Acht Schulen nutzen Angebot zur finanziellen Bildung


Stand: 03.09.2026, 17:57 Uhr

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19.01.2024, Sachsen-Anhalt, Lutherstadt Wittenberg: Michael Richter (CDU), Finanzminister von Sachsen-Anhalt, unterrichtet im Rahmen des Projekts „Schule und Steuern“ in der Gemeinschaftsschule Friedrichstadt in Wittenberg vor Schülern einer zehnten Klasse. Das Praxisnahe Projekt der Finanzverwaltung des Landes richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen neun bis 13. Die Gemeinschaftsschule Friedrichstadt ist eine der ersten Schulen im Land, die sich an dem Projekt beteiligen, das im Oktober 2023 gestartet wurde. Betreut wird der Unterricht durch Kolleginnen und Kollegen der Finanzämter. Ziel soll sein, junge Menschen praxisnah in die Welt der Steuern einzuführen und daran die Funktionsweise der Gesellschaft darzustellen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Thema Finanzen findet in den Lehrplänen der meisten Schulen kaum oder gar nicht statt. Sie können sich aber externe Hilfe holen. © Hendrik Schmidt/dpa

Sparkasse und VR-Bank bieten Lehrkräften werbefreie Unterrichtsmaterialien zu Finanzen an. Seit dem vergangenen Jahr haben acht Schulen im Werra-Meißner-Kreis das Angebot genutzt.

Eschwege – Gedichte interpretieren, Versmaß erkennen, Kurvendiskussionen oder die Merkmale des Impressionismus herunterbeten: Schulstoff ist breit gefächert, manchmal aber nicht besonders lebensnah. Finanzielle Themen beispielsweise, die junge Erwachsene schon zu Schulzeiten betreffen und das gesamte Leben begleiten werden, kommen im Unterricht oftmals zu kurz. VR-Bank und Sparkasse bieten für den Unterricht Unterstützung an.

Finanzielle Bildung in Schulen für wirtschaftliche und soziale Teilhabe

Die finanzielle Bildung des Sparkassen-Schulservice ist ein Angebot, das speziell für Schulen entwickelt wurde. Vermittelt werden die Themen Konten und Karten, Kredite und Finanzierung, das erste Gehalt und der Einstieg ins Berufsleben, die finanzielle Zukunftssicherung, Versicherungen sowie Steuern und rechtliche Grundlagen. Das Wissen zum Umgang mit den eigenen Finanzen stärke langfristig die wirtschaftliche und soziale Teilhabe, heißt es vonseiten der Sparkassen. Mit dem Unterrichtsmaterial lernten Schüler den Umgang mit Geld und verständen finanzielle und wirtschaftliche Zusammenhänge besser. „Alle Unterrichtsmaterialien sind neutral, werbefrei und orientieren sich an den Bildungsplänen der Länder“, sagt Lutz Römer aus dem Vorstand der Sparkasse Werra-Meißner. Theoretisch gibt es die werbefreien Unterrichtsmaterialien von der Grundschule bis zur Oberstufe.

Das Portal „Jugend und Finanzen“ der VR-Bank gibt Lehrkräften der Grundschule sowie der Sekundarstufen I und II regelmäßig Arbeitsmaterial zu Finanzthemen an die Hand. Ob Geldanlage, Kreditvergabe oder Zahlungsverkehr: Wichtige Fachbegriffe werden zum Beispiel im Glossar „Finanzen A bis Z“ erklärt und Fragen rund um die Finanzbildung beantwortet. Auch Eltern finden wertvolle Tipps dazu, wie sie ihren Kindern schon früh einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld vermitteln können.

Wahlpflichtkurs für lebensnahe finanzielle Entscheidungen

Seit dem Dialog zwischen Sparkasse und Schulen im vergangenen Jahr haben die Beruflichen Schulen in Eschwege und Witzenhausen, die Anne-Frank-Schule, die Brüder-Grimm-Schule, die Adam-von-Trott-Schule, das Oberstufengymnasium in Eschwege, die Gesamtschule Großalmerode und die Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf das Angebot genutzt. „Finanzielle Bildung ist Bestandteil unseres Konzepts zur Beruflichen Orientierung“, berichtet beispielsweise der Schulleiter der Brüder-Grimm-Schule, Heiko Striening. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Wahlpflichtkurs „Fit for Life“, der sich an Schüler der Jahrgangsstufe 9 aller Schulzweige richtet.

Der Wahlpflichtkurs zeige beispielhaft, wie Schüler auf lebensnahe finanzielle Entscheidungen vorbereitet werden können, die sie unmittelbar für ihren weiteren Lebensweg benötigen, so Striening. Im vergangenen Schuljahr arbeitete der Kurs mit der Sparkasse Werra-Meißner zusammen. Mitarbeiter der Sparkasse boten praxisorientierte Workshops zu Girokonten, erstem eigenen Gehalt und Versicherungen an. Mit Blick auf den bevorstehenden Übergang in Ausbildung und Beruf würden diese Themen an Bedeutung gewinnen, findet Striening.

Das Projekt wird von sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparkasse Werra-Meißner unterstützt – darunter Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr, Jungangestellte und der Leiterin des Business-Centers Bad Sooden-Allendorf. „Sie absolvierten dafür eine zweitägige Präsenzschulung und Seminare, um Erfahrungen auszutauschen und die Qualität des Schulangebots sicherzustellen“, berichtet Sparkassen-Sprecherin Sonja Papenguth. „Wir möchten, dass junge Menschen in finanziellen Angelegenheiten eigene Entscheidungen auf Basis von fundiertem Wissen treffen können“, sagt der Sparkassenvorstand Marc Semmel. Das schütze vor vermeintlich guten Angeboten aus der Welt des Internets und der sozialen Medien.