BG Göttingen schlägt Nürnberg mit 21 Punkten Vorsprung: Mini-Team mit Maxi-Erfolg


Stand: 18.10.2026, 21:36 Uhr

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BG Göttingen - Nürnberg Falcons2. Liga Pro ASpieler BG - Robin Lodders,Omar Pajic und Daniel KirchnerSpieler Nürnberg -

Arme hoch und klatschen: Die BG-Spieler Gaston Nguyen (13), Topscorer Robin Lodders, Omar Pajic (29) und Daniel Kirchner (lila T-Shirt) feiern den Sieg gegen Nürnberg. © Alciro Theodoro da Silva

Die BG Göttingen gewinnt gegen die Nürnberg Falcons mit 95:74, obwohl Watson und Kneizys ausfielen. Sechs von sieben Spielern trafen zweistellig.

Göttingen – Das war endlich mal wieder so ganz nach dem Geschmack der dieses Mal 1913 Fans: Gleich mit 21 Punkten Differenz warf die BG Göttingen die Nürnberg Falcons beim 95:74 (43:35) aus der S-Arena. Ein angesichts der schwierigen Umstände vor dem Spiel kaum für möglich gehaltener Erfolg. Denn die ohnehin schon eher kleine Rotation der Veilchen war durch zwei Ausfälle noch kleiner geworden. Dennoch wurde es ein Maxi-Erfolg mit einem Mini-Team.

Zweitbester BG-Werfer: Omar Pajic (rechts) erzielt 16 Punkte, tanzt hier Nürnbergs Jarne Jürgens aus.

Zweitbester BG-Werfer: Omar Pajic (rechts) erzielt 16 Punkte, tanzt hier Nürnbergs Jarne Jürgens aus. © Alciro Theodoro da Silva/gsd

Vorm Tip-off drang durch, dass Zac Watson schon wieder raus ist – Muskelfaserriss im Oberschenkel. Deswegen war er schon in der Vorbereitung und zu Saisonbeginn ausgefallen. Jetzt werden erneut vier Wochen Pause veranschlagt. Ausfall Nummer zwei war noch gravierender: Radvilas Kneizys musste wegen eines Infekts passen. Beim Sieg in Bochum gehörte der Litauer mit zu den treibenden Kräften.

So standen Coach Martins Gulbis im Prinzip nur sieben Spieler (plus Gaston Nguyen, nur 6:57 Minuten Einsatzzeit) zur Verfügung. Doch der Lette bewies geschicktes Wechsel-Management, wobei Kapitän Mathis Mönninghoff und Zach Jackson jeweils mehr als 35 Minuten auf dem Parkett standen. Die Situation erinnerte an den starken 83:61-Sieg der BG in der vergangenen Saison unter der Regie von Ex-Trainer Fabian Strauß in Gießen, wo die Veilchen ebenfalls mit nur sieben Akteuren auskommen mussten.

Gulbis (erstmals offiziell mit dem dritten Co-Trainer Harper Kamp an seiner Seite) wechselte clever und geschickt durch, was aber ja auch seine einzige Möglichkeit war, die personelle Notlage zu meistern. Dass am Ende aber inklusive Emil Bode nur noch sechs BGer einsatzbereit waren, spielte angesichts des hohen Vorsprungs keine Rolle mehr. Schon 5:50 Minuten vor Schluss hatte Spielmacher Daniel Kirchner nach fünf Fouls Feierabend. 3:52 Minuten vor Ende schied Tai Bibbs aus, 22 Sekunden vor Ende auch noch Nils Schmitz. Aber egal!

„Bei uns sind zwei sehr wichtige Spieler ausgefallen“, beschrieb Trainer Gulbis die Situation. „Zudem kämpfen wir mit kleineren Krankheiten, weshalb die anderen Spieler sich aufopfern mussten. Aber genau das macht ein echtes Team aus. Sechs Spieler haben zweistellig gepunktet, wir haben den Ball gut bewegt und in den letzten drei Vierteln endlich unsere Identität in der Verteidigung gefunden. Wir fangen an, Basketball zu genießen, und das ist das Wichtigste.“

Bemerkenswert: Aus der Siebener-Rotation trafen sechs Spieler zweistellig. Zum „Man of the Match“ avancierte diesmal Robin Lodders mit 19 Punkten und acht Rebounds. Er traf sieben von acht Würfen und sieben von acht Freiwürfen. „Meine Göttingen-Bestmarke“, genoss der Hannoveraner den Erfolg ebenso als Anführer der „Sieges-Humba“.

Doch auch Omar Pajic, der zweite Big Man neben Lodders, wird immer mehr zum Erfolgsfaktor. Der lange Bosnier kann auch Dreier werfen, wurde dabei nur von Mönninghoff und Bibbs (je drei) übertroffen.

Der Spielfilm: Nach missratenem ersten Viertel (15:21), das zur Sorge Anlass gab, rafften sich die Veilchen auf. Ein „and one“ (zwei Punkte plus Freiwurf nach Foul) von Zach Jackson zum 31:30 (17.) leitete die Wende ein. Zwei weitere „and one‘s“ von Mönninghoff und Kirchner begünstigten das 43:35 zur Pause. Nach dem dritten Viertel war die BG 66:56 vorn, baute die Führung gegen nachlassende Nürnberger trotz Foul-Trouble im letzten Viertel aus. „Völlig losgelöst“ spielte der Hallen-DJ passend dazu ein. Falcons-Coach Tim Black dagegen deprimiert: „Es war fast wie in zwei verschiedenen Welten. Wir sind großartig ins Spiel gestartet und haben im ersten Viertel genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Doch danach kam unsere schlechte Seite zum Vorschein. Das war sehr enttäuschend.“ (Helmut Anschütz/gsd)