Darmstadt 98 bei der Klatsche in Wolfsburg: Kompletter Zusammenbruch nach einer Stunde


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Darmstadt 98 bei der Klatsche in Wolfsburg Kompletter Zusammenbruch nach einer Stunde

60 Minuten stellen sich die Lilien gut an beim starken VfL Wolfsburg. Ein doppelter Innenpfosten verhindert sogar den Ausgleich. Doch was dann passiert, darüber wird in Darmstadt zu reden sein.

Geknickte Lilien nach der Pleite in Wolfsburg.

Geknickte Lilien nach der Pleite in Wolfsburg. Bild © iamgo / Steinsiek.ch

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Es mag komisch klingen nach einem satten 1:5, aber das Spiel der Lilien in Wolfsburg hätte durchaus eine andere Wendung nehmen können. Da wäre zum Beispiel die 49. Minute: Innenverteidiger Patric Pfeiffer bekam vor dem Wolfsburger Strafraum den Ball vom Gegner aufgelegt und zog ab. Der Ball schoss vom einen Innenpfosten zum anderen - und dann raus. Es wäre das 2:2 gewesen in einer unruhigen Wolfsburger Arena.

"Über 60 Minuten haben wir super Paroli geboten", sagte Mittelfeldmann Kai Klefisch. "Wir hatten sie da, wo wir sie haben wollten, bei der Unruhe und langen Bällen." Sein Trainer Florian Kohfeldt ergänzte: "Bis zur 60. Minute war es ein Spiel auf Augenhöhe. Wir hatten Wolfsburg in ganz vielen Situationen gepackt." Tatsächlich erzwangen die Lilien mit ihrem starken Gegenpressing das 1:1 durch Milan Smit förmlich und besaßen auch rund um den Ausgleich durch Ho-Jae Lee beste Gelegengeheiten.

Zu naiv am Ende

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00:51 Min.|Kristoffer Klein

Bild © IMAGO / Jan Huebner| zur Audio-Einzelseite

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Diese Phase meinte dann auch Klefisch, als er sagte: "Wir können mehr Positives mitnehmen, als mit gesenktem Kopf rauszugehen." Und der Trainer verwies darauf, dass Wolfsburg die "individuell stärkste Zweitliga-Mannschaft der letzten zehn Jahre" habe. Zumindest an diesem Freitagabend konnte man da kaum widersprechen: Allein wie Fabian Reese technisch feine Flanken schlug, mit Dynamik vorpreschte und dennoch die Übersicht behielt - das war allererste Güteklasse. Hinzu kamen der arrivierte Goalgetter Robert Glatzel und der schwedische Nationalstürmer Alexander Bernhardsson mit je einem Doppelpack. So viel Klasse ist schon schwer aufzuhalten.

Aber: Trotz all der mildernden Umstände stellten sich die Darmstädter am Ende auch zu naiv an. Innerhalb der letzten 30 Minuten setzte es drei Gegentore und noch einen Lattentreffer. "Wir haben ihnen ein offenes Spiel gegeben und das dürfen wir nicht machen", bemängelte Kohfeldt. "Wir sind zu unkontrolliert ins Gegenpressing gegangen, teilweise mit fünf, sechs Mann und nicht mehr zurückgekommen. In der letzten Kette haben wir in manchen Situationen den Kopf verloren."

Lange Pause bis Cottbus

So wurde aus einem lange ordentlichen Auftritt eine echte Packung. Die Lilien stehen nunmehr bei 13 Gegentoren in sechs Spielen, sie mussten bereits vier Niederlagen wegstecken. Nun geht es in die lange Länderspielpause, die entweder genau zur rechten Zeit kommt oder aber die Beine noch schwerer werden lassen kann. Bis zum 10. Oktober und dem Heimspiel gegen Cottbus wird Darmstadt wahrscheinlich einen Abstiegsplatz bekleiden. Es droht sogar die rote Laterne, wenn Kiel gegen Osnabrück punktet.

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01:55 Min.|Inka Blumensaat

Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite

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Der Trainer Kohfeldt weiß zumindest, woran jetzt gearbeitet werden muss: "Wir müssen weiter an unserer Achse, an unserer Struktur bauen. Wer wann auf dem Platz das Kommando übernimmt. Wir müssen Aufgaben in alle Richtungen übernehmen." Wenn sich das nicht schnell ändert, wird es ein ungemütlicher Herbst am Bölle.