33 Jahre nach van Almsick: Köhler jubelt über EM-Silber, Märtens und Elendt enttäuschen


33 Jahre nach van Almsick

Köhler jubelt über EM-Silber, Märtens und Elendt enttäuschen

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14.08.2026 | 19:29 Uhr

Auf den Spuren von Franziska van Almsick: Angelina Köhler schmückt sich bei der EM mit Edelmetall über 100 m Schmetterling. Doch die Stars Lukas Märtens und Anna Elendt schwimmen hinterher.

Ex-Weltmeisterin Angelina Köhler ist zwei Jahre nach ihrem Olympia-Trauma in Paris auf das EM-Podium geschwommen. Die 25 Jahre alte Berlinerin sicherte sich über 100 m Schmetterling in der französischen Hauptstadt, wo sie bei den Sommerspielen 2024 noch den bitteren vierten Platz belegt hatte, in 56,39 Sekunden Silber und damit ihr erstes europäisches Edelmetall auf der Langbahn. Zugleich war es die erste Medaille einer deutschen Schwimmerin auf dieser Strecke seit 33 Jahren, 1993 hatte Franziska van Almsick in Sheffield Silber gewonnen.

Köhler, die als schnellste Europäerin auf ihrer WM-Goldstrecke von 2024 angereist war, hatte bereits als Zweite der Halbfinals Hoffnungen auf das nächste deutsche Edelmetall im Centre Aquatique Olympique geweckt. Im Endlauf musste sie sich nur der belgischen Titelverteidigerin Roos Vanotterdijk (56,08) geschlagen geben. Bronze ging an die Russin Daria Klepikowa (56,76). Auf der Kurzbahn hatte sie zuvor über die 100 m und die doppelte Distanz 2023 EM-Silber und -Gold gewonnen.

Vor zwei Jahren hatte Köhler während der Sommerspiele im Rugbystadion La Défense eine Enttäuschung erlebt: Im Finale über 100 m Schmetterling hatte Köhler den bitteren vierten Platz hinter Zhang Yufei belegt, die zu den 23 Schwimmerinnen und Schwimmern gehörte, die vor Olympia 2021 in Tokio positiv getestet, aber nie gesperrt wurden. Nach ihrer Doping-Kritik an Yufei hatte Köhler unter Beleidigungen und Bedrohungen durch Internet-Bots gelitten.

Märtens und Elendt ohne Medaille

Für den Deutschen Schwimm-Verband war es das sechste Edelmetall bei den Beckenwettbewerben in Paris. Olympiasieger Lukas Märtens konnte keine weitere hinzufügen und verpasste die erste internationale Medaille auf seiner Nebenstrecke. Der Magdeburger musste sich vier Tage nach Staffel-Bronze über die 200 m Freistil in 1:45,58 Minuten mit dem siebten Platz zufriedengeben. "Das Rennen war irgendwie schon vorbei, da war ich noch gar nicht im Wasser", sagte Märtens in der ARD: "Ich habe mich eigentlich sehr gut gefühlt, aber so ist Sport, heute waren einfach andere Leute besser. Das muss ich akzeptieren und umso härter an mir arbeiten."

Der Weltmeister und Weltrekordler über 400 m hatte im Halbfinale noch mit der zweitbesten Zeit (1:44,79) überzeugt, im Endlauf blieb er deutlich darüber und ging leer aus. Nach schnellen ersten 100 m reichte auf dem zweiten teil der Strecke die Kraft nicht mehr. Gold gewann der rumänische Olympiasieger und Weltmeister David Popovici (1:44,15) vor Tomas Navikonis aus Litauen (1:44,55) und dem Briten James Guy (1:44,87). Am Sonntag bietet sich Märtens auf seiner Paradestrecke noch eine Gelegenheit auf Edelmetall im Einzel. Über die 400 m geht er als Favorit an den Start, vor zwei Jahren hatte sich Märtens über diese Distanz in Paris zum Olympiasieger gekrönt.

Auch Weltmeisterin Anna Elendt ist an einer Medaille vorbeigeschwommen. Die 24-Jährige, die sich im vergangenen Jahr zur Kurzbahneuropameisterin gekrönt hatte, musste sich über die 200 m Brust in 2:23,81 Minuten mit dem fünften Platz begnügen. Gold ging an die Russin Jewgenia Tschikunowa (2:19,32) vor der Britin Angharad Evans (2:21,21). Bronze holte die Irin Mona McSharry (2:22,43).

Am Mittwoch hatte Elendt, die in den USA lebt und trainiert, über die 100 m das Podest als Siebte deutlich verpasst. Auf dieser Strecke hatte die Frankfurterin bei Weltmeisterschaften bereits Gold (2025) und Silber (2022) gewonnen. Über die doppelte Distanz ging die deutsche Rekordhalterin bei der EM nun leer aus. Eine Chance auf eine Einzelmedaille bietet sich Elendt noch über die 50 m, am Samstag stehen die Vorläufe und ein mögliches Halbfinale an.

Verwendete Quellen: ntv.de, dbe/sid