Händler sieht keine Engpässe bei Gasversorgung, warnt aber vor steigenden Preisen


Rohre mit der Aufschrift "Erdgas nass" verlaufen an einer technischen Anlage.

AUDIO: VNG: Gas-Versorgungssituation - Wie teuer wird der Winter? (5 Min)

Energiepreise

Branche hält Gasversorgung für gesichert, Preise steigen aber

Stand: 30.09.2026 07:26 Uhr

Die vergleichsweise niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher sorgen vor Beginn der Heizsaison für Diskussionen. Ende September waren die Speicher nach Angaben der Branche nur zu rund 57 Prozent gefüllt und lagen damit deutlich unter den Vorjahreswerten sowie unter den politischen Zielmarken. Dennoch sieht der Leipziger Gashändler VNG kein Versorgungsrisiko für den Winter. Die Vorräte reichten für einen Normalwinter aus. Allerdings müssten Verbraucher mit steigenden Gaspreisen rechnen.

von MDR AKTUELL

Trotz niedriger Füllstände in den deutschen Gasspeichern sieht die Branche die Versorgung im Winter gesichert. So betonte der Geschäftsführer der Handels- und Vertriebstochter des Leipziger Gasversorgers VNG, Stephan Haupt, im Gespräch mit MDR AKTUELL, die Vorräte reichten für einen Normalwinter aus.

Der Winter kann vielleicht etwas unruhig werden. Wir stehen aber nicht unmittelbar vor einer Versorgungskrise. Stephan Haupt

Probleme drohten erst, so Haupt, wenn mehrere Risiken zusammenkämen. Dazu gehörten ein langanhaltender Kälteeinbruch, weitere Ausfälle von Gasimporten und technische Störungen an wichtiger Infrastruktur.

Gasversorgung in Deutschland hat sich verändert

Haupt verwies zudem darauf, dass sich die Versorgung von Deutschland mit Gas in den vergangenen Jahren deutlich verändert habe. Deutschland verfüge inzwischen über zusätzliche Flüssiggas-Terminals, neue internationale Lieferverträge und eine stärkere europäische Vernetzung. Dadurch seien die Gasspeicher nicht mehr das einzige Instrument, um Verbrauchsspitzen in kalten Wintermonaten auszugleichen.

Störungen in Lieferketten führen zu Preisschwankungen

Allerdings, so Haupt, sei Deutschland dadurch stärker von den Entwicklungen auf dem internationalen Gasmarkt abhängig geworden. Störungen in den internationalen Lieferketten könnten deshalb schneller zu Preisschwankungen führen, ohne dass Gas tatsächlich knapp werde.

Verbraucher müssen mit steigenden Gaspreisen rechnen

Sorgen bereiten der Branche weiterhin die hohen Gaspreise. Nach Angaben von Haupt hat sich seit Beginn der jüngsten Krise im Nahen Osten das Preisniveau im Großhandel mehr als verdoppelt. Deshalb sei im Sommer vergleichsweise wenig Gas eingespeichert worden.

Haupt erklärte, solange der Ausgang der Konflikte im Nahen Osten unklar bleibe, müssten Verbraucher mit erhöhten Preisen rechnen. Haushalte, die bereits vor längerer Zeit günstige Lieferverträge abgeschlossen haben, profitierten weiterhin von diesen Konditionen.

Wer dagegen aktuell einen neuen Anbieter suche oder einen auslaufenden Vertrag ersetzen müsse, müsse mit deutlich höheren Preisen rechnen.

Eine Person tippt in der Lidl Plus App auf ihrem Smartphone.

Rabatte auf Lebensmittel

Klage gegen Lidl-App vorerst erfolglos

Verstoßen Supermarkt-Apps wie "Lidl Plus" gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, weil sie nicht alle Menschen nutzen können? Das Brandenburgische Oberlandesgericht hat eine Klage dazu abgewiesen – man sei nicht zuständig.

Ein Modell des Flugzeugs D328 Eco der Deutschen Aircraft. Blick auf einen Schnellladepark für E-Autos in Schönfeld, Sachsen. Solaranlage inmitten einer landwirtschaftlichen Anbaufläche.

Erneuerbare Energien

Deutschland erreicht neuen Solarrekord

Deutschland hat laut Solarbranche schon jetzt mehr Solarstrom erzeugt als im gesamten Vorjahr. Der Bundesverband Solarwirtschaft erklärte den 27. September zum neuen "Solar Day".

Eine Frau, die auf einer E-Commerce-Website mit ihrem Laptop Turnschuhe aussucht. Fotomontage aus Kassenbons und einer Hand, die ein Handy mit einem E-Bon hält. Zwei Fachkräfte von Elbe Flugzeugwerke (EFW GmbH) in Dresden installieren an einem Airbus A330, eine Folie. Ein Tankstutzen an einer Tankstelle in der Tanköffnung eines Fahrzeugs.

Tanken

Spritpreise: ADAC fordert Ende der 12-Uhr-Regel

Seit einem halben Jahr dürfen Tankstellenpreise nur noch einmal täglich erhöht werden. Doch Studien zeigen: Die 12-Uhr-Regel hat die Preise offenbar nicht gesenkt – bei Benzin stiegen sie sogar.