Cousin verlässt Saal ohne Blick: Was seine Aussage im Mordprozess um Fabian (8) enthüllt


Cousin widerspricht Gina H. im Mordprozess um Fabian (8) – und verlässt den Saal ohne einen Blick

Stand: 28.08.2026, 14:16 Uhr

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Der Fabian-Prozess schreitet weiter voran. Der Cousin der Angeklagten packt vor Gericht aus. Schulden, ein Jagd-Widerspruch und eine Lücke in ihrer Geschichte.

Rostock – Der Fall des getöteten Fabian (8) sorgt in der Öffentlichkeit für ein großes Interesse. Vor Gericht hat jetzt der Cousin der angeklagten Gina H. ausgesagt. Obwohl er seine Cousine seit Kindestagen kennt, verließ er den Gerichtssaal nach der Befragung, ohne ihr auch nur einen Blick zuzuwerfen. Sie selbst redete währenddessen akribisch auf ihren Verteidiger ein.

Die Angeklagte (r) und der Anwalt Andreas Ohm (l) unterhalten sich im Verhandlungssaal des Landgerichts Rostock vor dem Beginn der Fortsetzung im Verfahren wegen Mordes im Fall Fabian.

Der Cousin der Angeklagten packt vor Gericht aus. (Symbolbild) © dpa | Danny Gohlke

Seit Ende April 2026 steht Gina H. (30) vor dem Landgericht Rostock. Laut Anklage soll sie den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl – rund 15 Kilometer südlich von Güstrow – erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Ihr Motiv der Tat soll Eifersucht gewesen sein. Sie habe geglaubt, der Junge stehe ihrer Beziehung mit seinem Vater Matthias R. im Weg. Gina H. bestreitet die Tat weiterhin. Am Montag (24. August) wies sie in einer vierstündigen Erklärung alle Vorwürfe von sich.

Cousin von Gina H. sagt im Fabian-Prozess aus: Fünfstelliger Kredit

Bei der Befragung des Cousins fragte ihr Verteidiger Andreas Ohm nach Jagdausflügen mit dem Großvater. Es folgte eine Bestätigung, dass der Opa stolzer Jäger gewesen sei, Gina sei ebenfalls manchmal dabei gewesen. Das Erlegen und Zerlegen von Wild habe ihr aber nicht gelegen. „Jagen war nicht ihrs. Ihr ist beim Zerlegen übel geworden“, sagte der Cousin laut stern.de. Gina H. hatte stets behauptet, nie mit auf der Jagd gewesen zu sein. Der Großvater habe dem Cousin allerdings anderes berichtet, sagte er.

Fortan drehte sich die Befragung um Schulden sowie einen aufgenommenen Kredit von Gina H. Anfang 2025 habe sie eine Umschulung machen wollen, habe laut ihres Cousins aber „zu viele Posten offen“, wie rnd.de zitiert. Für einen Kredit von Gina H. in Höhe von 28.000 Euro verbürgte sich der Cousin laut des Richters Holger Schütt. Die Raten habe sie selbst gezahlt, seit der Inhaftierung würden das die Großeltern übernehmen. Gina H. selbst hatte beteuert, keine ernsthaften Geldprobleme gehabt zu haben.

Sachverständiger mit klaren Worten: Gina H. „wenig empathisch“

Auch der psychiatrische Gutachter hatte dem Cousin eine Frage gestellt: Warum habe Gina H. ihn in ihrer Biografie mit keinem Wort erwähnt, obwohl er sich für ihren Kredit verbürgt hatte? „Vielleicht bin ich ihr nicht wichtig genug gewesen“, antwortete dieser. Der Kommentar des Gutachters: „Ja, da gibt es eine Diskrepanz zwischen dem, was sie mitteilen will, und dem, wie es teilweise war.“ Dies gleicht Aussagen eines BKA-Sachverständigen, der Gina H. als jemanden beschrieben hatte, der „um eigene Bedürfnisse kreist“ und „wenig empathisch“ sei.

Die Großeltern von Gina H. sprechen sich weiterhin für die Unschuld ihrer Enkelin aus. „Das ist alles Humbug, was hier passiert. Gina ist es nicht gewesen“, beschreibt der Cousin ihre Haltung. Den Prozess selbst empfänden sie als „Hexenjagd“. Er selbst wolle sich nicht positionieren: „Ich schlage mich auf keine Seite. Ich kann den Menschen nicht in den Kopf reinschauen.“ Die Gerichtsverhandlung soll länger als geplant andauern. Das Landgericht setzte sechs zusätzliche Verhandlungstermine bis zum 8. Oktober an. Dann könnte das Urteil gesprochen werden. (Quellen: DPA, Stern, RND) (rd)