„Das kann nicht wahr sein“: TV-Star stößt Debatte über schlechte Elektro-Infrastruktur an
Stand: 31.08.2026, 21:56 Uhr
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Unsichere Standorte, Kartenwirrwarr und ständig wechselnde Preise: TV-Star Judith Williams hadert mit der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland.
München – Eine verlassene Ladesäule, halb geöffnete Lastwagen und keine sichtbare Hilfe weit und breit: Für Judith Williams wird das Laden ihres Elektroautos mitten in der Nacht zu einem mulmigen Erlebnis. Bei Instagram schildert sie einen persönlichen Erfahrungsbericht – und Prüfstein für die Alltagstauglichkeit der E-Mobilität.

Die aus dem TV bekannte Unternehmerin fragt darin, ob sie „die einzige Frau“ sei, die sich an einem solchen Ort entsetzlich fühlt. „Ich habe nachts um eins wirklich Angst, hier im Nirvana.“ Ihre Kritik richtet sich an die Politik, aber auch an Betreiber und Energieunternehmen: Infrastruktur müsse nicht nur vorhanden, sondern sicher, verständlich und praktisch nutzbar sein.
Judith Williams will ihr E-Auto laden – und fürchtet Gefahrenzone
In dem von mehreren Medien aufgegriffenen Video-Posting beschreibt Williams einen abgelegenen Parkplatz, an dem sie ihr Elektroauto laden musste. Die nächste Tankstelle lag nach ihrer Darstellung rund 150 Meter entfernt. Für den Weg zur Toilette oder zu einem Getränk hätte sie „nochmal eine Gefahrenzone“ auf sich nehmen müssen.
„Wenn ich hier verschleppt werden sollte, würde es ja eh keiner merken, es gibt es Kameras, hier gibt es nichts weit und breit“, schildert der TV-Star. Das ist keine belastbare Statistik, aber ein recht deutliches Signal für ein potenzielles Marktproblem: Wer sich beim Laden unwohl fühlt, meidet womöglich die öffentliche Infrastruktur.
In den Kommentaren unter dem Beitrag erhielt Williams viel Zustimmung. Nutzerinnen berichten von ähnlichen Erfahrungen, auch tagsüber und nicht nur nachts. Andere erklären, dass sie solche Situationen tatsächlich vom Elektroauto abhalten. Einen Teil der Nachfrage verliert die E-Mobilität demnach auch durch mangelhafte Aufenthaltsqualität.
Elektroauto laden: Zeit, Preise und Komfort oft nicht ausreichend
Die Kritik von Judith Williams endet nicht bei der Sicherheit. Die 54-Jährige bemängelt per Social Media auch das „Kartenwirrwarr“ und eine unübersichtliche Preisgestaltung. Wer öffentlich laden will, muss je nach Standort mit unterschiedlichen Apps, Ladekarten, Tarifen und Zahlungswegen umgehen. Das macht eine einfache Alltagshandlung oft unnötig kompliziert.
Für Autofahrer und -fahrerinnen zählt deshalb nicht allein der Strompreis: Auch Wartezeit, Umwege, mögliche Blockierentgelte und die Suche nach einem funktionierenden Ladepunkt gehören zur Rechnung. Beim Elektroauto wird aus dem Tankvorgang ein längerer Aufenthalt – und genau das entscheidet, ob ein Standort als nützlich oder als Zumutung wahrgenommen wird.
Betreiber hingegen können Ladeparks über kurze Ladezeiten, transparente Preise und verlässliche Bezahlmöglichkeiten attraktiver machen. Wer zusätzlich Licht, Toiletten, eine Überdachung und einen geöffneten Service anbietet, verkauft nicht nur Kilowattstunden, sondern auch Zeit, Vertrauen und Komfort.
E-Mobilität braucht eine Infrastruktur mit Aufenthaltsqualität
„Das kann nicht wahr sein, dass die Politiker dieses System des Elektroladens einfach hinten bei den Mülltonnen und den ausrangierten Lkws hintun und wir Frauen nachts der Gefahr ausgesetzt sind“, erläutert Williams entsetzt. Nach welchen Kriterien werden Ladepunkte geplant und sind Verkehrssicherheit, soziale Sicherheit und Grundversorgung ausreichend zusammengedacht? Oft scheint Letzteres nicht der Fall zu sein.
Eine leistungsfähige Infrastruktur könnte deshalb stärker an Orten entstehen, an denen Menschen ohnehin einkaufen, essen oder übernachten. Supermärkte, Autohöfe, Hotels und kommunale Parkhäuser hätten einen Anreiz, Ladezeit in Umsatz oder Service zu verwandeln. Für die Nutzer und Nutzerinnen von E-Autos wäre das ein Schritt weg vom anonymen Parkplatz und hin zu einem verlässlichen Mobilitätsangebot. (Quelle: Instagram/judithwilliams_official, eigene Recherche)