St. Pauli ärgert sich nach Remis in Hannover


FC St. Pauli

„Die Jungs ärgern sich“: Remis in Hannover zu wenig für den FC St. Pauli?

Abdoulie Ceesay hatte in Hannover nicht viele Szenen, aber war trotzdem gefährlichster Hamburger und traf.
Witters

Nicht wirklich gut, schon gar nicht schlecht: Der FC St. Pauli haderte mit seinem Auftritt bei Hannover 96 und hätte mehr holen können als „nur“ einen Punkt.

Wer zu Hause gewinnt und in der Fremde stets ein Remis einfährt, dürfte am Ende einer Saison relativ weit vorne landen: Der FC St. Pauli hat das „schwere Auswärtsspiel“ (Connor Metcalfe) in Hannover gemeistert, vor 48.700 Fans in der ausverkauften Arena ein 1:1 (1:0) erreicht und ist somit nun seit fünf Partien ungeschlagen. Mit ein bisschen Dusel hätte auch ein Dreier und der Sprung in die Spitzengruppe herausspringen können, „aber zum jetzigen Zeitpunkt schaue ich eh noch nicht auf die Tabelle“, winkte Trainer Marcel Rapp ab.

Die erste Hälfte … puh! Dabei fing St. Pauli noch gut an, ballsicher, zielstrebig und mit einer dicken Chance für Connor Metcalfe, der nach starkem Angriff über Lars Ritzka und Louis Oppie aus zehn Metern zentral vorm Tor den Ball nicht richtig traf (7.). „Der Ball ist von meiner Ferse versprungen, das hätte ich besser hinkriegen sollen“, erklärte der Australier. „Das hätte ein Tor sein sollen, ich bin enttäuscht.“ Dann sprang auch noch Gevatter Glück zur Seite, als Hannover schon feierte, Källmann aber in der Entstehung des Chakroun-Treffers hauchzart im Abseits gestanden hatte (9.).

St. Pauli spielt plötzlich sehr fehlerbehaftet

Aber ab da funktionierte plötzlich mit Ball gar nichts mehr bei Braun-Weiß. Und das gegen einen Kontrahenten, der sichtlich nach Linie im eigenen Tun suchte. Fehlpässe, Ungenauigkeiten zuhauf und vor allem in der gegnerischen Hälfte keinerlei physische Präsenz – völlig unerklärlich.  Weil 96 aber auch nicht wirklich viel einfiel, die einzige nennenswerte Gelegenheit aus einem Lattenkopfball von Ghita bestand (29.), lief alles, wirklich alles auf eine torlose erste Hälfte hinaus. „Ein Spiel auf überschaubarem Niveau“, umschrieb es Rapp.

Abdoulie Ceesay bringt St. Pauli aus dem Nichts in Führung

Aber dann flankte Oppie, fand den bis dahin komplett abgemeldeten Abdoulie Ceesay. Und der köpfte die Murmel unhaltbar für Hannovers Weinkauf ins kurze Eck. Die Führung, die eher unverdiente, in der einminütigen Nachspielzeit. Die überdauerte die Pause, aber viel mehr auch nicht. Drei Minuten nach der Pause fiel bereits das 1:1, weil ein missglückter Klärungsversuch von Ritzka bei Chakroun landete, der erneut traf – und diesmal zählte das Tor, auch wenn vergangene Woche ein nahezu identischer Treffer des KSC am Millerntor nicht gegeben wurde.

„Wir kommen aus der Halbzeit raus, führen 1:0 und denken, jetzt läuft’s für uns gut - und kriegen dann so ein Gegentor“, kritisierte Rapp. „Dann rappeln wir uns wieder auf und spielen in der zweiten Halbzeit einen ordentlichen Ball, besser als in der ersten. Aber wir haben aus dem Ballbesitz in der zweiten Halbzeit zu wenig Chancen kreiert, deswegen gehen wir mit einem Punkt heim.“Und das war am Ende wohl auch das gerechte Resultat, wobei Ceesay fast den Doppelpack geschnürt hätte, mit seinem zweiten Kopfball aber am Pfosten scheiterte (73.).

Für St. Pauli wäre auch ein Dreier möglich gewesen

„Wir gehen eher mit dem Gefühl da raus, dass mehr drin gewesen wäre“, sagte Rapp und fand das „gut. Am Anfang der Saison hätten wir einen Punkt in Hannover sofort unterschrieben. Ist doch in Ordnung, wenn sich die Jungs jetzt darüber ärgern“. Was den Coach wiederum wurmte: „Wenn man das ganze Spiel sieht, hatten wir schon Spieldominanz und haben einfach nur zu wenig Chancen daraus kreiert.“ Daran gelte es zu arbeiten, um es schon am kommenden Freitag besser zu machen. Da geht es dann zu Darmstadt 98.

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