Die neue Spar-Generation: Wie diese App den Einkauf günstiger machen soll


Die Zeiten, in denen man mit einem Stapel Papierprospekte am Küchentisch saß und Angebote verglich, scheinen langsam vorbei. Während immer mehr Händler ihre Flugblätter reduzieren oder digitalisieren, verlagert sich auch das Sparen zunehmend aufs Smartphone. Statt mühsam Preise zu vergleichen, setzen viele Konsumentinnen und Konsumenten auf Apps, die Angebote bündeln, Einkaufslisten erstellen oder sogar Ausgaben analysieren.

Ein Beispiel dafür ist die Wiener Plattform marktguru. Was 2011 mit einer einfachen Idee begann, ist heute für viele Nutzer ein digitaler Begleiter beim Einkaufen.

Mit der marktguru-App lassen sich aktuelle Angebote digital vergleichen und Einkäufe planen.

Mit der marktguru-App lassen sich aktuelle Angebote digital vergleichen und Einkäufe planen.

Eine Idee aus Meidling: Das digitale Flugblatt

Die Geschichte von marktguru begann mit einer alltäglichen Situation: Der Wiener Patrick Dainese wollte gemeinsam mit seinem Vater Rasierklingen kaufen. Das Problem: Es gab damals keine einfache Möglichkeit, auf einen Blick zu sehen, welcher Händler das Produkt gerade günstiger anbot.

Patrick Dainese gehört zu den Gründern des Wiener Unternehmens marktguru.

Patrick Dainese gehört zu den Gründern des Wiener Unternehmens marktguru.

Aus dieser Erfahrung entstand die Idee, klassische Prospekte digital verfügbar und durchsuchbar zu machen. Gemeinsam mit Thomas Kern gründete Dainese 2011 in Wien marktguru. 2013 stieg die ProSiebenSat.1 PULS 4 Gruppe ein, seit 2016 ist die Plattform auch in Deutschland aktiv. Heute nutzen in Österreich rund 500.000 Menschen monatlich die App.

Thomas Kern ist Mitgründer des Wiener Unternehmens marktguru.

Thomas Kern ist Mitgründer des Wiener Unternehmens marktguru.

Vom Prospekt zur digitalen Einkaufshilfe

Das digitale Flugblatt bildet weiterhin den Kern der App, wurde in den vergangenen Jahren aber um zahlreiche Funktionen erweitert. Nutzerinnen und Nutzer können Angebote nicht nur ansehen, sondern direkt in ihre Einkaufsplanung einbauen.

Wer beispielsweise im Prospekt ein günstiges Kaffeeangebot entdeckt, kann das Produkt mit einem längeren Fingertipp direkt auf eine digitale Einkaufsliste setzen. Auch eine gezielte Suche ist möglich: Statt zahlreiche Seiten zu durchblättern, reicht die Eingabe eines Begriffs wie „Kaffee“ oder „Windeln“, um passende Aktionen verschiedener Händler zu finden. Zusätzlich können Lieblingsgeschäfte gespeichert werden. Sobald ein neues Prospekt verfügbar ist, erhalten Nutzerinnen und Nutzer eine Benachrichtigung.

Cashback: Geld zurück nach dem Einkauf

Neben dem Angebotsvergleich setzt marktguru auch auf Cashback. Dabei können Nutzerinnen und Nutzer wechselnde Aktionsprodukte kaufen, den Kassenbon fotografieren und über die App hochladen. Gerade angesichts steigender Lebenshaltungskosten wird die Suche nach günstigeren Angeboten für viele Menschen immer wichtiger. Die Inflation in Österreich lag im Juni 2026 bei 3,2 Prozent – besonders spürbar ist die Teuerung beim täglichen Einkauf.

Rezepte, Angebote und Einkaufsliste wachsen zusammen

Auch die Verbindung von Inspiration und Sparen wird zunehmend digital. In der marktguru-App gibt es mittlerweile einen Rezeptbereich, in dem Zutaten von Alltagsgerichten automatisch mit aktuellen Angeboten verknüpft werden. Wer beispielsweise eine Lasagne oder ein Low-Carb-Gericht kochen möchte, sieht direkt, welche Zutaten aktuell günstiger erhältlich sind. Die benötigten Produkte können anschließend mit einem Klick auf die Einkaufsliste gesetzt werden.

Auch außerhalb der eigenen App liefert marktguru im Rahmen von Kooperationen passende aktuelle Angebote, die dann direkt bei Rezepten angezeigt werden, etwa bei ichkoche.at.

Der nächste Schritt: Der KI-Blick aufs eigene Geld

Während viele Spar-Apps beim Preisvergleich ansetzen, geht der Trend zunehmend Richtung persönlicher Finanzübersicht. marktguru entwickelt mit der Zusatz-App Bonsy einen digitalen Haushaltshelfer, der Kassenbons analysiert. Dabei werden Einkäufe automatisch ausgewertet und nicht nur grob in Kategorien wie „Lebensmittel“ oder „Freizeit“ eingeteilt. Stattdessen erkennt das System einzelne Produktgruppen und zeigt beispielsweise, wie viel Geld im Monat für Gemüse, Getränke oder Milchprodukte ausgegeben wurde.

Zusätzlich können Nutzerinnen und Nutzer über einen KI-Chat Fragen zu ihren Ausgaben stellen, etwa, wie viel sie in einem bestimmten Monat für Süßigkeiten ausgegeben haben. Die Analyse erfolgt dabei auf Basis der eingescannten Belege und ohne Zugriff auf das Bankkonto.

kurier.at  |  17.07.2026, 17:43