Riesenhai tot in Dänemark: Forscher rätseln über Todesursache
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Er kam den Urlaubern ungewöhnlich nah – und wurde plötzlich zum Forschungsobjekt: Mehrere Tage lang war ein junger Riesenhai vor der Küste Dänemarks unterwegs. Der fast fünf Meter lange Hai schwamm im flachen Wasser bei Ålbæk und suchte offenbar nach Nahrung. Am Samstag dann die traurige Nachricht: Das Weibchen wurde tot am Strand gefunden.
Warum der Meeresgigant starb, ist bislang völlig unklar. Doch erste Untersuchungen brachten zumindest überraschende Hinweise.
Dänemark: Riesenhai wird von Forschern untersucht
Mitarbeiter des Nordsøen Oceanariums sicherten den Kadaver und untersuchten das Tier gemeinsam mit weiteren Forschern und Biologen. Rund acht Experten nahmen den Riesenhai genau unter die Lupe. Sie untersuchten unter anderem Haut, Organe, Magen und Darm, erfassten die Körpermaße und entnahmen zahlreiche Gewebeproben. Der Hai war demnach rund 4,85 Meter lang und wog etwa 400 Kilogramm. Ausgewachsene Riesenhaie können sogar eine Länge von bis zu zehn Metern erreichen.
Doch trotz seiner gewaltigen Größe fanden die Forscher zunächst keinen offensichtlichen Grund für den Tod des Tieres. Der Hai machte insgesamt einen weitgehend gesunden Eindruck. Schwere Verletzungen wurden nicht festgestellt, ebenso wenig deuteten die Untersuchungen auf eine tödliche Unterernährung hin. Im Magen fanden die Experten sogar frische Nahrungsreste. Auch Parasiten wurden entdeckt. Nach Einschätzung der Forscher waren diese jedoch nicht in einem Ausmaß vorhanden, das den Tod des Tieres erklären könnte.
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Todesursache des Riesenhais bleibt ein Rätsel
Damit ist die wichtigste Frage weiterhin offen: Woran starb der Riesenhai? Weitere Untersuchungen sollen nun helfen, das Rätsel zu lösen. Gewebeproben sollen analysiert werden, außerdem sind CT-Aufnahmen sowie Untersuchungen des Gehirns und der Wirbelsäule geplant.

Für die Wissenschaftler ist der Fund trotz des traurigen Ausgangs besonders wertvoll. Riesenhaie sind in den Gewässern zwischen Nord- und Ostsee äußerst selten. Seit dem Jahr 2000 wurden in dänischen Gewässern nur etwa zehn entsprechende Nachweise dokumentiert.
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„Vielleicht bekomme ich in meiner gesamten Laufbahn als Biologin nur ein einziges Mal die Gelegenheit, einen Riesenhai zu sezieren“, sagte Chefbiologin Kristina Ydesen. Für sie sei die Untersuchung deshalb eine ganz besondere Erfahrung gewesen.
Warum verirren sich Riesenhaie in die Ostsee?
Der Riesenhai lebt normalerweise in gemäßigten und kühlen Meeresgebieten. Vorkommen gibt es unter anderem vor Großbritannien, Irland, Norwegen und Island sowie an der Ostküste Nordamerikas. Auf der Suche nach Plankton ziehen die Tiere durch küstennahe und offene Gewässer.
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Der Fund bei Ålbæk ist dabei geografisch etwas Besonderes: Die Küste liegt am Kattegat, dem Übergangsgebiet zwischen Nordsee und Ostsee. Warum Riesenhaie immer wieder in diesen Bereich gelangen, ist nicht abschließend geklärt. Experten vermuten, dass die Tiere bei ihren weiten Wanderungen Strömungen und Nahrungsquellen folgen. Als dauerhafter Lebensraum ist die vergleichsweise salzarme Ostsee für Riesenhaie allerdings nur bedingt geeignet.
Sind Riesenhaie gefährlich?
Auch wenn ein fast fünf Meter langer Hai am Strand zunächst bedrohlich wirkt: Für Menschen sind Riesenhaie ungefährlich. Die Tiere ernähren sich von Plankton und anderen winzigen Organismen, die sie aus dem Wasser filtern. Der Riesenhai ist nach dem Walhai die zweitgrößte bekannte Fischart der Erde. Trotz seiner beeindruckenden Größe gilt er als sanfter Meeresriese.
mkx