Die Regionalliga-Reform stockt weiterhin: Machen, nicht reden!


Fußball | Aufstiegsinitiative

Stand: 15.08.2026 11:52 Uhr

Der Kampf um eine gerechte Aufstiegsregelung geht weiter. Der NOFV drängt den DFB postalisch, den Gesprächsfaden schnell aufzunehmen. Um die Spielordnung zu modifizieren, müsste der DFB-Bundestag die Satzung ändern.

von Peer Vorderwülbecke

Das Ringen um die Reform der Fußball-Regionalliga geht weiter. Allerdings sehr langsam. Auch, weil die Abstimmung vor knapp zwei Monaten kein Ergebnis gebracht hat. Trotzdem machen die Vereine weiter Druck. Einige Wochen herrschte Funkstille beim Thema Aufstiegsreform, doch jetzt ist der NOFV wieder in die Offensive gegangen – mit einem eindeutigen Schreiben an den DFB.

NOFV positioniert sich deutlich

Unter den Regionalliga-Vereinen hat sich in den letzten Wochen schon wieder ein deutlicher Unmut breitgemacht. Diesen Unmut haben auch die Fans zum Regionalliga-Auftakt demonstriert. Möglicherweise ein bisschen zu Unrecht, denn NOFV-Präsident Herrmann Winkler hat sich jetzt eindeutig positioniert: "Die Aufstiegsreform darf jetzt nicht im Sande versickern", hat Winkler "Sport im Osten" gesagt. "Die Fans, wir Funktionäre und die Spieler und die Vereine wollen eine Lösung", so die deutliche Forderung. "Das ist ein brennendes Problem für ganz Deutschland und deshalb möchte ich es jetzt forcieren."

Kompassmodell oder Aufstockung der 3. Liga?

Tommy Haeder von der Initiative Aufstiegsreform

Tommy Haeder von der Initiative Aufstiegsreform

Forciert hat er es mit einem dreiseitigen Brief, der dem MDR vorliegt. Interessant dabei: Hermann Winkler hat sich nicht auf das Kompassmodell festgelegt, sondern bringt auch wieder die Aufstockung der dritten Liga ins Gespräch: "Diese Aufstockung auf 22 Mannschaften mit fünf Auf- und fünf Absteigern, das ist ein Modell, was mir seit Jahren auf den Fußballplätzen zugerufen wird, nach dem Motto: Warum macht ihr das nicht einfach?"

Einfach machen – mit dieser Herangehensweise rennt der NOFV bei den Vereinen offene Türen ein. Tommy Haeder, der Geschäftsführer des Chemnitzer FC, kämpft schon seit über eineinhalb Jahren für die Reform – und ist mittlerweile hörbar angefressen: "Wir haben als Vereine deutlich gemacht, dass es an der Zeit ist, etwas zu ändern. Also dass wir tatsächlich den Mut fassen, eine Reform umzusetzen." Und nicht ständig über neue Lösungswege zu diskutieren. Es ist kein Geheimnis, dass Haeder und auch die Aufstiegsinitiative das Kompassmodell favorisieren.

Fragt sich nur: Wer kann denn jetzt die Entscheidung herbeiführen – und vor allem wann. In der Aufstiegsinitiative gibt es die Hoffnung, dass der DFB-Vorstand, quasi auf dem kurzen Dienstweg die Reform beschließen könne. Weil auf dem DFB-Bundestag 2017 ja schon Einigkeit erzielt worden sei, über die Umstrukturierung von fünf auf vier Regionalligen.

Sportrechtler: DFB-Bundestag müsste Satzung ändern

"Sport im Osten" hat unabhängig voneinander zwei führende Sportrechtler dazu befragt. Einhellige Einschätzung. Die Reform kann nur auf einem DFB-Bundestag beschlossen werden. Prof. Lars Leuschner geht ins Detail: "Selbst, wenn es irgendwelche Absichtserklärungen gegeben hat - entscheidend ist, dass die Spielordnung noch nicht geändert worden ist." Eine solche Satzungsänderung kann nur auf einem DFB-Bundestag beschlossen werden– mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit. So wie es aussieht, wird der DFB im Herbst aber auch ohnehin einen außerordentlichen Bundestag einberufen – wegen der Frauen-Bundesliga. Bei dieser Gelegenheit könnte dann auch über die Reform der Regionalliga abgestimmt werden.

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