Leben im All: ETH-Zürich arbeitet neu mit dem Seti-Institut zusammen


Ausserirdisches Leben Sind wir allein? Die ETH-Zürich sucht nach Leben im All

Die ETH Zürich arbeitet neu mit dem kalifornischen Seti-Institut zusammen. Gemeinsam gehen sie auf die Suche nach Leben ausserhalb der Erde.

01.09.2026, 21:53

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Bilder von UFOs und Teleskopen, die nach Funkbotschaften von Ausserirdischen Ausschau halten: Was an Science-Fiction erinnert, klebte lange als Image am Seti‑Institut. Und ausgerechnet mit diesem Institut will die ETH Zürich als Spitzenhochschule zusammenarbeiten?

«Seti» steht für die Suche nach extraterrestrischer Intelligenz- und es ist längst nicht mehr ein belächeltes Institut auf der Suche nach Aliens. Die ETH Zürich geht nun eine Forschungspartnerschaft mit dem privaten Forschungsinstitut aus den USA ein. Konkret schafft die ETH eine Assistenzprofessur am Zentrum zur Erforschung von Leben im All, unter der Leitung von Didier Queloz.

Die Suche nach ausserirdischen Zivilisationen ist am Seti-Institut nicht mehr das Wichtigste, sondern macht nur noch etwa fünf Prozent der Arbeit aus

Der Genfer Astrophysiker und Nobelpreisträger kennt das Image des Seti-Instituts, widerspricht diesem jedoch mit Nachdruck: «Die Suche nach ausserirdischen Zivilisationen ist am Seti-Institut nicht mehr das Wichtigste, sondern macht nur noch etwa fünf Prozent der Arbeit aus.» Weiter meint Didier Queloz, dass das Seti-institut grosses Know-how habe in den Bereichen der Astrobiologie und der Erforschung des Sonnensystems.

Es gehe laut Queloz letztlich darum, Zusammenarbeit auch international zu stärken, man könne profitieren von der Expertise des Seti-Instituts. Vor allem bei der Erforschung von «Extremophilen» – Kleinstlebewesen, die sich extremen Umweltbedingungen anpassen können.

Extremophile

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Viele Extremophile sind einfache, einzellige Lebewesen - sogenannte «Archaeen», oder auch «Archaebakterien». Es gibt aber auch extremophile Bakterien und Pilze, und sogar vielzellige Extermophile.

Ein sehr bekanntes extremophiles Bakterium ist das thermophile, also hitzebeständige, Bakterium «Thermus aquaticus».

Bekanntheit erlangte dieses, weil in im ein thermostabile Enzym (DNA-Polymerase) gefunden wurde. Mit diesem Enzym kann man auch in Labors DNA, also die Erbsubstanz, vervielfältigen. Dies führte zu grossen Fortschritten in der Genforschung und Gentechnik.

Diese Kleinstlebewesen, die es schon seit über 3 Milliarden Jahren gebe, gelte es, im All zu suchen und zu finden. Die Suche beschränkt sich dabei nicht nur auf unser eigenes Sonnensystem, sondern beinhaltet auch sogenannte Exoplaneten.

Es kann morgen passieren, aber auch erst in hundert Jahren. Ich bin überzeugt, es gibt überall Leben im All, man muss es nur finden.

Genau so einen hat Didier Queloz zusammen mit Michel Mayor im Jahr 1995 gefunden. Es war damals der erste Exoplanet. Heute sind über 7000 solcher Exoplaneten bekannt, auf keinem jedoch liess sich bislang Leben nachweisen. Queloz bleibt aber positiv und meint: «Es kann morgen passieren, aber auch erst in hundert Jahren. Ich bin überzeugt, es gibt überall im All Leben, man muss es nur finden.»

Leichter gesagt als getan, denn schlussendlich sei das auch eine Frage des Geldes. Je mehr Teleskope und Fachkräfte man sich leisten könne, desto schneller ginge es, das Leben im All zu finden. Auch dahingehend sei die Zusammenarbeit mit dem Seti-Institut erfreulich. Denn in den USA sei das Weltraum-Budget bekanntlich um einiges grösser als dies hierzulande der Fall sei.

Grosse Radioteleskope unter einem Sternenhimmel auf freiem Feld.
Legende:

Das Allen Telescope Array (ATA) am Hat Creek Radio Observatory in Kalifornien besteht aus 42 Radioteleskop-Antennen. Die Anlage wird bis heute für die Suche nach Signalen ausserirdischer Zivilisationen sowie für radioastronomische Forschung eingesetzt.

Keystone/Science Photo Library/Dr Seth Shostak

Ab 2027 wird somit an der ETH Zürich eine Professur installiert, unter dem Namen «Earth and Planetary Evolution». Diese wird dabei von dem kalifornischen Seti-Institut finanziert – mit insgesamt 8,5 Millionen US-Dollar – und das für 10 Jahre.

Echo der Zeit, 01.9.2026, 18:00 Uhr