Brentford-Debakel legt Eintracht-Transfer-Schwäche offen: Bundesliga-Konkurrenz kauft besser ein


Stand: 17.08.2026, 14:18 Uhr

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Frankfurt setzt auf junge Talente, andere Bundesligisten auf sofortige Qualität. Das 0:7 gegen Brentford zeigt die Risiken des unterschiedlichen Transferkurses.

Frankfurt am Main – Ein 0:7 kann mehr sichtbar machen als nur defensive Schwächen. Für Eintracht Frankfurt wurde die Pleite beim FC Brentford im letzten Test vor dem DFB-Pokal zum Sinnbild eines grundsätzlichen Spannungsfelds: Die Hessen haben ihr Talent-Trading perfektioniert und damit wirtschaftlich enorme Möglichkeiten geschaffen. Sportlich birgt der konsequente Fokus auf entwicklungsfähige Spieler jedoch Risiken.

Nutzen Krösche und die SGE die falsche Transfer-Strategie?

Nutzen Krösche und die SGE die falsche Transfer-Strategie? © Marc Schüler

SGE-Boss Markus Krösche setzt auch in diesem Sommer auf junge Perspektivspieler. Der Frankfurter Kader wird auf rund 380 Millionen Euro taxiert, gleichzeitig tragen Neuzugänge wie Malik Pimpong (FC Midtjylland) oder Noel Aseko (FC Bayern München) große Hoffnungen. Gegen Brentford zeigte sich allerdings, dass Talent allein keine Sicherheit garantiert. Der extrem junge Kader wirkte in entscheidenden Momenten unreif und konnte dem Spielverlauf nichts entgegensetzen.

Steht die Eintracht vor Problemen durch Transferstrategie?

Die Konkurrenz aus der Bundesliga verfolgt derweil einen anderen Ansatz. Der BVB beispielsweise investiert gezielter in Spieler, die möglichst sofort funktionieren sollen. Für Joane Gadou (RB Salzburg) wurden 19,5 Millionen Euro aufgerufen, zudem wurde zuletzt der Transfer von Giannis Konstantelias (PAOK Saloniki) gefestigt. Dortmund nimmt damit höhere Ausgaben in Kauf und setzt stärker auf unmittelbare sportliche Wirkung – insbesondere mit Blick auf die Champions League.

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Der „Absolut Eintracht-Newsletter“ - ein Muss für SGE-Fans © Plietsch/Imago

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Frankfurts Modell hat seine Vorteile aber durchaus auch schon unter Beweis gestellt. Junge Spieler werden vergleichsweise günstig verpflichtet, entwickelt und später gewinnbringend verkauft. Beispiele wie Aurèle Amenda, der für 18 Millionen Euro zu Coventry City wechselte, zeigen das Potenzial. Auch kleinere Klubs orientieren sich an diesem Prinzip. Die SV Elversberg sicherte sich Noel Futkeu von Frankfurt per Leihe mit Kaufoption, während der SC Paderborn Laurin Ulrich vom VfB Stuttgart holte.

Die Frage nach dem „klügeren“ Einkauf lässt sich deshalb nur mit Blick auf das Ziel beantworten. Für die Saison 2026/27 wirkt Dortmunds Vorgehen derzeit stabiler, weil konkrete Schwachstellen mit „fertigem“ Personal geschlossen werden. Frankfurt bleibt wirtschaftlich das stärkere Beispiel für nachhaltiges Talent-Trading. Die Kehrseite zeigt sich jedoch, wenn die Entwicklung der Rohdiamanten nicht schnell genug voranschreitet.

Genau darin liegt für die Eintracht die Herausforderung dieses Sommers. Die Millionen aus Transfers sichern den wirtschaftlichen Spielraum, können aber keine fehlende Reife auf dem Platz ersetzen. Dortmund und andere Teams setzen stärker auf sofortige Funktion, Frankfurt auf die Entwicklung von morgen. (LF)