Ceuta: Linke fordert Aufnahme von Migranten in Deutschland


Deutschland und die EU seien dazu verpflichtet, die Einwanderer in Ceuta zu versorgen und Schutzsuchende aufzunehmen, findet Linkenfraktionsvize Clara Bünger. Innenminister Dobrindt und Kanzler Merz sind anderer Meinung.

31.07.2026, 20.29 Uhr

Clara Bünger (Die Linke) im Bundestag (Archivbild) Clara Bünger (Die Linke) im Bundestag (Archivbild)

Clara Bünger (Die Linke) im Bundestag (Archivbild)

Foto: Niklas Graeber / dpa

Deutschland soll Spanien nicht alleinlassen und Einwanderer aus der Exklave Ceuta aufnehmen, fordert Die Linke. »Was in Ceuta passiert, ist keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen«, erklärte Fraktionsvize Clara Bünger. »Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Klimakrise. Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher. Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt«, erläuterte Bünger. Die Menschen müssten medizinisch, mit Wasser und einem sicheren Ort versorgt werden.

»Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, bei der Versorgung zu helfen und Schutzsuchende aufzunehmen«, sagte die Fraktionsvize. »Wer glaubte, mit noch mehr Abschottung sei das Problem gelöst, irrt«, erklärte Bünger. Sie ist innen- und fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag. Solange es keine sicheren und legalen Wege gebe, würden Menschen weiter in Lebensgefahr getrieben werden.

Zuvor hatte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Lage in Ceuta zum Anlass genommen, eine Verlängerung der deutschen Grenzkontrollen anzukündigen. Der Erfolg beim Zurückdrängen der illegalen Migration müsse erhalten und weiter ausgebaut werden, teilte er dem SPIEGEL mit.

Er und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatten die spanische Regierung angewiesen, die eingereisten Einwanderer zurück nach Marokko zu bringen.

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In den vergangenen Tagen haben nach spanischen Angaben rund 60.000 Menschen Ceuta von Marokko aus erreicht. 34 Menschen kamen nach Angaben der Regierung der Exklave ums Leben. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums kehrten etwa 25.000 von ihnen wieder nach Marokko zurück. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sprach von einem »Angriff« auf die territoriale Integrität seines Landes und machte von der »Schleusermafia« gestreute Gerüchte für den Ansturm verantwortlich.

akb/AFP/dpa