Die KI-Wette kippt: Big-Short-Legenden warnen vor Crash bei Nvidia und Google
Stand: 28.07.2026, 09:12 Uhr
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Steve Eisman verkauft Alphabet-Anteile, Michael Burry sieht Nvidia crashen – und Bitcoin könnte das Frühwarnsystem sein. Die Männer, die 2008 recht hatten, wittern jetzt den nächsten großen Crash.
New York – Wer bei den Namen Steve Eisman und Michael Burry nicht hellhörig wird, hat den Film „The Big Short“ verpasst – oder verdrängt, wie nahe diese Investoren der Wahrheit kommen, wenn alle anderen noch feiern. Beide setzten 2007 gegen den Immobilienmarkt und lagen richtig, während Banken kollabierten. Jetzt schlagen sie wieder Alarm. Diesmal geht es um KI-Aktien.
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Eisman hat laut t3n seine langjährigen Alphabet-Anteile verkauft, ein bemerkenswerter Move für jemanden, der noch im Mai 2026 optimistisch in die Tech-Zukunft blickte. In einem CNBC-Interview warnte er explizit davor, dass Investoren das Risiko unterschätzen könnten, dass der KI-Boom die hohen Erwartungen nicht erfüllt.

Während sein Big-Short-Kollege Michael Burry bereits früher Nvidia ins Visier nahm, zieht Eisman jetzt nach und reduziert sein gesamtes KI-Engagement.
Der Kanarienvogel in der Bitcoin-Mine
Die These wird pikant, wenn man Dr. André Dragosch zuhört, Head of Research Europe bei Bitwise. Gegenüber BTC-ECHO erklärt er, warum Bitcoin als Frühindikator für das Ende der KI-Euphorie fungieren könnte.
Während Tech-Riesen wie Alphabet, Amazon und Meta Milliarden in KI-Infrastruktur pumpen und die Nvidia-Aktie trotz aller Warnungen bis vor Kurzem noch glänzte, zeigte sich Bitcoin zuletzt resilient, ein möglicher Vorbote für eine Umkehr der Kapitalströme.
Tatsächlich verlor Nvidia am 27. Juli 2026 rund 4,5 Prozent, ASML brach um 5,8 Prozent ein, AMD um 5,5 Prozent. Das abgezogene Geld floss laut CNBC vor allem in Krypto-Aktien wie Bitcoin Immersion, Strategy und Coinbase – nicht aber in Bitcoin selbst, der bei 65.000 Dollar auf Jahresbasis immer noch im Minus notiert.
Mega-IPOs als letzter Akt?
Dragosch sieht die geplanten Börsengänge von OpenAI und Anthropic als möglichen Höhepunkt und damit Wendepunkt der KI-Hysterie. Historisch markieren Mega-IPOs oft das Ende eines Hype-Zyklus, nicht den Anfang. Wenn die letzten Retailanleger einsteigen, um bei „der nächsten großen Sache“ dabei zu sein, steigen die Profis aus.
Die Parallelen zu 2008 sind frappierend: Auch damals ignorierten die Märkte zunächst die Warnungen von Eisman und Burry. Der Unterschied? Diesmal geht es nicht um Immobilien, sondern um eine Technologie, deren praktischer Nutzen noch immer hinter den astronomischen Bewertungen hinterherhinkt.
Business Punk Check
Die Frage ist nicht, ob die KI-Blase platzt, sondern wann. Eisman und Burry haben ihre Glaubwürdigkeit nicht durch Glück erworben, sondern durch eiskalte Analyse gegen den Mainstream. Dass beide jetzt skeptisch werden, sollte auch den letzten KI-Jünger nachdenklich stimmen.
Bitcoin als Frühwarnsystem zu beobachten, wie Dragosch vorschlägt, klingt zunächst kontraintuitiv, macht aber Sinn, wenn man versteht, dass Risikokapital immer zuerst aus volatilen Assets abfließt, bevor die großen Crashes kommen.
Wer jetzt noch All-in bei Nvidia, Google oder den kommenden KI-IPOs geht, sollte sich fragen: Will ich wirklich derjenige sein, der den Big-Short-Legenden widerspricht? Die Handlungsempfehlung ist brutal simpel: Diversifizieren, Gewinne realisieren, defensive Positionen aufbauen. Die Party ist vorbei, auch wenn die Musik noch spielt.