Die fünf häufigsten Fehler beim Thema Rente – und wie man sie noch korrigiert
Stand: 13.08.2026, 18:18 Uhr
Kommentare
Beim Thema Rente werden immer wieder dieselben Fehler gemacht. Wer sie kennt, kann sie noch korrigieren, manchmal auch spät.
Rente ist das Thema, das am häufigsten aufgeschoben wird. Was dabei meistens passiert: Fehler, die sich langsam aufschichten und die erst im Rentenbescheid sichtbar werden. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Fehler lassen sich korrigieren. Manche sofort, manche brauchen Zeit. Aber alle brauchen den ersten Schritt: sie zu kennen.
Content-Partnerschaft:
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Ob die eigene Altersvorsorge wirklich reicht, zeigt der kostenlose Renten-Check von Fortunalista. In wenigen Minuten liefert das Tool eine erste Einschätzung und konkrete Hinweise, wie sich mögliche Lücken schließen lassen. Hier klicken zum kostenlosen Renten-Check.
„Die teuersten Rentenfehler sind nicht die dramatischen“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Sie sind die stillen. Die, die niemand bemerkt, weil sie sich über Jahre aufbauen.“

Fehler 1: Die Renteninformation nie wirklich lesen
Was dabei fast jeder tut: Den Brief der Deutschen Rentenversicherung in den Ordner legen, ohne ihn wirklich zu verstehen. Was dabei verloren geht: die wichtigste jährliche Standortbestimmung der eigenen Altersvorsorge.
Was dabei falsch verstanden wird: Die ausgewiesene Rente ist ein Bruttobetrag. Nach Abzügen bleiben rund 15 bis 20 Prozent weniger. Wer plant, als wäre der Bruttobetrag das Nettoeinkommen, plant mit einer falschen Zahl. Was zu tun ist: Den nächsten Rentenbescheid wirklich lesen. Bruttobetrag mit 0,82 multiplizieren. Die reale Nettorente kennen.
Fehler 2: Kindererziehungszeiten nicht anmelden
Was dabei statistisch passiert: Millionen von Frauen in Deutschland haben Kindererziehungszeiten, die nie angemeldet wurden. Was das kostet: pro Kind bis zu drei Jahre Rentenpunkte. Bei zwei vergessenen Jahren fast 20.000 Euro weniger Rente über zwanzig Jahre. Was dabei als Ausrede gilt: Das passiert doch automatisch. Falsch. Kindererziehungszeiten müssen aktiv beantragt werden.
Was zu tun ist: Formular V0800 bei der Deutschen Rentenversicherung einreichen. Das geht jederzeit, auch Jahre nach der Geburt. Kostet eine Stunde.
Fehler 3: Auf die gesetzliche Rente allein vertrauen
Was die Deutsche Rentenversicherung selbst in der Renteninformation schreibt: Die gesetzliche Rente allein reicht nicht aus. Eine Zusatzvorsorge ist empfohlen. Trotzdem vertrauen viele Frauen ausschließlich auf die gesetzliche Rente. Was dabei die Realität ist: 90,5 Prozent aller Rentnerinnen erhalten weniger als 1.500 Euro brutto monatlich.
Was zu tun ist: Eine private Säule aufbauen. ETF-Depot, betriebliche Altersvorsorge oder beides. Wer damit beginnt, schließt die Lücke, die die gesetzliche Rente nicht füllt.
Fehler 4: Die betriebliche Altersvorsorge nicht nutzen
Was dabei als Fakt gilt: Seit 2019 sind Arbeitgeber verpflichtet, bei Entgeltumwandlung mindestens 15 Prozent Zuschuss zu zahlen. Was nicht genutzt wird, verfällt jeden Monat. Was dabei der häufigste Grund für das Nicht-Nutzen ist: Das Thema wurde nie aktiv angesprochen oder es ist unklar, wie die betriebliche Altersvorsorge beantragt wird.
Was zu tun ist: Die Personalabteilung ansprechen. Fragen, welche betriebliche Altersvorsorge angeboten wird und wie hoch der Arbeitgeberzuschuss ist. Was dabei die nächsten zwanzig Jahre an Rendite bedeuten kann: erheblich.
Fehler 5: Den Renteneintritt nicht planen
Was dabei meistens passiert: Frauen gehen in Rente, wann es sich ergibt. Was dabei meistens nicht bekannt ist: Wie hoch der Abschlag für einen früheren Eintritt ist. Dass jedes Jahr weniger Arbeit dauerhaft weniger Rente bedeutet. Dass ein späterer Eintritt deutlich mehr bringt. Für jeden Monat früheren Renteneintritts werden 0,3 Prozent der monatlichen Rente dauerhaft abgezogen. Vier Jahre früher: 14,4 Prozent weniger Rente. Für immer.
Was zu tun ist: Den geplanten Renteneintritt bewusst wählen. Die Konsequenzen verschiedener Szenarien bei der Deutschen Rentenversicherung kostenlos berechnen lassen. Wer früher aufhören möchte, braucht ein eigenes Depot als Puffer.
Fünf Fehler, alle korrigierbar. Was dabei die wichtigste Erkenntnis ist: Je früher die Korrektur, desto mehr Zeit hat sie zu wirken. Renteninformation lesen. Kindererziehungszeiten anmelden. Private Vorsorge aufbauen. Betriebliche Altersvorsorge nutzen. Renteneintritt planen.