50 Euro mehr im Monat durch die Steuerreform – warum Sie das Geld nicht ausgeben sollten


Stand: 11.07.2026, 10:30 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Inflation, Mindestlohn, Erhöhung der Lebenshaltungskosten, Kindergeld, Familienbeihilfe, Sparschwein, Euro Banknoten

Elterngeld © IMAGO/imageBROKER/Berit Kessler

Die geplante Steuerentlastung bringt einer Musterfamilie rund 50 Euro im Monat. Das ist willkommen. Aber es schließt keine Rentenlücke. Warum kleine staatliche Entlastungen die eigene Vorsorge nicht ersetzen.

Die Politik meldet Fortschritt. Eine geplante Steuerentlastung soll Familien entlasten. Für eine Musterfamilie mit mittlerem Einkommen läuft das auf rund 50 Euro im Monat hinaus.

Content-Partnerschaft:

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Fortunalista ist eine Plattform für Finanzbildung, die Frauen dabei unterstützt, ihre Finanzen selbstbestimmt zu gestalten. Mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen rund um Geld zeigt Fortunalista, wie Frauen mit dem Investment Code ihren Weg in die finanzielle Unabhängigkeit finden.

50 Euro sind nicht nichts. Für viele Familien ist das eine spürbare Erleichterung im Alltag. Ein Einkauf mehr, ein Ausflug, ein kleiner Puffer. Aber 50 Euro schließen keine Rentenlücke. Und das Elterngeld, das seit Jahren nicht angepasst wurde, macht das gesellschaftliche Bild noch deutlicher: Was der Staat gibt, bleibt weit hinter dem zurück, was Familien und vor allem Frauen wirklich brauchen.

„Fünfzig Euro im Monat sind nett, aber sie schließen keine Rentenlücke“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Diese Aufgabe bleibt bei uns.“

Was die Entlastung wirklich bringt

Steuerentlastungen entstehen meistens durch die Anpassung des Grundfreibetrags oder des Kinderfreibetrags. Was für eine Familie konkret übrig bleibt, hängt vom Einkommen, der Steuerklasse und der Anzahl der Kinder ab.

Für eine Familie mit einem Bruttoeinkommen von rund 60.000 Euro jährlich und zwei Kindern läuft eine typische Steuerentlastung auf rund 40 bis 60 Euro monatlich hinaus. Für Geringverdiener weniger, für Gutverdiener etwas mehr.

Das ist eine reale Entlastung. Aber sie ist auch das: eine Entlastung. Kein Vorsorgebeitrag, kein Vermögensaufbau, keine Rente.

Wer diese 50 Euro jeden Monat konsumiert, hat am Ende des Jahres 600 Euro mehr ausgegeben. Wer sie investiert, hat nach 20 Jahren bei 7 Prozent Rendite rund 26.000 Euro aufgebaut.

Dieselben 50 Euro. Zwei völlig verschiedene Ergebnisse.

Was mit dem Elterngeld passiert ist

Das Elterngeld wurde 2007 eingeführt. Der Grundgedanke war richtig: Wer für ein Kind pausiert, soll einen Teil des weggefallenen Einkommens ersetzt bekommen.

Was seitdem passiert ist: Die Regelsätze wurden kaum angepasst. Das Mindestelterngeld liegt seit Jahren bei 300 Euro monatlich. Das Höchstelterngeld bei 1.800 Euro. Während Mieten, Lebensmittelpreise und Kinderbetreuungskosten gestiegen sind, steht das Elterngeld weitgehend still.

Was das bedeutet: Familien, die heute eine Elternzeit nehmen, erhalten real weniger Unterstützung als Familien vor zehn Jahren. Die Kaufkraft des Elterngeldes ist gesunken. Die Lücke, die es schließen soll, ist größer geworden.

Für Frauen hat das direkte Konsequenzen. Elternzeit bedeutet weniger Einkommen. Weniger Einkommen bedeutet weniger Renteneinzahlungen. Was der Staat durch Kindererziehungszeiten ausgleicht, deckt den Verlust nur teilweise. Was nicht ausgeglichen wird, bleibt als Rentenlücke.

Warum staatliche Entlastungen planbar nicht reichen

Es ist nicht zynisch, staatliche Leistungen zu begrüßen und gleichzeitig klar zu sagen: Sie reichen nicht.

Das System der Altersvorsorge in Deutschland ist auf drei Schichten gebaut. Gesetzliche Rente, betriebliche Vorsorge, private Investitionen. Wer nur die erste Schicht hat, trägt das gesamte Gewicht allein.

Staatliche Entlastungen wie Steuerreformen, Kindergeld oder Elterngeldanpassungen bewegen sich in der ersten Schicht. Sie sind wichtig. Sie sind aber auch abhängig von politischen Entscheidungen, die sich ändern können, von Regierungen, die wechseln, von Prioritäten, die sich verschieben.

Was privat investiert wird, ist davon unabhängig.

„Wer auf die nächste Reform wartet, verliert Zeit“, betont Margarethe Honisch. „Und Zeit ist beim Investieren der einzige Faktor, den niemand zurückkaufen kann.“

Was Familien mit der Entlastung tun können

50 Euro im Monat sind kein Vermögen. Aber sie sind ein Anfang.

Wer die Steuerentlastung direkt in einen ETF-Sparplan umleitet, bevor sie im Alltag versickert, trifft eine Entscheidung, die sich in zwanzig Jahren auszahlt.

50 Euro monatlich bei 7 Prozent Rendite über 20 Jahre: rund 26.000 Euro.
50 Euro monatlich über 25 Jahre: rund 40.000 Euro.
50 Euro monatlich über 30 Jahre: rund 60.500 Euro.

Aus einer staatlichen Entlastung von 50 Euro im Monat wird über drei Jahrzehnte ein fünfstelliges Zusatzvermögen. Nicht durch höheres Einkommen. Nicht durch politische Reform. Durch die Entscheidung, das Geld arbeiten zu lassen statt es auszugeben.

Was das mit der eigenen Vorsorge zu tun hat

Der Punkt dieses Artikels ist kein Vorwurf an die Politik. Steuerentlastungen sind gut. Elterngeldanpassungen wären überfällig. Bessere Anerkennung von Care-Arbeit in der Rente wäre dringend nötig.

Aber all das kommt langsam. Zu langsam für Frauen, die heute 35, 40 oder 45 Jahre alt sind und deren Rentenlücke jetzt entsteht.

Was schnell geht, ist die eigene Entscheidung. Der Sparplan, der heute eingerichtet wird. Die 50 Euro, die heute investiert statt ausgegeben werden. Der Zinseszins, der heute anfängt zu arbeiten.

„Staatliche Entlastungen sind willkommen“, sagt Margarethe Honisch. „Aber planbar ist nur, was wir selbst aufbauen. Das war schon immer so. Und es wird so bleiben.“

Content-Partnerschaft:

Zweistündiger Online-Workshop zur Altersvorsorge für Frauen
Im kostenlosen Live-Workshop rechnen Frauen ihre persönliche Rentenlücke direkt selbst aus, nur mit dem Handy und inklusive Inflation und Steuern. SPIEGEL-Bestsellerautorin Margarethe Honisch erklärt verständlich, was die Rentenreform konkret bedeutet und wie sich die Lücke Schritt für Schritt schließen lässt, in jeder Lebensphase und schon ab kleinen Beträgen.
Kostenlos · Live · Für Einsteigerinnen. Anmeldung und Termine unter finanzen.fortunalista.de/kostenloser-renten-workshop-2026. 

Fazit

50 Euro Entlastung im Monat. Eine gute Nachricht. Kein Vorsorgeplan.

Wer wartet, bis der Staat die Rentenlücke schließt, wartet zu lange. Wer die 50 Euro nimmt und investiert, hat in dreißig Jahren 60.000 Euro mehr.

Die Reform kommt. Oder kommt nicht. Der Sparplan läuft. Jeden Monat.