Der perfekte Goldrausch: Jungclaussen, Grzywatz und Nadermann feiern mit Deutschland historischen EM-Lauf


Stand: 27.07.2026, 06:00 Uhr

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Die deutsche Faustball-Nationalmannschaft der Frauen bei der Siegerehrung

Die Belohnung für ein perfektes Wochenende: Deutschlands Faustball-Frauen feiern ihren Titelgewinn ausgelassen mit einer Champagner-Dusche. © Uwe Spille

Deutschlands Faustball-Frauen haben ihren Europameistertitel in der Schweiz verteidigt. Ida Jungclaussen, Michaela Grzywatz und Jordan Nadermann standen beim 3:0-Finalsieg gegen die Schweiz gemeinsam auf dem Feld.

Reiden – Es war ein Wochenende der perfekten Bilanz und der großen Emotionen: Deutschlands Faustball-Frauen haben bei der Europameisterschaft im schweizerischen Reiden ihren Titel eindrucksvoll verteidigt – ohne einen einzigen Satzverlust. Mittendrin im goldenen Triumphzug: drei Ausnahmeathletinnen aus dem Landkreis Oldenburg. Ida Jungclaussen vom TV Brettorf sowie Michaela Grzywatz und Jordan Nadermann vom Ahlhorner SV krönten sich mit dem Team von Bundestrainerin Annkatrin Kühner zum verdienten EM-Titel.

Dass wir das Turnier ohne Satzverlust gewinnen konnten, bedeutet uns besonders viel.

„Das Wochenende war für uns ein voller Erfolg“, strahlte Jungclaussen. „Die Stimmung im Team war hervorragend, jeder hat seine Leistung abgerufen. Dass wir das Turnier ohne Satzverlust gewinnen konnten, bedeutet uns besonders viel.“ Es war der Lohn für eine konzentrierte, dominante Leistung, die bereits in der Vorrunde begann. Gegen Serbien (11:2, 11:2) und das außer Konkurrenz spielende Namibia (11:1, 11:3) gab es blitzsaubere 2:0-Erfolge. Richtig spannend wurde es im Duell mit Österreich: 1:4 lag Deutschland im ersten Satz zurück. Kühner zog die Auszeit – neun Punkte in Serie brachten die Wende zum 11:5. Auch im zweiten Durchgang lagen die deutschen Frauen 6:9 hinten, ehe ein 5:0-Lauf den 11:9-Sieg perfekt machte. Der abschließende Vorrundensieg gegen die Schweiz geriet mit 11:7 und 11:3 zur Demonstration der Stärke.

Am Samstag ging der Siegeszug nahtlos weiter. Im Halbfinale ließ Deutschland Serbien mit 11:1, 11:2 und 11:4 keine Chance. Wer der Finalgegner sein würde, war zu diesem Zeitpunkt noch offen – auf dem Nachbarfeld spielte sich ein Drama ab: Die Schweiz traf auf Österreich und musste vor heimischer Kulisse über fünf Sätze zittern. Satz eins holten die Gastgeberinnen knapp mit 12:10, gaben dann zwei Durchgänge mit 4:11 und 7:11 ab. Mit dem Rücken zur Wand kämpfte sich das Team zurück, gewann Satz vier mit 11:8 und erzwang den Entscheidungsdurchgang, den es mit 11:7 für sich entschied. 3:2 – Finaleinzug, grenzenloser Jubel. Österreich sicherte sich danach Bronze mit einem klaren 3:0 (11:3, 11:1, 11:1) gegen Serbien.

Das Traumfinale war angerichtet: Deutschland gegen die Schweiz, bei Temperaturen jenseits der 30 Grad, umrahmt von der parallel laufenden U 18-Weltmeisterschaft. „Ein großes Lob gilt auch der Organisation: Die Meisterschaft war hervorragend ausgerichtet und die Kombination mit der U 18-WM hat für eine besondere Atmosphäre gesorgt“, lobte Jungclaussen. Bundestrainerin Kühner setzte auf eine Startformation mit Ida Jungclaussen in der Abwehr und Jordan Nadermann im Angriff. Der erste Satz blieb bis zum 5:5 ausgeglichen, dann zog Deutschland auf 11:7 davon. Im zweiten Durchgang geriet das Team beim 4:6 ins Wanken, doch Kühner bewies ein glückliches Händchen: Mit Helle Großmann und Svenja Schröder brachte sie frische Kräfte – 11:7. Der dritte Satz wurde zur Machtdemonstration: 6:0-Führung, und als Michaela Grzywatz eingewechselt wurde, standen alle drei Landkreisspielerinnen gemeinsam auf dem Feld. Matchball, 11:4 – Europameister!

„Die Stimmung im Team war über das gesamte Wochenende hinweg hervorragend“, erklärte Nadermann. „Mit dem neuen Trainerteam und dem gesamten Staff hat die Zusammenarbeit von Beginn an bestens funktioniert. Wir konnten jederzeit ohne Qualitätsverlust wechseln, genau das hat den Unterschied gemacht.“ Tatsächlich war es die enorme Kaderbreite, die Kühner als Trumpf ausgespielt hatte. Nadermann überzeugte als druckvolle Angreiferin, Jungclaussen war der gewohnt sichere Fels in der Abwehr, und Grzywatz setzte mit ihrer Erfahrung in den entscheidenden Phasen wichtige Impulse. Als das Team nach dem verwandelten Matchball im Jubelknäuel versank, flossen auch bei den drei Lokalmatadorinnen Tränen der Freude.

Die Bundestrainerin brachte es auf den Punkt: „An diesem Wochenende hat es die Mannschaft einem als Trainerteam sehr einfach gemacht. Die Mädels sind top. Und dass sie ohne Satzverlust geblieben sind, spricht für sich.“