Alonso: Wird "sehr lang" dauern, bis Aston Martin die WM gewinnen kann
(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso hat seine Entscheidung über eine mögliche Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere bei Aston Martin weiterhin nicht getroffen. Eigentlich hatte der Spanier angekündigt, rund um die Sommerpause Klarheit schaffen zu wollen. Nun stellt sich heraus: Ein konkreter Zeitplan existiert nicht.

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Fernando Alonso will Aston Martin treu bleiben, aber in welcher Funktion? Zoom
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"Ich habe keinen", antwortet Alonso auf die Frage, wann er seine Entscheidung treffen will. Der zweimalige Weltmeister ist gerade erst aus dem Urlaub zurückgekehrt und will sich zunächst mit den Verantwortlichen seines Teams austauschen. In den kommenden Wochen stehen Gespräche mit Teambesitzer Lawrence Stroll und Aston-Martin-Partner Adrian Newey auf dem Programm.
"Lawrence kommt dieses Wochenende, also werde ich ein schönes Mittagessen oder einen Kaffee mit ihm haben", erzählt Alonso. Auch ein Besuch in der Fabrik steht an, unter anderem für Simulatorarbeit in Madrid. Wenn Stroll oder Newey dabei seien, wolle er sich mit ihnen zusammensetzen.
Eine Entscheidung könnte also in den kommenden Wochen fallen - ausgeschlossen ist für Alonso aber auch ein späterer Zeitpunkt nicht. "Vielleicht in den nächsten Wochen", sagt er. "Oder Monaten."
Alonso will mit Stroll und Newey über seine Rolle sprechen
Interessant ist vor allem, dass Alonso seine Zukunft nicht ausschließlich davon abhängig macht, ob er 2027 oder darüber hinaus tatsächlich im Cockpit sitzt. Der Spanier sieht sich längst als langfristigen Bestandteil des Aston-Martin-Projekts - unabhängig von seiner konkreten Funktion.
"Ich habe es schon viele Male gesagt: Die Regeln sind, wie sie sind", erklärt Alonso. Die aktuellen Formel-1-Autos bereiteten ihm nicht unbedingt den größten Fahrspaß. Trotzdem sei die Formel 1 für ihn untrennbar mit seinem Leben verbunden. "Mein Herz ist hier", betont der 45-Jährige. Und noch wichtiger: "Ich werde langfristig in irgendeiner Rolle bei diesem Team sein."
Damit macht Alonso deutlich, dass seine Beziehung zu Aston Martin weit über seine aktive Karriere hinausgehen könnte. Er kann sich offenbar vorstellen, dem Team auch nach seinem Rücktritt vom aktiven Rennsport erhalten zu bleiben. Welche Rolle das konkret sein könnte, hängt laut Alonso von den Bedürfnissen des Rennstalls ab. Genau darüber möchte er mit Stroll und Newey sprechen.
"Es geht nicht darum, ob ich nächstes Jahr fahre oder noch drei Jahre", sagt Alonso. "Wenn ich in einer anderen Position wertvoller sein kann, werde ich das in Betracht ziehen. Und darüber würde ich mich ebenfalls freuen."
"Ich muss etwas fahren": Alonso will weiter Rennen bestreiten
Ganz ohne Rennsport kann sich Alonso seine Zukunft allerdings nicht vorstellen. Der Spanier macht unmissverständlich klar, dass ein kompletter Rückzug für ihn derzeit keine Option ist. "Aber ich muss etwas fahren. Das steht fest", sagt er. "Ich muss Rennen fahren. Ich muss das Adrenalin spüren. Ich bin ein Wettkämpfer."
Alonso hat dabei längst neue Ziele im Kopf. Ein dritter Formel-1-Weltmeistertitel ist für ihn weiterhin der ultimative Traum, gleichzeitig reizt ihn auch der Rennsport abseits der Königsklasse. "Ich habe, wie ich schon viele Male gesagt habe, all diese Herausforderungen im Kopf", erklärt er.
Dazu gehören ein Sieg bei der Rallye Dakar ebenso wie ein weiterer Anlauf auf die 500 Meilen von Indianapolis. Alonso denkt damit bereits über seine Formel-1-Karriere hinaus. Gleichzeitig hat er seinen größten Traum noch nicht aufgegeben: den dritten WM-Titel.
"Auch der Gewinn einer dritten Weltmeisterschaft in der Formel 1 wäre natürlich der ultimative Traum", sagt er. Das Problem: Alonso weiß selbst nicht, ob Aston Martin schnell genug sein wird, um diesen Traum Realität werden zu lassen.
Alonso: "Es wird sehr lange dauern"
Bei aller Zuversicht in das Projekt Aston Martin macht Alonso eine bemerkenswert nüchterne Einschätzung zur sportlichen Perspektive des Teams. Die Frage ist nicht, ob er persönlich noch an einen WM-Titel glaubt. Die Frage ist, wie lange Aston Martin brauchen wird, um überhaupt auf das notwendige Niveau zu kommen.
"Ist das möglich? Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, diese Performance für dieses Team zu erreichen", erklärt Alonso. Seine Antwort fällt ernüchternd aus: "Es wird sehr lange dauern."
Diese Aussage ist vor allem deshalb interessant, weil Aston Martin mit Adrian Newey einen der erfolgreichsten technischen Köpfe der Formel-1-Geschichte verpflichtet hat und sich für die kommenden Jahre große Ziele gesetzt hat. Doch Alonso macht deutlich, dass ein einzelner Starentwickler keine Garantie für schnellen Erfolg ist.
Der Aufbau eines echten WM-Teams benötigt Zeit. Und genau diese Zeit könnte zum entscheidenden Faktor für Alonsos eigene Zukunft werden. "Vielleicht sitze ich dann nicht mehr hinter dem Lenkrad", räumt der Spanier ein. Doch auch in diesem Fall wolle er Teil des Projekts bleiben.
Das Alter ist für Alonso kein Argument
Eine zentrale Frage bei Alonsos Zukunftsentscheidung ist sein Alter. Mit 45 Jahren ist er der mit Abstand älteste Fahrer im aktuellen Formel-1-Feld. Alonso selbst sieht darin allerdings kein grundsätzliches Problem. "Das ist der normale Trend", sagt er über die Sichtweise vieler Sportjournalisten.
Es gebe ein bestimmtes Alter, in dem ein Athlet seinen Höhepunkt erreiche, anschließend lasse die Leistungsfähigkeit nach. Auf die Formel 1 lasse sich dieses Prinzip aber nicht einfach übertragen. "Das ist kein Fußball, keine Leichtathletik, keine NBA", betont Alonso.
Als Beispiel nennt er den Grand Prix von Katar 2023. Die Bedingungen waren damals extrem fordernd. Viele Fahrer waren nach dem Rennen körperlich am Ende. "Alle waren im Parc ferme halb tot und ich war völlig okay", erinnert sich Alonso. Er habe anschließend noch die Interviews im TV-Pen absolviert.
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Alonso sieht den entscheidenden Faktor deshalb nicht in seiner körperlichen Verfassung, sondern in seiner Motivation. "Das Alter ist kein Problem", sagt er. Entscheidend seien vielmehr "die Motivation, der Spaß und das, was noch erreicht werden kann".