681 Meter langer Tunnel durchbricht Gebirge – Schreckmoment unter Arbeitern
Stand: 01.10.2026, 09:35 Uhr
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Mit Feuerwerk und Flammenwerfer feierten Hunderte den Durchschlag am Westportal des neuen Cornberger Tunnels. Fahren können Züge durch die 180 Millionen Euro teure Röhre erst Ende 2028.
Cornberg – In den Cornberger Tunnel der Deutschen Bahn Infrago AG zwischen Bebra und Sontra fällt nun Licht durch das Ost- und Westportal. Dafür sorgten Bagger, die bei der Durchschlagsfeier am Dienstagabend eine symbolisch errichtete Wand am Tunneleingang lautstark einrissen. Damit ist die 681 Meter lange Röhre, die parallel zur alten Zugstrecke verläuft, geschaffen – wenn auch noch nicht ganz fertig.
Sorge vor Lärm und Sprengungen
Mit den Plänen für den Cornberger Tunnel war auch die Sorge vor Lärm und Schäden an Häusern laut geworden. Risse an Häusern oder Erschütterungen wurden befürchtet. Die Schwelle von 60 Dezibel (vorbeifahrendes Auto) werde selten überschritten, versicherte die DB. Bebras Bürgermeister Stefan Knoche erklärte bei der Durchschlagsfeier, das Versprechen habe sich bewahrheitet. Kein Anwohner habe sich bei ihm beschwert.
Erst im April dieses Jahres hatten die Mineure ihre Arbeit am Ostportal begonnen, am Dienstag feierten Hunderte Gäste bereits den Durchschlag am Westportal mit einer pompösen Zeremonie. Mit Feuerwerk, Flammenwerfern, Blumen und einer Andacht wurde ein erster Erfolg gefeiert. Wichtig dabei: „Dass wir unfallfrei durch die bisherigen Arbeiten gekommen sind“, sagte Harald Joos, DB Infrago-Projektkoordinator. Dass der Tunnelbau bisher so glimpflich verlaufen ist, dafür dankten Arbeiter und Team auch Katja Gonzalez Contreras. Cornbergs Bürgermeisterin gibt dem neuen Tunnel ihren Namen. Über den „Katja-Tunnel“ hatte sie symbolisch als irdische Vertreterin der Schutzpatronin, der Heiligen Barbara, gewacht. Auch die Bürgermeisterin zeigte sich in ihrer Rede erleichtert und erfreut, dass der Tunnelbau ohne Zwischenfälle vorangegangen war.
Bis der Tunnel jedoch durchfahren werden kann, wird es noch ein wenig dauern. Ende 2028 soll der 180 Millionen Euro teure Bau fertig sein, der Teil der Strecke im Regional- und Güterverkehr zwischen Frankfurt und Göttingen ist.
Alter Tunnel soll nicht verschwinden

Die müssen derzeit noch durch den alten Tunnel aus dem Jahr 1875 gesteuert werden. Der liegt nur wenige Meter von dem Neubau entfernt und war in die Jahre gekommen. „Aufgrund der Schäden ist eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich. Um die Leistungsfähigkeit der Strecke zu sichern und den Fahrkomfort zu verbessern, musste ein neuer Tunnel gebaut werden“, erklärte Joos weiter.
Doch ganz verschwinden soll der alte Tunnel nicht. Seine denkmalgeschützten, imposanten Eingangstore werden erhalten. Die leere Röhre soll in einem späteren Schritt mit Tunnel-Material wie Erdaushub und Gestein gefüllt werden. Zuvor baut die Deutsche Bahn noch Gleise, Oberleitung und die technische Ausrüstung zurück.
Auch vor und hinter dem Cornberger Tunnel wird saniert und nachgerüstet. So kündigte Joos an, die beiden ebenfalls im Jahr 1875 in Betrieb genommenen Eisenbahnbrücken in Cornberg und Rautenhausen zu erneuern. Ein Neubau der Brücke über die Kreisstraße in Cornberg soll breiter werden, dann führen drei Gleise über das Bauwerk.
Auch im Cornberger Tunnel gehen die Arbeiten nach der großen Feier weiter. „Wir betonieren noch in diesem Jahr“, versprachen die DB‑Verantwortlichen. Bis Ende 2027 soll der Rohbau fertig sein. Im darauffolgenden Jahr wird die Bahntechnik montiert, bevor der Betrieb im neuen Tunnel aufgenommen wird.
23. Meter. Am 23. Meter des Cornberger Tunnels angekommen, erlebten die Tunnelarbeiter einen Schreckmoment. Wasser sorgte für einen Nachbruch. Grund war das wechselhafte Gebirge, wie die DB-Mitarbeiter erklärten. Das Gestein besteht aus Sandstein und Schiefer.
12,5 Tonnen Sprengstoff wurden im Tunnel Cornberg verwendet, erklärt DB-Projektleiter Harald Joos. 50 Kilogramm wurden je Sprengung verbraucht.
100.000 Kubikmeter Material wurden für den Tunnel ausgehoben. Zusätzliche 50.000 Kubikmeter kommen für die Portale und die umliegenden Flächen dazu.
kmh