(+) Mit altem T3 ohne Navi quer durch Europa


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Hamburg

5000 Kilometer ohne Navi durch Europa: Oldtimer-Rallye für einen guten Zweck

Martin Petersen (62) und Angéla Drozd (60) sitzen mit ihrem Hund Cooper (1) in ihrem alten Volkswagen T3 (42). Am 4. September starten sie zusammen bei der European 5000 Rallye.
Katharina Langenbach

Mit einem alten VW T3 geht es vom Allgäu über Spanien bis nach Holland: Bei der European 5000 Rallye geben zwei Hamburger Gas für das Kinder-Hospiz Sternenbrücke.

Martin Petersen und Angéla Drozd fahren mit ihrem Pudel Cooper in ihrem Volkswagen T3 5000 Kilometer durch Europa – und sammeln dabei Spenden für den Neubau des Kinderhospizes Sternbrücke. Im Allgäu geht’s los, weiter über die Dolomiten durch Italien zur Côte d’Azur, durch die Pyrenäen bis in die spanische Wüste und zurück entlang der französischen Atlantikküste bis nach Holland: 14 Tage, zehn Länder, kein Navi, keine Autobahn – das ist die European 5000 Rallye.

Die Fahrt wird von dem Hamburger Rallye-Veranstalter „Superlative Adventure Club“ (SAC) organisiert. Aus dessen Hause stammt zum Beispiel auch die bekannte Baltic-Sea-Circle-Rally, an der Martin und Angela letztes Jahr teilgenommen haben. „Wir haben eine Leidenschaft für Oldtimer“, sagt Martin und steht vor dem gut gepflegten VW T3 aus dem Baujahr 1984.

Und wer seinen Oldtimer gerne ausfährt, ist bei der Rallye genau richtig: Am 4. September soll es losgehen, dann sind die beiden 14 Tage lang on the road – zusammen mit zahlreichen anderen Teams. Vom Allgäu nach Spanien bis Holland geht die Route, das macht in etwa 5000 Kilometer Strecke – plus An- und Abfahrt. „Für uns ist die Rally ein Kontrastprogramm zu klassischen Oldtimer-Rallys“, erzählt das Paar. Diese seien meistens auf ein Wochenende beschränkt und streng durchgetaktet: genaue Ziel- und Zeitmarken, Übernachtung im schicken Hotel, auf Hochglanz polierte Autos und die dazugehörige Klientel.

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Person sitzt vor einem Expeditionsfahrzeug im Wald, während davor ein kleines Lagerfeuer brennt.
Angela sitzt vor dem alten T3 bei der Baltic-Sea-Rallye. Während des Road-Trips wird in der freien Natur übernachtet.
privat / hfr

Rallye wie Schnitzeljagd für Erwachsene

Wohingegen die SAC-Rallye wie eine Schnitzeljagd für Erwachsene organisiert ist. Jede Schrottkarre wird zugelassen, ein Oldtimer muss allerdings mindestens 20 Jahre alt sein. Gefahren wird über Land- und Nebenstraßen, übernachtet auf Campingplätzen oder mitten in der Natur.

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Teil der Rallye ist es, auf dem Weg verschiedene Aufgaben zu lösen und dafür Punkte zu bekommen: Bei der Baltic-Sea-Rally sollte man zum Beispiel den nördlichsten Surf-Strand Europas finden (der lag auf den Lofoten). Das Motto dabei: Alles kann, nichts muss. Es geht weder darum, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, noch eine bestimmte Zeit zu erreichen. Sondern darum, Spaß zu haben, aus seiner Comfort-Zone zu treten, neue Orte und abgelegene Routen zu entdecken. „Die Rallye bietet die Möglichkeit, mal aus dem Alltag auszubrechen. 14 Tage auf der Straße zu sein – ohne Navi, keine Autobahn: Das entschleunigt, das ist ein richtiges Abenteuer!“, findet Martin.

Person liegt teilweise unter einem dunkelgrünen Kleinbus auf einem gepflasterten Parkplatz.
Falls der T3 mal schlapp macht, kümmert Martin sich um die Reparatur.
privat /hfr

Für die beiden liegt der Reiz der Strecke in ihrer Vielfältigkeit: Von frostigen Temperaturen auf 3000 Metern Höhe in den Pyrenäen über die warme Mittelmeerküste bis zur spanischen Wüste ist alles dabei. Und falls die Karre unterwegs schlappmacht – dann muss man selbst ran und sie wieder zum Laufen bringen.

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Motto: Der Weg ist das Ziel

„Ich hatte schon Bedenken, ob man bei so vielen Stunden Autofahren am Tag irgendwann irre wird“, gibt Martin zu. Aber seit der letzten Rallye hätten sich die Bedenken in Luft aufgelöst „Man muss zwar viel fahren, aber es bleibt immer genug Zeit, anzuhalten, innezuhalten, einen Kaffee trinken zu gehen und sich die Natur anzuschauen“, sagt er. Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel.

Zwei Personen stehen im Schnee neben einem beklebten Geländewagen mit der Startnummer 114.
Angela und Martin während ihrer letzten Rallye. Ein Foto vom „Arctic Circle Centre“ zu machen, war Teil der zu lösenden Aufgaben.
privat / hfr

Für Angela ist vor allem die Gemeinschaft etwas Besonderes: „Man hilft einander bei der Suche nach Schlafplätzen und bei der Lösung von Aufgaben. Auch wenn jeder die Rallye für sich fährt, gibt es einen großen Teamgeist. Das finde ich toll!“ Abends teilt man die Geschichten des Tages – am nächsten Tag geht es weiter.

Mit der Fahrt werden Spenden für das Kinder-Hospiz Sternenbrücke gesammelt

Eine Besonderheit der SAC-Rallyes: Jedes Team sammelt mit der Aktion Spenden für einen guten Zweck. Martin und Angela möchten mit ihrer diesjährigen Fahrt Spenden für den Neubau des Kinder-Hospizes Sternenbrücke sammeln. „Wir möchten ein Hamburger Projekt unterstützen. Und die Arbeit des Hospizes liegt uns sehr am Herzen“, sagt das Paar. Mit dem zusätzlichen Gebäude möchte das Hospiz mehr Raum für schwer kranke Kinder und ihre Familien schaffen.

Bis Angela und Martin mit ihrem T3 am 19. September über die Ziellinie fahren, kann für das Kinderhospiz gespendet werden. 

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