100 Waisenkinder flohen aus Mariupol – wie geht es ihnen heute?
Aus der Ukraine in die Schweiz 100 Waisenkinder flohen aus Mariupol – wie geht es ihnen heute?
Vor vier Jahren kam eine Gruppe Waisenkinder aus Mariupol in der Schweiz an. Wie geht es ihnen heute?
06.09.2026, 11:46
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Nach vier Jahren im Exil kehrt Tara zurück. Er war erst acht Jahre alt, als Russland seine Heimatstadt belagerte. Drei Tage vor der Umzingelung wurde er mit seiner vierjährigen Schwester Vera sowie hundert weiteren Kindern evakuiert – über Saporischschja, dann Polen bis schliesslich in die Schweiz.
Bei der Belagerung starben über 20'000 zivile Personen, ehe die Stadt eingenommen wurde. Auch heute ist sie noch von Russland besetzt.
Trotzdem wollen Tara und Vera bald in die Ukraine zurückkehren. Sie befinden sich zurzeit in einer Übergangsunterkunft in Deutschland und werden voraussichtlich Ende des Jahres in die Westukraine weiterreisen.
Mehr als 40 der Waisenkinder bleiben jedoch in der Schweiz. Sie haben Westschweizer Schulen besucht, Französisch gelernt und Freundschaften geschlossen. Um an ihren Wurzeln festzuhalten, sprechen sie auch ihre Muttersprache und feiern ukrainische Feiertage.
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Bild 1 von 6. Natalia Lashchevskaya, Leiterin des Kinderheims «Wings of Hope», umgeben von Kindern.
Bildquelle: Ukraine on the Wings of Hope.
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Bild 2 von 6. Die Leiterin des Kinderheims mit einigen der ihr anvertrauten Teenager.
Bildquelle: Ukraine on the Wings of Hope.
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Bild 3 von 6. Die Kinder, die 2022 geflohen sind, haben sich in der Schweiz eingelebt, den Kontakt zur Ukraine aber aufrechterhalten.
Bildquelle: Ukraine on the Wings of Hope.
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Bild 4 von 6. Mädchen aus dem Kinderheim bei einer festlichen Aufführung in den Farben der ukrainischen Nationalflagge.
Bildquelle: Ukraine on the Wings of Hope.
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Bild 5 von 6. Jungen und Mädchen aus dem Kinderheim in Mariupol wurden in die Schweiz evakuiert.
Bildquelle: Ukraine on the Wings of Hope.
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Bild 6 von 6. Kinder aus dem Kinderheim in Mariupol auf einer Velotour in der Schweiz.
Bildquelle: Ukraine on the Wings of Hope.
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«Die meisten von ihnen leben jetzt zwischen zwei Welten», erklärt Natalia Lashchevskaya, Leiterin des ukrainischen Kinderheims, gegenüber dem Informationsportal für die Schweizer Community im Ausland, Swissinfo. «Sie sind der Schweiz dankbar für die Sicherheit, Unterstützung und Möglichkeiten, die sie ihnen gegeben hat, aber im Herzen bleiben sie Ukrainerinnen und Ukrainer.»
Nicht alle hatten Glück
Ein Mädchen, welches unter Lashchevskayas Obhut gestanden hatte, verlor Mutter und Grossmutter bei der Bombardierung von Mariupol. Ihre jüngere Schwester, sie war damals erst drei Jahre alt, wurde nach Russland gebracht und dort bei einer Familie untergebracht. Ob man sich jemals wieder sieht, ist ungewiss.
Nach zwei Jahren als Beobachterin ist die Schweiz mittlerweile einer internationalen Koalition beigetreten, die sich für die Rückkehr ebenjener ukrainischen Kinder einsetzt, welche gewaltsam nach Russland gebracht wurden.
Von den Kindern, die damals in vier Bussen im Wallis ankamen, gehen viele inzwischen ihre eigenen Wege. Einige haben neue Familien, andere schliessen ihre Ausbildung ab oder beginnen ein unabhängiges Erwachsenenleben, entscheiden, wie sie leben wollen. Aber eine Rückkehr in die Ukraine wird durch die anhaltenden Kriegshandlungen oftmals erschwert, auch weil Russland oft mit Raketen und Drohnen Wohnhäuser, Kraftwerke oder die Wasserversorgung angreift.
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Rendez-vous, 3.9.2026, 12:30 Uhr;liea