Angriff in Neustadt am Rübenberge: Drei Festnahmen nach Autoattacke


Im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge ist am Montag um 23.30 Uhr ein Fahrzeug gezielt in eine Menschengruppe gelenkt worden. Wie die Polizeidirektion Hannover am Dienstag mitteilte, spielte sich die Tat im Clanmilieu ab. Täter und Opfer gehören nach Behördenangaben Großfamilien an, von denen Mitglieder bereits „im Zusammenhang mit Clankriminalität polizeilich in Erscheinung“ getreten seien.

Beim Tatfahrzeug handelt es sich um einen metallicblauen 3er BMW. Bei der Tat wurden fünf Menschen leicht bis schwer verletzt, allerdings nicht lebensgefährlich. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Polizeiangaben nicht. In den sozialen Medien kursieren Videos, die das Geschehen am Tatort zeigen. Darauf sind etliche Männer zu sehen, die sich nahe der Brücke auf der Mecklenhorster Straße lautstark streiten. Dabei spielen auch mehrere Fahrzeuge mit laufendem Motor eine Rolle, darunter auch der blaue BMW, der mehrfach vor- und zurückrangiert und am Ende mit Wucht in mehrere Menschen fährt.

Bereits zu diesem Zeitpunkt sind Polizeibeamte anwesend, fordern zum Aussteigen aus dem Wagen auf und feuern nach der Beschleunigung des BMWs, der in die Menschenmenge steuerte, Schüsse ab. Die Beamten seien zufällig für eine allgemeine Verkehrskontrolle in der Nähe gewesen, teilt die Polizei dazu mit.

Standen die Personen im Zusammenhang mit der Tat?

Der Fahrer flüchtete aus der anhaltend tumultartigen Szenerie. Sein BMW blieb mit mindestens einem platten Reifen zurück, womöglich aufgrund der Schüsse. Am Tatort stand zudem ein Mercedes-Coupé mit zerschossener Heckscheibe. Am Dienstag nahm die Polizei drei Personen an der Anschrift des Halters des BMWs vorläufig fest. In den gegenwärtigen Ermittlungen geht es auch um die Frage, inwieweit diese Personen im Zusammenhang mit der Tat stehen. Die Ermittlungen werden vom Kriminaldauerdienst Hannover geführt, der Verdacht lautet auf ein versuchtes Tötungsdelikt.

Neustadt am Rübenberge liegt knapp 30 Kilometer nordwestlich von Hannover. In den kleineren Städten rund um die niedersächsische Landeshauptstadt gab es in den vergangenen Jahren mehrfach Probleme mit kriminellen Großfamilien.