Brandanschlag auf Heidelberg Materials: Polizei hält Bekennerschreiben für glaubwürdig


Stand: 09.09.2026, 19:14 Uhr

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Am Betonwerk in Rodheim sind fünf Lkw in Brand geraten.

Am Betonwerk in Rosbach sind nach Angaben des Unternehmens fünf Lastwagen und ein Radlader in Brand geraten. © Feuerwehr Rodheim

Mehrere Betonmischer und ein Radlader wurden bei dem Feuer beschädigt – der Sachschaden beläuft sich auf rund 800.000 Euro. Die Täter begründen den Anschlag laut Schreiben mit Geschäften der Firma in Israel.

Rosbach-Rodheim – Nach dem Feuer auf dem Firmengelände von Heidelberg Materials in Rodheim stuft die Polizei den Inhalt des Bekennerschreibens inzwischen als glaubwürdig ein. Das Motiv der unbekannten Tatverdächtigen sei noch nicht gesichert und Gegenstand der laufenden Ermittlungen, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen auf Anfrage mit. Die Kriminalpolizei ermittle nach Auswertung der Spuren und Zeugenvernehmungen mittlerweile wegen des Verdachts der Brandstiftung.

Am Betonwerk waren in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche nach Unternehmensangaben mehrere Betonmischer-Lastwagen und ein Radlader beschädigt worden. Der Sachschaden wurde auf rund 800.000 Euro beziffert, bei dem Feuer wurde niemand verletzt. Nachdem ein Bekennerschreiben auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform Indymedia aufgetaucht war, hatte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) von einem „Brandanschlag“ und von einem „schweren Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen und auf den inneren Frieden in unserem Land“ gesprochen.

Dass wohl antisemitische Beweggründe hinter dem Brandanschlag stehen, müsse man mit großer Bestürzung zur Kenntnis nehmen, teilt die Wetterauer FDP mit. „Wir finden es unerträglich, dass die Täter in Rosbach als den Hauptgrund ihrer Straftaten die Tatsache anbringen, dass die Mutterfirma in Heidelberg geschäftliche Aktivitäten in Israel unterhält. Was ist das für eine dumme Begründung?“, fragen die Vorsitzenden Jens Jacobi und Dr. Jörg-Uwe Hahn. Sie fordern alle demokratischen Kommunalpolitiker auf, sich auch öffentlich von diesem „antisemitischen Anschlag“ zu distanzieren. Das Argument, bei unternehmerischen Aktivitäten würden andere Kriterien gelten, sei keines. „Wer gegen Israel agiert und Brandanschläge durchführt, der verstößt gegen unsere politischen Verpflichtungen“, heißt es in einer FDP-Mitteilung.