Legionellen-Ausbruch in Basel: Anwohner zeigen sich besorgt
Publiziert3. August 2026, 17:44
Basel«Das macht Angst»: Anwohner äussern sich zum Legionellenausbruch
Aktuell häufen sich in Basel-Stadt Legionellose-Fälle: Eine Person ist bereits verstorben, 25 befanden sich im Spital. Das sagen Anwohner der betroffenen Rebgasse zum Legionellenausbruch.


Darum gehts
- In Basel häufen sich Legionellose-Fälle: 25 Personen wurden hospitalisiert, eine Person ist verstorben.
- Als mutmassliche Infektionsquelle gilt eine Kühlanlage auf einem Bürohausdach an der Rebgasse in Kleinbasel.
- Wie ein Augenschein vor Ort zeigt, sind die meisten Menschen vor Ort von der Nachricht betroffen – einige reagieren besorgt oder verängstigt.
Nach einem Legionellenausbruch in Basel verstarb eine Person, sieben weitere mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Das Basler Gesundheitsdepartement (GD) sprach am Montagmorgen im Rahmen einer Medienkonferenz von einer «aussergewöhnlichen Häufung von Krankheitsfällen mit Legionellose».

Als Auslöser der Erkrankungen stehen Nasskühltürme in Verdacht. Die Dampffahne einer solchen Verdunstungskühlanlage kann Legionellen über mehr als 10 Kilometer verbreiten. Besonders im Alter steigt das Risiko einer Legionärskrankheit oder Legionellose. Aber auch Personen, die rauchen, eine geschwächte Immunabwehr oder chronische Grunderkrankungen haben, sind anfällig.
«Habe viele Familienangehörige, die chronisch krank sind»
20 Minuten hat mit Passantinnen und Passanten an der betroffenen Rebgasse gesprochen. Melina (31) aus Allschwil BL arbeitet in der Nähe der betroffenen Strasse: «Ich finde es scheisse, weil ich viele Familienangehörige habe, die chronisch krank sind.»

Ganz konkret betrifft der Ausbruch die 28-jährige Laura, die gerade in der Rebgasse einkauft. Sie sagt: «Ich habe vom Legionellenausbruch bis jetzt nichts mitbekommen. Mich trifft es, da ich chronisch krank bin. Gross Sorgen bereiten mir die Neuigkeiten aber nicht. Sonst müsste man ja dauernd in Angst leben.»
«Das macht Angst, logisch»
Betroffen zeigt sich ein Mitarbeiter eines Döner-Imbisses, der anonym bleiben möchte: «Das macht Angst, logisch.» Auf die Information, dass es einen Todesfall gegeben hat, reagiert er fassungslos. Mit einem Kollegen, der bei ihm isst, rätselt er, wo die Kühlungs-Anlage steht. Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt ist an die Schweigepflicht gebunden und darf diesen nicht bekanntgeben.

«Für alle kranken Menschen tut es mir leid und es ist schade, dass so etwas passieren musste», sagt der 17-jährige Efe zum Fall. Es sei wichtig, dass der Fall öffentlich gemacht wurde, um Betroffene zu schützen. Um sich selbst mache er sich aber keine grossen Sorgen: «Ich habe ein gesundes Immunsystem.»
Symptome einer Legionellose
Legionellen können zwei Krankheitsformen hervorrufen. Die milde Verlaufsform ist das Pontiac-Fieber, ein grippeähnliches Krankheitsbild mit Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Eine gravierendere Variante ist die Legionärskrankheit, eine schwerwiegende Lungenentzündung mit starkem Husten, Brustschmerzen und bis zu 40 °C Fieber.
Nach dem Legionellenausbruch ruft Kantonsärztin Eva Würfel Personen mit einer Lungenentzündung dazu auf, sich bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt zu melden – denn eine Legionellose ist meldepflichtig. Ausserdem bittet Yves Parrat, Leiter des Basler Laboratoriums, Betreibende von grösseren Nasskühltürmen, sich beim Labor zu melden: «Je mehr dem kantonalen Laboratorium bekannt sind, desto schneller kann es bei künftigen Ausbrüchen reagieren.»
Was sind Legionellen?
Erklärung des Laboratoriums: Legionellen sind wasserassoziierte Bakterien, die beim Einatmen von Aerosolen schwere Erkrankungen wie die Legionellose verursachen können – insbesondere bei vulnerablen Personen wie älteren Menschen, Immunsupprimierten oder Personen mit chronischen Grunderkrankungen. Sie vermehren sich vor allem in grossen, verzweigten Warmwasserinstallationen, wenn Zapfstellen längere Zeit nicht genutzt werden, Temperaturen zu niedrig sind oder Wasser in Leitungsabschnitten stagniert.
Wie die Ansteckung erfolgt und wie du dich am besten davor schützt, liest du in diesem Artikel auf 20 Minuten nach.
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Jeanne Dutoit ist Korrespondentin der Lokalredaktion Basel.

Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
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