Britische K3-Scout-Drohnen sendeten laufend Daten nach China
Publiziert10. August 2026, 18:07
SicherheitspanneBritische Seedrohnen sendeten laufend Daten nach China
Zwar stammen die Kraken-Spionagedrohnen aus britischer Produktion, verbaut sind aber auch chinesische Teile. Sie sollen laufend Informationen an eine chinesische IP gesendet haben.

Darum gehts
- Britische Seedrohnen vom Typ «K3 Scout» haben über ihre Kameras laufend Daten an eine chinesische IP-Adresse gesendet.
- Das britische Verteidigungsministerium hat die Internetverbindung der Kameras als Sofortmassnahme gekappt.
- Die Tories fordern eine dringende Untersuchung chinesischer Bauteile in britischer Militärausrüstung.
Vom britischen Militär eingesetzte Seedrohnen senden offenbar ohne Wissen Londons Daten nach China – jetzt fordern die konservativen Tories rasche Massnahmen. Seit März 2026 stehen bei den Royal Marines auch 20 autonome «K3-Scout»-Boote vom britischen Rüstungsunternehmen Kraken Technology Group im Einsatz, Kostenpunkt total gut 13 Millionen Franken.
Doch wie der «Telegraph» nun berichtet, sollen die Drohnen offenbar über längere Zeit Daten nach China geschickt haben, ohne dass dies dem britischen Militär bewusst war. Als Schwachstelle identifizieren Insider gegenüber der Zeitung das Kamerasystem, das am Heck der in Kooperation mit Rheinmetall entwickelten Seedrohnen angebracht ist.
Die Spionage-Drohnen sendeten demnach über die Kameras insgeheim Daten an eine chinesische IP-Adresse. Dabei handelte es sich laut dem «Telegraph» um sogenannte «Herzschlag-Kommunikation», also Infos zum Status und zur Funktionsfähigkeit der Drohne.
Regierung beruhigt, Opposition warnt
Als Sofortmassnahme hat das britische Verteidigungsministerium die Internetverbindung der Kameras bis auf Weiteres gekappt. Die Verantwortlichen versichern derweil, dass man keine Anzeichen habe, wonach über die Kameras auch sensible Daten nach China übermittelt wurden.
Weit kritischer tönt es bei der Opposition und seitens anonymer Quellen innerhalb des Verteidigungsministeriums. So besteht die Befürchtung, dass die Kameras der Drohnen auch gefilmt und Informationen übermittelt haben könnten, als in unmittelbarer Nähe der Seedrohnen streng geheime Meetings von ranghohen Vertretern von britischen Spezialeinheiten stattfanden.
Betroffene Drohnen sollen Hormus sichern
Während das Verteidigungsministerium beteuert, dass keine sensiblen Daten abgeflossen seien, fordern die Tories eine «dringende Untersuchung» von in britischer Ausrüstung verbauten chinesischen Teilen. Denn die Seedrohnen sollen in Zukunft auch für Aufgaben eingesetzt werden, die auch China direkt betreffen: So sollen die Kraken-Drohnenboote auch Teil des Pakets sein, mit dem Grossbritannien künftig den Handelsverkehr durch die Strasse von Hormus sichern will. Als grösster Abnehmer von iranischem Erdöl und enger strategischer Partner Teherans könnte Peking solche Sicherheitslücken künftig auch viel konkreter ausnutzen.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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