Beschlossener Kita-Neubau in Fuldabrück sorgt für Diskussion im Parlament


Stand: 19.09.2026, 12:02 Uhr

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Kita Denn-/Dittershausen

Die Kita in Denn-/Dittershausen an der Parkstraße soll auf einem Grundstück neben der Feuerwehr neu gebaut werden. © Theresa Novak

SPD und Grüne verlangen bis November einen Sachstandsbericht zu Kosten, Zeitplan und Bedarfsplanung. Der Antrag kam in der Gemeindevertretersitzung nicht bei allen gut an.

Fuldabrück – Als sich die HNA im Juli mit Fuldabrücks Bürgermeister Andreas Damm zum Sommerinterview traf, wählte der Rathauschef für das passende Fotomotiv zum Text den Kindergarten in Denn-/Dittershausen aus. Denn: Der geplante Neubau der Kita an einem anderen Standort ist für die Gemeinde eines der wichtigsten Bauprojekte in naher Zukunft – und längst beschlossen.

Das aktuelle Gebäude sei jahrzehntealt, sanierungsbedürftig, und entspreche nicht den heutigen Anforderungen an die pädagogische Arbeit in einer Kita. Die Situation sei sowohl für Kinder als auch für das Personal belastend. Darüber sind sich alle einig.

Trotzdem sorgte das Thema in der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend für Diskussionen. SPD und Grüne hatten einen gemeinsamen Antrag gestellt, „der mir in Bezug auf den Umfang so noch nicht begegnet ist“, sagte Damm in der Sitzung.

Laut Antrag wollen die beiden Fraktionen „bis zur Sitzung im November einen aktuellen und vollständigen schriftlichen Sachstandsbericht zum Neubau der Kita in Denn-/Dittershausen“ vom Gemeindevorstand vorgelegt bekommen. Der Bericht soll im Wesentlichen folgende Punkte umfassen:

Den Planungs-, Ausschreibungs- und Vergabestand, den Zeitplan, den aktuellen Kostenstand, Kostenrisiken durch zum Beispiel Baupreissteigerungen, die Auslastung der Kitas, Bedarfsplanung und Anzahl der Gruppen, außerdem eine Gesamtbewertung.

Die Gemeindevertretung hatte sich im Jahr 2021 für einen Neubau einer zunächst fünfgruppigen Kita für 6,5 Millionen Euro ausgesprochen. In den folgenden Jahren wurde das Projekt mehrfach weiterentwickelt, der Standort an die Schulstraße verlagert und die Planung von fünf auf sechs Gruppen erweitert. Im Jahr 2025 wurde die Planung wieder auf fünf Gruppen reduziert, mit Erweiterungsoption auf sechs.

„Das Gesamtprojekt erstreckt sich inzwischen über rund sechs Jahre und damit über mehrere Wahlperioden“, heißt es im Antrag. Das Ziel sei, die aktuellen Mandatsträger auf einen umfassenden und aktuellen Informationsstand zu bringen.

Der Antrag kam bei Bürgermeister Damm gar nicht gut an: „Anträge aus der Gemeindevertretung müssen dem Gemeindevorstand und der Verwaltung nicht gefallen und sie sind ein hohes demokratisches Werkzeug“, sagte er. „Ich bin jedoch erstaunt über den Umfang und frage mich, wie ich das meinem Personal erklären soll. Wir haben einen Sachbearbeiter im Bereich Hochbau. Dieser Antrag schluckt viele Kapazitäten, hemmt die Arbeit dieses Sachbearbeiters und legt so manches auf Eis.“

Die Verwaltungsmitarbeiter fühlten sich, als würden sie ständig von außen kontrolliert werden müssen, die Motivation sinke. Dies betreffe das Personal im Bauamt genauso wie das Personal der Kita, das seit Jahren versuche, den Betrieb trotz aller Widrigkeiten aufrechtzuerhalten, so Damm.

„Ich wünsche mir für unsere Kinder, für die Eltern und auch unser Personal ein Vorantreiben der Baumaßnahme und kein Infragestellen der bisherigen Arbeit.“ Die aktuelle Situation in der Kita sei eine Zumutung für Kinder, Eltern und das Personal.

Damm sprach in seinem Redebeitrag auch das Thema Standort der Kita an. „Eine Neudiskussion über den Standort werde ich nicht verteidigen. Ein Bau am alten Standort würde eine komplette neue Zeitschiene und auch einen neuen Kostenrahmen bedeuten.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Robert Minkel erwiderte, dass es sich bei dem Antrag weder um Kritik noch um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Verwaltung handele. Es wäre bei der Rede des Bürgermeisters ein „falscher Unterton hereingebracht worden, der impliziert, wir würden das Projekt ausbremsen wollen“. Das sei nicht so. „Wir wollen aktuelle Informationen haben, damit wir den Bürgern Rede und Antwort stehen können.“ Auch um eine Standortdiskussion gehe es im Antrag nicht. „Ich sehe nicht, dass die Verwaltung durch unseren Antrag über Gebühr strapaziert wird.“

Dennis Jeske (Grüne) fragte: „Nur weil in der Verwaltung viel gearbeitet wird, sollen wir berechtigte Interessen zurückstellen?“ Es brauche verlässliche Zahlen, „deshalb haben wir diesen Antrag gestellt“.

CDU‑Fraktionsvorsitzender Thies Kessler sagte: „Wir stehen hinter der Verwaltung und lehnen den Antrag deshalb ab.“ Auch Ramazan Uzal von der FDP lehnte den Antrag ab. SPD und Grüne stimmten dafür und erreichten zusammen die Mehrheit. Der Auftrag an die Gemeindeverwaltung ist jetzt, alle Fragen bis zur Novembersitzung zu beantworten.