Auto: Verbrenner verursachen weltweit Umwelt- und Gesundheitskosten in Billionenhöhe


Mit einem Verbrenner zu fahren, ist richtig teuer – auch für jene, die kein Auto besitzen. Vor allem Diesel- und Benzinautos verursachen weltweit Kosten von rund 9,3 Billionen US-Dollar (rund acht Billionen Euro) im Jahr – zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie  zu privatem Autoverkehr. Das entspricht etwa 8,3 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Nur rund zwei Billionen Dollar davon bezahlen allerdings die Autofahrer selbst für das Fahrzeug, Reparaturen, Sprit und Weiteres. Rund sieben Billionen Dollar, also fast drei Viertel, sind sogenannte soziale Kosten, die die Gesellschaft trägt – etwa durch Unfälle, Luftverschmutzung, Lärm, Klimaschäden, Flächenverbrauch und Straßeninfrastruktur.

Die Autoren der Studie, darunter der deutsche Klimaforscher und Autor des Weltklimarates Felix Creutzig  sowie der schwedische Klimawissenschaftler Stefan Gössling, haben dafür Daten aus dem Jahr 2025 ausgewertet und sind somit von einem weltweit von privaten Verbrennerautos geprägten Verkehrssystem ausgegangen. Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass viele Daten vorwiegend aus Europa und Nordamerika stammen und global hochgerechnet wurden.

Nach ihrer Schätzung werden 77 Prozent der Gesamtkosten nicht von den Autofahrern, sondern von der Gesellschaft getragen. Den größten Anteil an den gesellschaftlichen Kosten haben Unfälle. Sie machen mehr als die Hälfte aus. Die Unfallkosten errechneten die Forschenden, indem sie Todesfälle und Verletzungen weltweit zählten und ihnen geschätzte Geldwerte für verlorene Lebenszeit, Gesundheit und Lebensqualität zuwiesen. Auch die Kosten von Klimaschäden durch CO₂-Ausstoß und Luftverschmutzung beziffert die Studie. Staus werden hingegen nicht berücksichtigt, obwohl sie laut Studie in manchen Städten einen erheblichen Anteil der externen Verkehrskosten ausmachen.

Es handelt sich laut den Autoren bei der Studie nicht um eine Kosten-Nutzen-Analyse. Vielmehr würden die Kosten zweier Mobilitätsszenarien verglichen.

Die Gesellschaft könnte über zwei Billionen US-Dollar sparen

Als alternatives Szenario berechneten die Studienautoren ein System, in dem autonome Elektroautos private Diesel- und Benzinfahrzeuge weitgehend ersetzen. Die Menschen würden dann die Autos bei Bedarf per App bestellen und pro Fahrt oder über ein Abo bezahlen, statt selbst ein Auto zu besitzen. Die Zahl der gefahrenen Kilometer könnte so um ein Viertel sinken, so die Studie. Die sozialen Kosten fielen laut Modell auf nur noch rund 2,4 Billionen Dollar, auch die privaten Kosten würden sinken. Weniger Unfälle, Emissionen und Parkflächen würden bedeuten, dass Geld gespart wird. Die Unfallkosten könnten auf rund 640 Milliarden Dollar sinken.