pennsylvania ab. Insgesamt forderten die Anschläge Tausende Todesopfer und veränderten die US- und Weltpolitik nachhaltig.
Erstmals muslimischer Bürgermeister bei Gedenkfeier
Zohran Mamdani wird voraussichtlich am Freitag an der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt teilnehmen, als erster muslimischer Bürgermeister New Yorks. Seine Anwesenheit gilt vielen als historisches Signal für den gesellschaftlichen Wandel der vergangenen 25 Jahre. Zugleich zeigt sie, wie sehr die Stadt bemüht ist, eine vielfältige Bevölkerung im Gedenken zu vereinen.
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Dieser Artikel von Emily Smith entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk
Der sozialistische Bürgermeister ist jedoch von Angehörigen der Opfer und von Republikanern kritisiert worden, die ihn auffordern, der Veranstaltung fernzubleiben. Kritiker werfen ihm vor, nicht ausreichend sensibel mit sicherheitspolitischen Fragen und dem Erbe von 9/11 umzugehen. Befürworter sehen in seiner Teilnahme hingegen ein Zeichen von Inklusion und Versöhnung.
Im Zentrum der Kontroverse steht Mamdanis Ernennung von Ramzi Kassem zum obersten Rechtsberater der Stadt. Der Anwalt vertrat ein verurteiltes al-Qaida-Mitglied, dessen Schwager an den Anschlägen vom 11. September beteiligt war. Gegner halten diese Personalentscheidung für unangemessen, während Unterstützer argumentieren, dass auch umstrittene Mandate zur anwaltlichen Berufsethik gehören.
Mamdanis Antwort auf Kritik und Trumps Fernbleiben
Als Reaktion auf die Kritik sagte Mamdani: „Ich bin stolz darauf, Bürgermeister dieser Stadt zu sein. Ich liebe diese Stadt. Ich liebe dieses Land.“ Er betonte, dass seine Aufgabe darin bestehe, alle New Yorker zu vertreten, unabhängig von Herkunft oder Religion. Seine Worte zielten darauf ab, Zweifel an seiner Loyalität und seinen Beweggründen zu zerstreuen.
„Und was ich mir für diese Woche wünsche, ist, dass der Fokus auf den Familien liegt, deren Angehörige ihnen vor 25 Jahren durch diesen entsetzlichen Terrorakt vom 11. September geraubt wurden, und außerdem auf den Ersthelfern, die alles gegeben haben für diese Stadt und für die Menschen, die zusammenkamen, um ihren Mitbürgern in New York zu helfen.“ Damit versuchte er, die Debatte weg von seiner Person hin zum eigentlichen Anlass zu lenken.
Donald Trump wird an der Veranstaltung in Manhattan nach derzeitigen Informationen nicht teilnehmen. Die Zeitung *New York Times* berichtete, er habe dort eine Rede halten wollen, doch die Organisatoren hätten politische Ansprachen nicht zugelassen. Damit folgt die Gedenkfeier dem Grundsatz, parteipolitische Auseinandersetzungen von dem Anlass fernzuhalten.
Trump wird stattdessen am Pentagon an den Jahrestag erinnern. JD Vance, der Vizepräsident, wird das Weiße Haus in New York vertreten. Damit ist die Bundesregierung weiterhin hochrangig bei den zentralen Gedenkfeiern präsent, während Trump seinen eigenen Rahmen für die Erinnerung wählt.