Chinesische Autokonzerne ergattern Marktanteile: Diese etablierten Hersteller leiden


Chinesische Automarken: Diesen Herstellern nehmen sie Marktanteile ab

Stand: 03.08.2026, 19:12 Uhr

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In Deutschland können chinesische Marken nur auf Kosten von Wettbewerbern wachsen. Vor allem Fahrer von zwei Herstellern zeigen sich offen für Modelle von BYD und MG.

München – Chinesische Autohersteller gewinnen in Europa zunehmend Marktanteile hinzu. Laut der Unternehmensberatung Inovev kamen sie in den ersten drei Monate 2026 auf acht Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Gesamtjahr 2025. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Deutschland festzustellen. Laut einer Auswertung des Fachmediums Automobilwoche lag der Marktanteil von BYD, MG oder Leapmotor zwischen Januar und Juli bei 4,4 Prozent; im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 1,8 Prozent.

Kia und Hyundai sind überrepräsentiert

Da der Neuwagenmarkt in Deutschland relativ stabil ist, müssen etablierte Hersteller Marktanteile an chinesische Marken abgeben. Dataforce hat für MG und BYD ausgewertet, woher die Neukunden kommen, wie die Automobilwoche berichtet. Demnach kamen bei MG 7,9 Prozent der Neukunden von Hyundai und 4,3 Prozent von Kia. Das bedeutet Platz vier und acht im Ranking. Bei BYD wiederum fuhren 6,5 Prozent der Neukunden zuvor ein Modell von Hyundai (Platz vier im Ranking) und 5,1 Prozent eines von Kia (Platz neun).

Autoexport China

Chinesische Anbieter wie BYD oder MG machen auf dem europäischen Markt weiter große Sprünge. (Archivbild) © Uncredited/CHINATOPIX via AP/dpa

Unter Berücksichtigung des Neuzulassungsanteils und des Anteils am gesamten Pkw-Bestand in Deutschland zeigt sich, dass die beiden koreanischen Hersteller im Ranking der Neukunden von MG und BYD überrepräsentiert sind. So hatte Kia im ersten Halbjahr 2026 einen Anteil von 2,1 Prozent an den Neuwagenkäufen, bezogen auf den gesamten Pkw-Bestand waren es zum 1. Januar 2026 1,8 Prozent. Bei Hyundai lagen die Werte bei 3,3 beziehungsweise 3,2 Prozent. Laut Dataforce müssten die beiden koreanischen Marken im Ranking der Neukunden deutlich weiter hinten liegen.

Zwar kommen bei MG 10,9 Prozent und bei BYD 13,4 Prozent der Neukunden von VW. Das ist mit Abstand Platz eins im Ranking. Da die Wolfsburger jedoch auf 18,4 Prozent der Neuzulassungen und 20,8 Prozent des Fahrzeugbestands kommen, fällt das nicht so sehr ins Gewicht. Kia und Hyundai verlieren einen wesentlich größeren Anteil ihrer Kunden an MG und BYD als VW.

Fahrer deutscher Marken zeichnen sich durch größere Loyalität aus

Deutsche Marken können auch in Zukunft auf die Loyalität ihrer Kunden zählen. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) im Auftrag der Automobilwoche hervor. Demnach kann sich nur ein Viertel der Befragten, die einen VW oder BMW fahren, einen Wechsel zu einer chinesischen Marke vorstellen, davon etwa neun Prozent „auf jeden Fall“.

Bei Fahrern von Modellen asiatischer Hersteller sieht das anders aus. Fast die Hälfte der Halter koreanischer Marken zieht beim nächsten Autokauf ein chinesisches Modell in Betracht, rund 20 Prozent sogar „auf jeden Fall“. Rund ein Drittel der Fahrer japanischer Marken zeigt sich offen für Fahrzeuge aus dem Reich der Mitte. Allerdings sehen nur zwölf Prozent eine chinesische Marke definitiv als eine Option an.

Chinesische und koreanische Marken sprechen gleiche Zielgruppe an

Laut DAT liegt die Offenheit von Hyundai- und Kia-Fahrern für chinesische Modelle vor allem daran, dass beide Marken die gleiche Zielgruppe ansprechen. Zudem ist die Entwicklung vergleichbar. Koreanische Marken mussten sich gegen etablierte japanische und deutsche Hersteller durchsetzen. Deren Kunden sind eher gewohnt, Neues auszuprobieren.

Bereits in ihrem Report 2026 hat sich DAT mit der Kaufbereitschaft der Autofahrer in Deutschland für chinesische Marken auseinandergesetzt – unabhängig von ihrer aktuellen Marke. 29 Prozent der Pkw-Halter können sich demnach vorstellen, ein chinesisches Auto zu kaufen. Die Haltung privater Neuwagenkäufer sieht ganz anders aus. Nur fünf Prozent von ihnen teilten diese Ansicht. (Quellen: Automobilwoche, DAT)