Videotheken-Simulator: So wandeln Sie durch den Katalog Ihrer Streamingdienste


Bei Netflix oder Prime Video kann man mehr Zeit in den Auswahlmenüs verbringen als mit den Videos selbst. Das Onlineangebot BingeBrowse macht die Wahl des nächsten Streams zu einem Trip in die Vergangenheit.

11.10.2026, 17.04 Uhr

Website BingeBrowse: Streamingkataloge mal anders durchsuchen Website BingeBrowse: Streamingkataloge mal anders durchsuchen

Website BingeBrowse: Streamingkataloge mal anders durchsuchen

Foto: BingeBrowse

Die Benutzeroberflächen von Streamingdiensten wie Netflix, Prime Video oder Disney+ können ganz schön nerven. Etwa, wenn man sich immer durch dieselben Titel scrollen muss und manche interessanten Wahlmöglichkeiten gefühlt niemals vorgeschlagen werden. So kommt es, dass manche Nutzerinnen und Nutzer ziel- und wahllos durch Auswahlmenüs scrollen – immer in der Hoffnung, dass die nächste Kachel ein unerwartetes Highlight bereithält. Schlimmstenfalls verbringt man so mehr Zeit im Menü als mit den Videos selbst.

Nicht das Ende der Qual der Wahl, aber mindestens optische Abwechslung verspricht da ein Projekt, hinter dem britische Zwillingsbrüder stecken. Ihre Website BingeBrowse  verfrachtet die Kataloge der großen Streamingdienste in eine Oldschool-Videothek, mit »Neuheiten«-Regalen und ganzen Wänden voller Inhalte zu Genres wie »Sci-Fi«, »Romantik« und »Dokumentarfilm«.

BingeBrowse: Über 1000 Inhalte auf einen Schlag, anbieterübergreifend

BingeBrowse: Über 1000 Inhalte auf einen Schlag, anbieterübergreifend

Foto: BingeBrowse

Oliver und Patrick Evans sind laut eigener Auskunft 28 Jahre alt und arbeiten in London als Softwareentwickler in der Finanzbranche. Das soll auch so bleiben, BingeBrowse ist für sie Freizeitprojekt. Aber ein erfolgreiches: Wie sie dem SPIEGEL auf Anfrage mitteilen, hatte ihre virtuelle Videothek seit Ende Juli bereits eine Million Besucher.

Wie ein altes Videospiel

Optisch erinnert BingeBrowse an First-Person-Games der Nullerjahre. Per Klick oder Tippen wandert man durch die unterschiedlichen Abteilungen und kann sich umschauen. Alle Film- oder Serien-Cover lassen sich anwählen und so gewissermaßen aus dem Regal nehmen. Daraufhin öffnet sich jeweils eine Infoseite, die neben einer Kurzbeschreibung praktischerweise gleich einen Link zu einem Trailer auf YouTube bereithält.

Auswahl eines konkreten Films: Der Trailer ist nur einen Klick entfernt

Auswahl eines konkreten Films: Der Trailer ist nur einen Klick entfernt

Foto: BingeBrowse

Ein bunter Mix aus mehreren Katalogen

Interessant an BingeBrowse ist, dass es eine anbieterübergreifende Auswahl bietet: Netflix, Prime Video, Disney, HBO Max, Paramount+, Apple TV und Crunchyroll lassen sich als Inhaltelieferanten an- oder abwählen. RTL+ und Wow stehen leider nicht zur Auswahl. Immerhin: In der Voreinstellung enthält die Videothek nur Titel, die im eigenen Land abrufbar sind. Dabei etwas gewöhnungsbedürftig: Die Cover in den Regalen sind und bleiben englischsprachig.

Anbieterauswahl bei Website-Aufruf: Was soll berücksichtigt werden?

Anbieterauswahl bei Website-Aufruf: Was soll berücksichtigt werden?

Foto: BingeBrowse

Wer das möchte, kann sich in der 3D-Videothek auch ausschließlich Serien oder nur Filme und TV-Produktionen anzeigen lassen. Und hat man sich sattgesehen, kann man per Klick auf den Aktualisieren-Button die Regale neu befüllen lassen.

Mehr Stauraum kostet Geld

Standardmäßig hat die virtuelle Videothek Platz für 1084 Angebote. Größere Räumlichkeiten, mit bis zu 2148 Inhalten, lassen sich gegen Einmalzahlungen freischalten, für knapp 4,30 bis 12 Euro. Neben der Raumgröße lassen sich über ein Optionsmenü der Look und die Einrichtung der Videothek anpassen – teilweise kostenlos, teilweise gegen Bezahlung.

BingeBrowse gibt es auch als App für Android  und für iOS . In unserem Test kosteten die Extras in der Android-Version allerdings etwas mehr.

Kaufangebote in BingeBrowse: Nichts davon benötigt man dringend

Kaufangebote in BingeBrowse: Nichts davon benötigt man dringend

Foto: BingeBrowse

Ob es sich wirklich lohnt, für die Videothek-Upgrades Geld auszugeben, ist Ansichtssache. Ist man aber das nächste Mal von seinen Streamingdiensten genervt, könnte ein Ausflug zu BingeBrowse eine Alternative sein.

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