Angebots-Vorstellungen im Seniorenbeirat: Zeit schenken, wenn sie am kostbarsten ist
Angebots-Vorstellungen im Seniorenbeirat Zeit schenken, wenn sie am kostbarsten ist
Zweibrücken · Um Angebote für Alltagshilfe, Pflege sowie Unterstützung am Lebensende ging es im Zweibrücker Seniorenbeirat.
25.10.2026 , 20:32 Uhr
Bei der Seniorenbeirats-Sitzung, im Bild von links: Jasmin Krämer-Ottens, Carmen Schulz-Baldauf (beide SAPV Care), Chiara Frank (Alltagsbegleiter), Gertrud Schanne-Raab (Seniorenbeirat), Irene Schmidt (Alltagsbegleiter), Wolfgang Maier (Seniorenbeirat und ehrenamtlicher Hospizbegleiter), Tanja Schwarz (Ambulante Hospiz- und Palliativberatung Zweibrücken) und der städtische Seniorenbeauftragte Michael Seebald.
Foto: Sabine Best
Beim jüngsten Treffen des Seniorenbeirates der Stadt Zweibrücken im Rathaus-Ratssaal standen vier informative Tagesordnungspunkte auf dem Programm, zwei davon hatten Hospiz- und Palliativbegleitung zum Thema.
Nach der Begrüßung der 20 Anwesenden durch Gertrud Schanne-Raab (Seniorenbeirat) und Tim Edinger (Sozialamtsleiter) stellte der Seniorenbeauftragte Michael Seebald die Neuauflage des Zweibrücker Seniorenwegweisers vor. Die übersichtlich gestaltete, in sechs Kapitel unterteilte Broschüre mit einer Auflage von 4000 Stück verstehe sich vor allem als Orientierungshilfe für Senior/innen und deren Angehörige (wir berichteten bereits ausführlich).
Über vom Seniorenbeirat besuchte Vorträge wie „Lässt sich der Alterungsprozess verlangsamen“ und „Dabei sein bewegt“ zum Thema Einsamkeit informierte Schanne-Raab. Sie sagte: „Ältere Menschen zu motivieren, die nicht (mehr) aktiv am Leben teilnehmen wollen, ist eine große Herausforderung.“
Mit dem Tagesordnungspunkt 2 folgte die Vorstellung der Alltagsbegleiter Südwestpfalz: Die beiden Pflegefachkräfte Irene Schmidt (zuständig für Pirmasens und Umgebung) und Chiara Frank (Zuständigkeitsbereich Zweibrücken) berichteten über die Dienste des zertifizierten Dienstleistungsunternehmens zur Unterstützung im Alltag. Sie reichen von der Unterstützung im Alltag (Einkäufe, Begleitung zu Arztbesuchen, Hilfe im Haushalt) über Alltagsbegleitung bei Demenz (Aktivierung von sozialen Kontakten, Anregungen zur Beschäftigung) über gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge, Besuch von Kulturveranstaltungen bis zur Durchführung von Beratungsgesprächen beispielsweise über finanzielle Unterstützung. „Besonders wichtig ist aber auch das Zuhören und sich auf die Menschen und ihre Bedürfnisse individuell einzulassen“, erläuterte Schmidt.
Die Abrechnung der Arbeit von den Alltagsbegleitern kann über den Entlastungsbeitrag und die Verhinderungspflege erfolgen; es gibt aber auch ergänzende Leistungen für Selbstzahler, die über den Satz der Pflegekassen hinaus gehen.
Danach stellte sich im Seniorenbeirat die SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) Care Teams Zweibrücken mit Carmen Schulz-Baldauf und Jasmin Krämer-Ottens vor. Die ambulanten Palliativteams begleiten und unterstützen schwerstkranke Menschen mit einer qualifizierten medizinischen und pflegerischen Versorgung möglichst bis zum Lebensende in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung. Dabei werden auch die pflegenden Angehörigen unterstützt und entlastet. „Ärzte und Pflegekräfte sind im Notfall rund um die Uhr erreichbar, denn bei der SAPV Care arbeiten festangestellte Ärzte und Pflegefachkräfte“, informierten die SAPV-Vertreter. Vermittlung von Hilfsmitteln, Beratung zur Patientenvorsorge und Vorsorgevollmacht, Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und wenn es keine Möglichkeit mehr auf die gesicherte häusliche Versorgung gibt, auch die Begleitung ins Hospiz, nennt das SAPV Care Team Zweibrücken weitere seiner Aufgaben. Da Sterben und Tod immer noch Tabuthemen seien, veranstalte man regelmäßig „Letzte Hilfe“-Kurse, um bei Laien Hemmungen im Umgang mit Sterbenden abzubauen und auch trauernden Menschen ohne Befangenheit zu begegnen. Um die Arbeit der SAPV Care in Anspruch nehmen zu können, bedarf es wie auch bei anderen Organisationen und Einrichtungen dieser Art eine Genehmigung der Krankenkasse.
Letzter Punkt der Tagesordnung war die Vorstellung der Ambulanten Hospiz- und Palliativberatung Zweibrücken. Tanja Schwarz, Leiterin des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes (AHPB) Südwestpfalz, umriss die Aufgaben: „Wir haben alle das gemeinsame Ziel, Menschen am Ende ihres Lebensweges so gut wie möglich zu unterstützen. Das betrifft sowohl die Begleitung zu Hause als auch in Einrichtungen. Hierfür haben wir ein sehr breit angelegtes Netzwerk mit allem, was dazugehört. Wir machen keine Vorschriften, sondern gehen auf Wünsche ein.“
Neben vier Palliativfachkräften gibt es am Standort Zweibrücken in der Poststraße 35 (ein weiterer Standort ist in Rodalben) auch 25 ehrenamtliche Hospizbegleiter. „Diese nehmen zur Ausbildung zunächst an einem zweitägigen Orientierungsseminar teil, um sich mit den Aufgaben wie Krankenpflege und Umgang mit Sterben und Tod vertraut zu machen“, informierte Schwarz. Bei Gefallen folge ein Qualifizierungsseminar, das sich über sechs Monate erstreckt.
Einer der ehrenamtlichen Hospizbegleiter ist Wolfgang Maier ,Mitglied im Seniorenbeirat (für due protestantische Kirchengemeinde): „Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, was die Patienten möchten. Manche suchen Gespräche, andere möchten nur die Nähe einer Person spüren, auch Angehörige schätzen unsere Arbeit sehr, denn sie erfahren dadurch auch eine Entlastung. Mir gibt diese Aufgabe selbst sehr viel, ich habe ganz neue Aspekte über das Thema Sterben, Tod und Trauer kennengelernt.“