CSD: Hessische Politiker fordern nach Anschlag klare Haltung gegen Queerfeindlichkeit
Stand: 27.07.2026, 17:39 Uhr
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Nach dem Attentat auf den Berliner CSD reagieren Politiker aus Hessen mit Bestürzung. SPD-Politiker Yüksel fordert muslimische Verbände auf, sich unmissverständlich zu positionieren.
Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) zeigt sich angesichts des Attentats auf den Berliner CSD entsetzt. „Wieder hat ein feiger und menschenverachtender Anschlag friedlich feiernde Menschen getroffen“, sagt er. Seine Gedanken seien bei den Opfern und Angehörigen.

Frankfurts Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) nennt die Tat einen Angriff auf die „Grundwerte unserer Demokratie“. Die Stadt stehe für Offenheit, Vielfalt und Respekt. Queere Menschen gehörten in die Mitte der Gesellschaft. „Frankfurt ist queer, Frankfurt ist solidarisch“, sagt sie.
Innenminister Roman Poseck (CDU) mache der Anschlag „traurig, wütend und fassungslos“. Laut ihm sind Vielfalt und Toleranz nicht verhandelbar. Unmittelbare Folgen gebe es für Hessen derzeit aber nicht. „Großveranstaltungen unterliegen bei uns ohnehin bereits besonderen Sicherheitskonzepten“, so Poseck.
Der migrations- und queerpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Turgut Yüksel, sieht die Tat als einen „Angriff auf das Recht aller Menschen, frei, sicher und ohne Angst vor Gewalt zu leben und ihre Identität offen zu zeigen“. Er fordert die muslimischen Verbände in Deutschland dazu auf, „sich klar und unmissverständlich gegen Queerfeindlichkeit und gegen jede Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität zu positionieren“.

Wiebke Knell, die Fraktionsvorsitzende und Diversity-Sprecherin der FDP im Hessischen Landtag, nennt den Islamismus „eine menschenverachtende Ideologie, die unsere Freiheit, Demokratie und die Gleichberechtigung von Frauen und queeren Menschen ablehnt“. Wer diese Bedrohung relativiere, schütze die Falschen.
Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Miriam Dahlke, sagt: „Wir stehen an der Seite der queeren Community und stellen uns entschieden gegen die Feinde unserer Gesellschaft.“
Die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (AGAH) verurteilt die Tat. „Niemand darf Religion dazu missbrauchen, Hass gegen queere Menschen zu rechtfertigen oder Gewalt auszuüben“, sagt der AG-Vorsitzende Enis Gülegen.