Baustopp wegen Wasser: Suedlink soll trotzdem 2028 ans Netz
Stand: 03.10.2026, 08:00 Uhr
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Beim Salzbergwerk Friedrichshall stoppen geologische Funde die Bauarbeiten an einem 16-Kilometer-Abschnitt. Ob ein neuer Planfeststellungsbeschluss nötig wird, ist noch offen.
Werra-Meißner – An allen Baustellen der Megastromtrasse Suedlink in ganz Deutschland soll weiter mit Hochdruck gebaut werden. „SuedLink wird wie geplant realisiert, an der Inbetriebnahme Ende 2028 wird weiterhin festgehalten, der Termin wird nicht infrage gestellt“, teilte der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW jetzt mit. TransnetBW hatte jetzt den Bau der Gleichstromtrasse beim Salzbergwerk Friedrichshall in der Nähe von Heilbronn in Baden-Württemberg aufgrund „neuer geologischer Erkenntnisse“ gestoppt.
Die jetzt aufgetretenen Probleme betreffen einen Trassenabschnitt von 16 Kilometern, der in 200 Metern Tiefe durch die Gruben der Südwestdeutschen Salzwerke AG führen sollte. Im Zuge der Planungen war das Areal um das Bergwerk in den Jahren 2019 und 2020 mit horizontalen Bohrungen erkundet worden. Damals habe es keine Hinweise auf kritische Wasserzuflüsse gegeben, erklärt TransnetBW. Jetzt allerdings hätten die Bauarbeiten „Hinweise auf eine mögliche wasserführende Störungszone“ ergeben. Das mache „eine erneute Bewertung der Gesamtsituation erforderlich“, heißt es vonseiten des Netzbetreibers.
Offen ist bisher, ob für die Umplanungen ein neuer Planfeststellungsbeschluss nötig wird. Das sei „Gegenstand bereits laufender Abstimmungen“, teilte TransnetBW mit. „Solche Anpassungen sind bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich. Mögliche zusätzliche Aufwendungen werden aus heutiger Sicht als begrenzt eingeschätzt und sind durch die im Projekt vorgesehene Risikovorsorge abgedeckt.“
Die Megastromtrasse Suedlink verläuft auf einer Länge von 700 Kilometern von Schleswig-Holstein im Norden nach Baden-Württemberg und Bayern. Auf eine Länge von 66 Kilometern quert die Trasse den Werra-Meißner-Kreis, in dem bereits 60 Prozent der Tiefbauarbeiten abgeschlossen sind. Über die Gleichstromtrasse sollen die strukturstarken Regionen im Süden Deutschlands mit aus Windkraft erzeugtem Strom aus dem Norden versorgt werden. Über die beiden Gleichstromleitungen können zusammen bis zu vier Gigawatt übertragen werden.
Suedlink ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Bundesrepublik, die Gesamtkosten liegen bei rund zehn Milliarden Euro. Gerade für die industriestarken Länder Baden-Württemberg und Bayern gilt der Ausbau der Nord-Süd-Verbindungen als wichtiger Baustein der Energiewende. (Stefanie Salzmann)