Er weinte hemmungslos in den Armen seines Gegners – und Boris Becker weiß genau, wie sich das anfühlt
Boris Becker würdigt ikonischen Tränen-Moment
Stand: 09.09.2026, 19:53 Uhr
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Boris Becker ist tief bewegt: Nach dem Viertelfinale der US Open zwischen Tiafoe und Michelsen teilt die Tennis-Legende einen Moment, der die Sportwelt rührt.
New York – Boris Becker kennt das Gefühl. Sechs Grand-Slam-Titel, unzählige Schlachten auf den größten Bühnen des Tennissports – und ebenso viele bittere Niederlagen, nach denen der Schmerz kaum zu ertragen war. Vielleicht erklärt genau das, warum die deutsche Tennis-Legende nach dem Viertelfinale der US Open zwischen Frances Tiafoe und Alex Michelsen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen konnte.

Becker teilte in seiner Instagram-Story einen Beitrag der US Open, der einen der bewegendsten Momente des Turniers festhielt. Dazu schrieb er schlicht: „Das liebe ich.“ Die US Open selbst hatten den Clip mit den Worten kommentiert: „Dieser Moment sagt alles“ – versehen mit einem blauen Herz. Und tatsächlich: Was sich nach dem Ende des Fünfsatz-Krimis im Arthur Ashe Stadium abspielte, war weit mehr als ein gewöhnlicher Handshake am Netz.
Alex Michelsen und Frances Tiafoe: Tränen-Moment bei den US Open geht viral
Michelsen, 22 Jahre alt und als Außenseiter ohne Satzverlust ins Viertelfinale marschiert, brach nach seiner dramatischen Niederlage gegen Landsmann Tiafoe in Tränen aus – nicht irgendwo in der Kabine, sondern mitten auf dem größten Tennisplatz der Welt. Tiafoe eilte nicht zur Jubelpose, sondern direkt zu seinem jungen Kontrahenten und hielt ihn lange im Arm. „Als ich ihn umarmte, habe ich sofort gesehen, dass er weint. Ich weiß, wie weh das tut“, sagte Tiafoe. „Ich habe ihm gesagt: Du wirst hier noch so oft sein.“
Das Ergebnis war dabei so grausam wie selten: Michelsen hatte im dritten Satz beim Stand von 5:4 bereits zum Matchgewinn aufgeschlagen, verlor nach zwei Doppelfehlern aber seinen Aufschlag. Im fünften Satz führte er erneut mit 3:0 – und verlor dennoch den Tiebreak mit 6:10. Am Ende stand ein 5:7, 3:6, 7:5, 6:3, 7:6 für Tiafoe nach mehr als viereinhalb Stunden.
Michelsen verließ den Platz mit einem Handtuch über dem Kopf. Der Kalifornier dürfte sich erst später über seinen größten Karriereerfolg freuen können. Selbst Jessica Pegula, die kurz darauf ihr eigenes Viertelfinale bestritt, gestand, sie habe in der Umkleidekabine geweint, als sie die Szene sah: „Es war so herzzerreißend. Mein Herz tat so weh.“
Dass ausgerechnet Becker dieser Moment so naheging, überrascht kaum. Der dreifache Wimbledon-Champion hat in seiner Karriere selbst erfahren, wie sich das Scheitern auf der ganz großen Bühne anfühlt – und wie man danach wieder aufsteht. Ex-Profi Alexander Antonitsch erinnerte sich einmal, Becker sei nach Niederlagen „oft völlig zerstört“ gewesen.
Auch Michelsen schilderte hinterher, was Tiafoe ihm in diesem Moment zugeflüstert hatte: „Er hat viele nette, persönliche Dinge gesagt. Dass ich wiederkommen werde, dass wir uns in solchen Momenten noch oft begegnen werden. Er ist ein großartiger Typ, dass er mich in diesem Moment getröstet hat“, zitierte ihn die ATP Tour.
Boris Becker bei US Open 2026: Tennis-Legende weiß, wie sich eine solche Niederlage anfühlt
Tiafoe steht damit zum dritten Mal im Halbfinale der US Open und trifft dort auf Ben Shelton, der in einem epischen Viertelfinale Titelverteidiger Carlos Alcaraz ausschaltete und dabei das späteste Match der Turniergeschichte bestritt. Für Michelsen endet ein beeindruckendes Turnier mit einer bitteren Lektion – und einem Bild, das die Tenniswelt noch lange beschäftigen wird. Becker, der eine langjährige Freundschaft zelebrierte, weiß besser als die meisten: Solche Momente formen Spieler. Michelsens Tag, da ist sich Tiafoe sicher, wird noch kommen. (ck)