Ausgezeichnete Erinnerungskultur: Preis für Tölzer Gymnasiasten
Stand: 18.07.2026, 12:01 Uhr
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Auszeichnung fürs Tölzer Gymnasium: Schülerinnen und Schüler gewannen den zweiten Preis im landesweiten Wettbewerb „Spurensuche 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs“.
Bad Tölz – „Wir leben gerade wieder in Zeiten, in denen die Gräuel der Nazi-Jahre relativiert werden. Umso wichtiger ist es, die Erinnerungen daran lebendig zu halten“, sagte Florian Völler und überreichte namens des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Auszeichnung an das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium. Der zweite Preis des landesweiten Wettbewerbs „Spurensuche 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs“ ist mit 500 Euro dotiert. Die Schüler eines P-Seminars Geschichte/Deutsch hatten zum 80. Jahrestag des Todesmarschs 2025 eine Gedenkveranstaltung mit organisiert, Interviews mit Zeitzeugen wie Todesmarsch-Teilnehmer Abba Naor geführt und einen Film über wichtige NS-Orte in Tölz produziert. Denn: Die Stadt „strotzt vor NS-Geschichte“, sagte Völler bei der Preisübergabe und dankte Schülern und den beiden Lehrkräften Anita Bittner und Julia Rau in Gegenwart des stellvertretenden Schulleiters Stephan Schwertl für ihr Engagement.
Nächstes Schulprojekt ist die Konzeption eines digitalen Ge(h)denkweges
Die Erinnerungsarbeit geht weiter. Mit den Erfahrungen aus den bisherigen Projekten hat sich das Gymnasium bei einem Wettbewerb der renommierten „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ (DSD) beworben. Nächstes Schulprojekt ist die Konzeption eines digitalen Ge(h)denkweges durch Tölz.
An fünf Stationen wird man per QR-Code Podcasts, Interviews und Filme anschauen können. Hauptobjekt ist dabei die ehemalige SS-Junkerschule, in der heute das Landratsamt untergebracht ist. Man arbeitet dabei mit der „BayernHistory App“ und dem dahinterstehenden Verein „dieKunstBaustelle“ aus Landsberg zusammen, der sich die Digitalisierung solcher Erinnungsorte auf die Fahnen geschrieben hat. Das Projekt wird vom Tölzer Stadtarchiv und von Ortshistorikern begleitet.

Das Konzept, das in einem Wahlkurs mit 10 bis 15 Schülern (9. bis 13 Jahrgangsstufe) bis zum Sommer 2027 verwirklicht werden soll, hat die Verantwortlichen bei der größten privaten Initiative für Denkmalpflege, der DSD, überzeugt. Wie Anita Bittner berichtete, erhält die Schule 1900 Euro, die in die technische Umsetzung des Projekts gesteckt werden.