Bovender Feuerwehr bekommt Hygiene-Gespann für 71.000 Euro
Stand: 11.09.2026, 06:30 Uhr
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Die Gemeindefeuerwehr Bovenden hat ihr neues Hygienefahrzeug-Gespann offiziell in Dienst gestellt. Die beauftragte Umbaufirma war zwischenzeitlich insolvent gegangen.
Bovenden – Das neue Hygienefahrzeug-Gespann mit Mehrzweckfahrzeug und Anhänger für die Gemeindefeuerwehr Bovenden ist am Freitag offiziell übergeben worden.
Bei der Feierstunde am Feuerwehrhaus in Billingshausen mit zahlreichen Gästen sind auch das neubeschaffte Gemeindekinder- und Jugendfeuerwehrmobil sowie ein Anhänger für die Kinder- und Jugendfeuerwehr der Feuerwehr Billingshausen mit Löschgruppe Spanbeck feierlich in Dienst gestellt worden.
Gemeindefeuerwehr Bovenden stellt neues Hygienefahrzeug-Gespann in den Dienst
Runde 71.000 Euro nannte Gemeindebürgermeister Thomas Brandes (SPD) als Gesamtkosten für das Hygiene-Gespann, das seit einigen Monaten einsatzbereit ist. Schon im Juni 2025 sind Fahrzeug und Anhänger angeschafft worden. Doch die mit dem Umbau zum Sonderfahrzeug beauftragte Firma sei insolvent gegangen. Glück im Unglück: Das neue Mobil sei nicht der Insolvenzmasse zugeschlagen worden. Mit einer Verzögerung von etwa fünf Monaten konnte es im Januar dieses Jahres zu 90 Prozent fertig abgeholt werden.

Die Restarbeiten erfolgten in Eigenleistung. Hier ergänzte Ortsbrandmeister Lars Kunze, dass sich fachkundige Feuerwehrleute um den Feuerwehrschriftzug sowie fehlende Bedienfunktionen für Blaulicht und Funkgerät gekümmert hätten. Brandes erzählte, wie er Ostermontag vor der eigenen Haustür einen Einsatz mit dem neuen Hygiene-Gespann bei einem Dachstuhlbrand miterlebt habe.
Einsatzstellenhygiene habe in den vergangenen Jahren einen hohen Stellenwert eingenommen, erläuterte Gemeindebrandmeister Markus Füllgrabe. Von „Feuerwehrkrebs“ habe man früher oft gesprochen, erinnerte sich dazu einer der Gäste.
In der Vorschrift 49 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wird gefordert, bestmöglich für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Feuerwehrangehörigen zu sorgen. Zum Schutz der Feuerwehrleute sollten Rußablagerungen auf Haut und Stoffen nicht ins Feuerwehrfahrzeug, ins Feuerwehrhaus oder gar ins eigene Heim gelangen, sagte Füllgrabe.
Einsatzstellenhygiene nimmt großen Stellenwert ein
Die durch Brände oder andere Gefahren kontaminierte Kleidung müsse abgelegt werden. Es sei wichtig, Hände und Gesicht zu waschen und Wechselkleidung anzulegen. Die Hygieneeinheit, deren Aufbau und Nutzung zu Demo-Zwecken am Feuerwehrhaus vorgeführt wurde, ermöglicht die Einhaltung der Vorschrift. Sogar die Wechselkleidung kam bei der Vorführung zum Einsatz. Was noch fehlt, ist eine Möglichkeit zur Beleuchtung der Einsatzstelle sowie Waschbecken und Stiefelwaschanlage.
Das gebrauchte Transportmobil für die Kinder und Jugendfeuerwehr der Gemeinde habe 29100 Euro gekostet, berichtete Kunze. Aus dem Kreis Lippe, „nicht gerade um die Ecke“, sei es auch unter Einsatz von Feuerwehrkräften abgeholt worden, Es sei vorerst in Billingshausen stationiert, könne aber bei Bedarf von den anderen Wehren abgeholt werden. Als Gemeinde-Kinder- und Jugendfeuerwehrwart hofft Kunze auf ein zweites Fahrzeug.
Bereits angeschafft wurde ein Anhänger für die Kinder- und Jugendfeuerwehr der Ortsfeuerwehr Billingshausen mit Löschgruppe Spanbeck. Der Kauf wurde dank Mikroförderung vom Land und Spenden ansässiger Unternehmen möglich.