Catherine Ringer ist tot: Rock-Sängerin stirbt mit 68 Jahren
Stand: 15.09.2026, 14:01 Uhr
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Die legendäre Sängerin des Duos Rita Mitsouko ist an einem aggressiven Krebs gestorben.
Eine Stimme, ein Stil, eine Energie und eine Freiheit, die ganze Generationen geprägt haben. Catherine Ringer, Sängerin und Mitgründerin des Duos Rita Mitsouko, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Ihre Kinder teilten der Nachrichtenagentur Agence France-Presse mit, sie sei in der Nacht zum 14. September 2026 an einem „besonders aggressiven Krebs“ gestorben.
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Dieser Artikel von Jean-Philippe Liabot entstand in Kooperation mit Euronews.
Sie wurde 1957 in Suresnes geboren und wuchs in einem von der Geschichte des 20. Jahrhunderts gezeichneten Umfeld auf. Ihr Vater Sam Ringer, ein in Polen geborener aschkenasischer Jude, wurde in mehrere Konzentrationslager verschleppt und überlebte die Shoah. Catherine Ringer erzählte seine Geschichte in dem Lied „C’était un homme“ auf dem Album „Cool Frénésie“.
1979 lernte sie Fred Chichin kennen, der ihr künstlerisches und privates Leben nachhaltig verändern sollte. Aus dieser persönlichen und künstlerischen Begegnung entstand eines der originellsten Duos der französischen Musik. Rita Mitsouko schufen rasch eine eigene musikalische Welt, in der sie Rock, Pop, Funk, Electro und Chanson auf ungewöhnliche Weise mischten.
Durchbruch mit „Marcia Baïla“ und ikonischer Stil
Der große Erfolg kam Mitte der 1980er-Jahre mit „Marcia Baïla“, einem Stück, das zu einer Ikone der französischen Musikszene wurde und bis heute als Klassiker gilt. Es folgten weitere Hits wie „Andy“, „C’est comme ça“ oder „Les Histoires d’A.“, die die Band fest im kollektiven Gedächtnis verankerten. Mit ihrer Musik, ihren Videoclips und ihrer ungewöhnlichen Ästhetik wurde Rita Mitsouko zu einem Phänomen, das weit über die Grenzen des Rock hinausreichte.
Ihre Auftritte verbanden theatralische Inszenierung mit musikalischer Experimentierfreude und trafen damit den Nerv einer jungen, nach neuen Ausdrucksformen suchenden Generation. Der Mix aus Humor, Melancholie und Provokation machte das Duo zu einem unverwechselbaren Bestandteil der französischen Popkultur. Bis heute gelten viele ihrer Songs als Referenzwerke für nachfolgende Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Genres.
Leben und Arbeit nach dem Tod von Fred Chichin
Im November 2007 starb Fred Chichin, ebenfalls an Krebs, mit nur 53 Jahren, was die Musikwelt tief erschütterte. Das hätte das Ende des gemeinsamen Abenteuers sein können, denn das Duo war stets als untrennbare Einheit wahrgenommen worden. Doch Catherine Ringer entschied sich, das gemeinsame Repertoire weiterleben zu lassen und die Geschichte von Rita Mitsouko nicht einfach abzubrechen. Sie setzte ihre Solokarriere fort und brachte die Songs von Rita Mitsouko immer wieder zurück auf die Bühne.
Auch 2026 stand sie noch auf der Bühne und trat im vergangenen Februar in Paris vor einem begeisterten Publikum auf. Sie wollte das Werk aus ihrer Zusammenarbeit mit Fred Chichin weiterhin live präsentieren und die emotionale Bindung zu ihren Hörerinnen und Hörern pflegen. Damit zeigte sie, dass ihre Kreativität und ihre Energie bis zuletzt ungebrochen blieben.
Ein bleibendes Erbe in der französischen Musik
Mit ihrem Tod verliert die französische Musik eine unverwechselbare Persönlichkeit, die Genregrenzen stets als Einladung zum Überschreiten verstand. Catherine Ringer bleibt untrennbar mit Rita Mitsouko verbunden – und mit ihrer ganz eigenen Art, auf die Bühne zu gehen: frei, provokant, originell und vom Publikum sehr geliebt. Ihr Werk, geprägt von Mut, Experimentierlust und emotionaler Intensität, wird auch künftige Generationen von Musikerinnen, Musikern und Fans inspirieren.