Dienstwaffe aus Polizeiauto gestohlen: Prozess beginnt neu
Gericht
Weil er einem Beamten Dienstwaffe und Rucksack klaute, wurde ein 36-Jähriger zu einer Haftstrafe verurteilt. Dagegen wehrte er sich – und bekommt nun einen neuen Prozess.
Drei Jahre und neun Monate, so lautete das Urteil, das am 4. Februar vor dem Amtsgericht Hamburg fiel. Ein 36-Jähriger war des schweren Diebstahls angeklagt, weil er einen Rucksack aus einem zivilen Streifenwagen geklaut hatte – inklusive Dienstwaffe. Vor Gericht legte der 36-Jährige zwar ein Geständnis ab, gegen das Urteil jedoch wehrte er sich. Nun beginnt der Prozess erneut.
Rückblick: Es war der Abend des 11. August 2025, als der Polizeibeamte an der Shell-Tankstelle in der Nähe des Dammtorbahnhofs sein Zivilfahrzeug volltankte. Er wollte nur schnell seine Tankrechnung bezahlen und verließ dafür das Fahrzeug. Diesen Moment nutzte der 36-Jährige, um einen Rucksack aus dem Fußraum des Wagens zu klauen. Dumm nur: In dem Rucksack befanden sich neben persönlichen Gegenständen auch die geladene Dienstwaffe des Beamten.
Dieb entsorgt Polizisten-Rucksack in Planten un Blomen
Dass er einen Polizisten beklaut hatte, so beteuerte der Täter später im Dezember bei Prozessbeginn, habe er nicht gewusst. Trotzdem habe er beschlossen, die Waffe zu behalten und sie zu zu Geld zu machen. In Hammerbrook verkaufte er sie deshalb anschließend an einen gesondert verfolgten Mann für ein paar Hundert Euro und zwölf Gramm Kokain. Den Rucksack entsorgte er vorher in Planten un Blomen. Dort begann nach Bekanntwerden des Diebstahls sofort eine groß angelegte Suchaktion. Taucher durchkämmten auch die Gewässer und wurden schließlich fündig.
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Dienstwaffe aus Polizeiauto geklaut: Prozess beginnt neu
Ein Super-Recognizer der Bundespolizei erkannte den Mann auf einem Überwachungsvideo. Zwei Tage später stürmten SEK-Beamte eine Wohnung in Farmsen-Berne und nahmen ihn fest. Während des Prozesses legte er ein Geständnis ab. Die Anklage warf ihm auch noch andere Taten vor. So soll er zwischen April und Juli 2025 in Hamburg die Fensterscheiben von geparkten Autos eingeschlagen und Wertsachen im Wert von insgesamt rund 1800 Euro gestohlen haben. An den Autos entstand ein Sachschaden von knapp 5000 Euro.
Am Dienstag beginnt der Berufungsprozess vor dem Hamburger Landgericht.
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