Apple vs. OpenAI: Apple verschickt Anwaltsschreiben an rund 40 frühere Mitarbeiter › Macerkopf


  1. Juli 2026 | 17:33 Uhr | 0 Kommentare

Im Streit um mutmaßlich entwendete Geschäftsgeheimnisse erhöht Apple den Druck auf OpenAI. Laut einem Bericht der Financial Times hat das Unternehmen Anwaltsschreiben an rund 40 ehemalige Mitarbeiter verschickt, die heute bei OpenAI arbeiten. Die Empfänger werden darin aufgefordert, alle möglicherweise relevanten Dokumente und Nachrichten aufzubewahren.

Die Klage könnte noch größer werden

Hintergrund ist die Klage, die Apple in der vergangenen Woche gegen OpenAI eingereicht hat. Darin wirft der iPhone-Hersteller dem KI-Unternehmen vor, über ehemalige Mitarbeiter vertrauliche Informationen aus der Hardware-Entwicklung und Produktplanung beschafft zu haben. Mit dem Schreiben bereitet sich Apple auf weitere Untersuchungen vor, da das Unternehmen davon ausgeht, dass die mutmaßliche Weitergabe interner Informationen über die in der Klageschrift genannten Personen hinausgeht.

Namentlich richtet sich die Klage unter anderem gegen Tang Tan und Chang Liu, denen Apple Verstöße gegen ihre Arbeitsverträge vorwirft. Tan war 24 Jahre bei Apple, leitete dort das Produktdesign und arbeitet heute als Hardware-Chef von OpenAI. Liu war bei Apple als leitender Elektroingenieur tätig und gehört inzwischen zum Hardware-Team des ChatGPT-Entwicklers.

In der Klageschrift verweist Apple darauf, dass mehr als 400 frühere Apple-Mitarbeiter inzwischen bei OpenAI beschäftigt sind. Aus Sicht des Unternehmens gehen die mutmaßlichen Verstöße deshalb über einzelne Handlungen weniger Mitarbeiter hinaus. Die bislang gefundenen Belege stellen laut Klageschrift nur die Spitze des Eisbergs dar.

Apple fordert eine einstweilige Verfügung, die OpenAI die Verwendung von Apple-Informationen bei der Entwicklung seines geplanten KI-Geräts untersagt. Außerdem verlangt das Unternehmen Schadensersatz von OpenAI sowie von Tan und Liu persönlich. OpenAI weist derweil die Vorwürfe zurück. Laut einer Stellungnahme gegenüber Bloomberg sieht das Unternehmen keine Belege dafür, dass die Klage begründet sei.