Investor-Neuling mit umtriebigen Boss will mit Bundesliga Geld verdienen: Eine Milliarden Euro stehen im Raum


Bundesliga bestätigt milliardenschwere Gespräche mit Investoren-Neuling

Stand: 26.07.2026, 16:54 Uhr

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Der Fan-Ärger ist scheinbar vorprogrammiert. Ein Investor will der Bundesliga Geld zur Verfügung stellen. Es gibt Unterschiede zum gescheiterten Deal von 2024.

Frankfurt am Main – Neuer Name, alte Probleme. Die DFL Deutsche Fußball Liga e.V. hat sich zum 1. Juli 2026 in Bundesliga e.V. umbenannt. Was gleichgeblieben ist: Verlautbarungen, dass die Liga mehr Geld von außen benötige, um die Lücke zu Premier League und Co. zu schließen. Mit der US-Gruppe Apollo ist nun eine Investmentgruppe auf den Plan getreten, die Geld im großen Stil zur Verfügung stellen will.

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„Auf Einladung von Apollo Sports“ haben sich „Vertreter von Apollo Sports, Bundesliga-Gremien und Bundesliga-Klubs“ im Juni in New York City zu einem „informellen Austausch“ getroffen. Das bestätigte die Bundesliga der dpa. Dem vorangegangen ist ein Bericht der Bild, in dem auch Daten zum Apollo-Angebot genannt wurden: Eine Milliarde Euro will der Sport-Newcomer als Kredit zur Verfügung stellen, flexibel abrufbar auf 20 Jahre bei einem Zinssatz von 5,5 Prozent.

Bundesliga prüft Milliardendeal und gibt ihr Bestes zum Schutz der Vereine

Gegenüber der dpa spricht die Bundesliga derzeit davon, das Angebot „in Abstimmung mit den Liga-Gremien“ zu prüfen und das potenzielle Vorhaben auf „rechtliche Machbarkeit“ zu untersuchen. Sollte der Deal über die Bühne gehen, wäre das der erste ganz große Wurf von Apollo Sports Capital (ACS). Die Gruppe hat sich erst Ende September 2025 aus dem Apollo Global Management heraus gegründet. Ziel: internationale Sportinvestments in Höhe von etwa 6 Milliarden Euro.

Als CEO agiert Al Tylis, der bereits vor dieser Tätigkeit als Sportinvestor auftrat. Als Teil der Tylis-Porter Group ist er seit Anfang 2025 Mitbesitzer des kolumbianischen Vereins Inter Bogota. Dort mit im Boot ist Schauspieler Ryan Reynolds, an dessen Klub AFC Wrexham wiederum die ACS seit Dezember 2025 mit fünf Prozent beteiligt ist. International sorgte ACS dann erstmals im März 2026 so richtig für Schlagzeilen, als man die Mehrheit (55 Prozent) von Atletico Madrid übernahm.

Den Verantwortlichen der Bundesliga saß in New York also ein enorm umtriebiger Geschäftsmann gegenüber. Zumal die US-Gruppe proaktiv und ohne Ausschreibung auf die Bundesliga zugekommen sein soll. Für eine genaue Analyse des Bundesliga-Marktes spricht, dass keine Anteilsübernahme angeboten wurde, sondern ein langfristiger Kredit. Die Fan-Proteste rund um den gescheiterten DFL-Deal 2024 dürften bei ACS somit genauestens analysiert worden sein.

Ob die Fans der Bundesliga-Vereine den milliardenschweren Kreditdeal aber ohne Weiteres absegnen werden, darf zumindest in Zweifel gezogen werden. Immerhin finden sich deren Vereine als wirtschaftliche Träger der Bundesliga schlussendlich in der Haftung, sollte die Kreditrückzahlung nicht so verlaufen, wie geplant. Um, im schlimmsten Fall, das Eigenkapital der Bundesligaklubs zu schützen, sollen laut Bild die nationalen Medienrechte als Sicherheit dienen. (sch)