Alle Hochschulen Ungarns kehren ins Erasmus-Programm zurück


Universitäten

Alle Hochschulen Ungarns kehren ins Erasmus-Programm zurück

Ungarns Hochschulen waren 2022 wegen Bedenken der EU aus dem Austauschprogramm ausgeschlossen worden. Nun kommen die Universitäten wieder unter staatliche Kontrolle

Eine Silhouette einer Person mit einem traditionellen Abschlusshut (Doktorhut) vor einem unscharfen, gelb-weißen Hintergrund.
Ungarische Studierende und Universitäten können nun wieder am Erasmus-Programm teilnehmen.

Budapest – Nach ihrem Ausschluss im Jahr 2022 nehmen rund zwei Dutzend Hochschulen in Ungarn künftig wieder am europäischen Studierendenaustauschprogramm Erasmus teil. "Erasmus kehrt an alle ungarischen Universitäten zurück", erklärte Bildungsministerin Judit Lannert am Freitag im Onlinedienst Facebook. Die Regierung habe alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Teilnahme der Unis an dem von der EU finanzierten Programm ab dem kommenden Wintersemester zu ermöglichen.

21 Hochschulen in Ungarn, darunter einige der führenden Universitäten des Landes, waren 2022 aus dem Programm ausgeschlossen worden, nachdem sie unter dem damaligen rechtsnationalistischen Regierungschef Viktor Orbán in den Besitz von Stiftungen überführt worden waren.

Hochschulen wieder unter staatlicher Kontrolle

Auf Initiative der pro-europäischen Regierung von Péter Magyar verabschiedete das Parlament im Juni ein Maßnahmenpaket zur Korruptionsbekämpfung, um damit den Weg für die Freigabe eingefrorener EU-Gelder in Milliardenhöhe zu ebnen. Unter anderem wurde beschlossen, die von Orbán geschaffenen gemeinnützigen Stiftungen zur Vermögensverwaltung aufzulösen und die Hochschulen ab kommendem Jahr wieder unter staatliche Kontrolle zu stellen.

Die Überführung der Hochschulen in Stiftungen hatte in Ungarn für Kontroversen gesorgt. Die rechtsnationalistische Regierung betonte, die Reformen zielten darauf ab, die Modernisierung der Unis voranzutreiben. Kritiker sprachen hingegen von einem Versuch, den Einfluss der langjährigen Regierungspartei Fidesz im Bildungsbereich zu zementieren.

Mehrere mit Orbán verbündete Politiker saßen in den Vorständen der Stiftungen. Die EU-Kommission setzte die Erasmus-Förderung schließlich aus und verwies dabei auf Interessenskonflikte sowie Bedenken in Bezug auf Rechtsstaatlichkeit und Transparenz. (APA, 4.9.2026)

Forum: 9 Postings

Ihre Meinung zählt.

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.