Diakite stärkt Sturm vor der Reise nach Bournemouth und dem Grazer Derby die Zuversicht


Bundesliga

Diakite stärkt Sturm vor der Reise nach Bournemouth und dem Grazer Derby die Zuversicht

Ivorischer Neuzugang hat voll eingeschlagen und soll auch in den englischen Wochen entscheidend werden. GAK unter Gerald Scheiblehner weiter unbesiegt und mit Kampfansage an Sturm

Ein Fußballspiel in der Generali-Arena in Wien: Ein Spieler von Sturm Graz (links) und der Torwart von Austria Wien (in orange) sind in Aktion, während der Ball in der Luft ist. Im Hintergrund sind Zuschauer und ein weiterer Spieler zu sehen.
Wenn er vor dem Tor auftaucht, wird es gefährlich: Oumar Diakite (links) schenkte am Samstag der Austria und ihrem Tormann Samuel Sahin-Radlinger zweimal ein.

Wien – Vom vermeintlichen "Schwalbenkönig" zum Matchwinner hat Oumar Diakite nur wenige Minuten gebraucht. Der 22-Jährige führte Sturm mit seinem Doppelpack gegen die Austria zum für die Grazer so wichtigen Dreier in der Fußball-Bundesliga. Fabio Ingolitsch lobte seine ersatzgeschwächte Elf nach dem 2:0 in Wien über den Klee, Sturms Coach notierte mit Blick auf das fordernde Programm einen "sehr wichtigen" Erfolg. Mit Diakite scheint Sturm den gesuchten Goalgetter gefunden zu haben.

Der ivorische Teamstürmer benötigte bisher nur 136 Liga-Minuten, um gleich dreimal anzuschreiben. Nach seinem Startelfdebüt bei der Austria war nach etwas mehr als einer Stunde Schluss. "Er hat sich gesteigert in den letzten Wochen. Aber man hat gesehen, dass der Tank schon sehr leer war", meinte Ingolitsch über seinen mit Trainingsrückstand eingetroffenen Schützling. Diakite selbst sah sich "bei 90 Prozent" - eine Einschätzung, die sein Trainer nicht teilen wollte. Es ist fast eine Warnung an die Konkurrenz. "Welchen Impact und Mehrwert er liefern kann, hat man von der ersten Minute an gesehen", meinte Ingolitsch.

Neuzugang schlug ein

Diakite sorgte am Samstagabend auch dafür, dass Sturms Offensivflaute dieses Mal kein Thema war. Von den bisher zehn geschossenen Treffern hat die erst Anfang September nach Graz gewechselte Reims-Leihgabe fast ein Drittel selbst erzielt. "Ich werde weiter hart arbeiten", sagte der gebürtige Franzose dazu. Dass er von Referee Walter Altmann zunächst mit Gelb verwarnt wurde, ehe die Szene per VAR auf Elfmeter für Sturm umgewandelt wurde, sah er locker. "Ich habe dem Schiedsrichter gleich gesagt, er soll es sich auf dem Schirm anschauen."

Diakites Wucht wird Sturm auch in den kommenden Aufgaben brauchen. Am Donnerstag gastiert der Vizemeister in der Europa League an der englischen Südküste bei Bournemouth, drei Tage später wartet das Grazer Derby gegen den GAK. Ingolitsch hoffte auf eine weitere Steigerung. Dass Sturm in der violetten Drangphase in der letzten Viertelstunde ohne Gegentreffer blieb, ersparte den Grazern ein zittriges Finish. Hier setzte Ingolitsch bei allem Lob auch zur kleinen Kritik an. "Gewisse Phasen müssen wir cleverer bestreiten", meinte der 34-Jährige. Auch gelte es, konsequenter mit den sich bietenden Torchancen umzugehen. "Wir tun die richtigen Dinge, aber wir müssen die Dinge auch richtig tun."

GAK als "schlafender Riese"

Graz ist jedenfalls die Stadt der Stunde, die Stadt der Runde. Neben Sturm hat am Samstag auch der GAK beim 0:0 gegen Salzburg voll überzeugt. Trainer Gerald Scheiblehner gefiel der Auftritt seines Teams. "Wir haben schon in den vergangenen Wochen stabil Leistung gebracht, heute war es ein Ausreißer nach oben von der Physis", resümierte der 49-Jährige.

Ein Fußballtrainer in blauer Kleidung jubelt mit geballten Fäusten auf einem Spielfeld während eines Spiels. Im Hintergrund sind verschwommene Zuschauerränge zu sehen.
Unter Gerald Scheiblehner geht es mit dem GAK bergauf.

Das fehlende Glück in der Offensive müsse man in Zukunft erzwingen. "Wenn man nach einem Spiel gegen Salzburg ein bisschen damit hadert, nicht zu gewinnen, dann ist man auf einem guten Weg", meinte der Oberösterreicher. Das auch in der Tabelle mit Platz sechs. "Der GAK ist ein schlafender Riese, der schön langsam erwacht", betonte Goalie Cican Stankovic.

Unter Scheiblehner gab es in fünf Pflichtspielen zwei Siege und drei Remis. Zu Hause waren die Grazer auch schon vor seiner Zeit stark, seit dem 13. Dezember 2025 gab es keine Liga-Heimniederlage. "Die Fans pushen uns immer", sagte Yannick Oberleitner. Im Auswärtsderby am kommenden Sonntag im Duell mit Sturm werden sie zwar in der Unterzahl sein, aber Scheiblehner verspricht: "Wir können mit großer Brust antreten, Sturm kann sich anhalten." (APA, red, 11.10.2026)

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