Dieser Hund ist ein waschechter Weltmeister


Service Navigation

Gegen Teams aus 30 Nationen durchgesetzt Dieser Hund ist ein waschechter Weltmeister

Diesel ist gelungen, was der deutschen Fußballnationalmannschaft 2026 versagt blieb: Mit seinem Herrchen Werner Stanger aus Marburg ist der Deutsche Schäferhund Weltmeister geworden. Es ging um Sport, aber auch ums Aussehen.

Hund mit schwarzem Gesicht und Ohren steht zwischen zwei Goldpokalen.

Der preisgekrönte Schäferhund Diesel. Bild © hr

Hundefreunde aus aller Welt feiern am 10. Oktober den Welthundetag. Ein ganz besonderes Exemplar aus dem Hundekosmos ist Diesel. Der Deutsche Schäferhund bildet mit seinem Herrchen Werner Stanger ein perfektes Gespann. Ein Besuch zeigt die Arbeit des Weltmeister-Teams.

Diesel ist gespannt wie der sprichwörtliche Flitzebogen. Konzentriert sitzt er neben seinem Herrchen, die Augen fest auf dessen Gesicht geheftet.

Audiobeitrag

Audio

00:40 Min.|Sonja Fouraté

Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite

Ende des Audiobeitrags

Auf das Kommando "Fuß" laufen beide los, Diesel weiter fest an Stangers Seite, egal, wie viele Haken dieser schlägt. Dann das Kommando "Sitz" und Diesel bleibt wie angewurzelt auf der Stelle sitzen, während Stanger weiterläuft.

Weil er solche Kommandos sauber und ohne Zögern befolgt, und weil er außergewöhnlich hübsch ist, ist Diesel im Juni in den Niederlanden Weltmeister 2026 im Schutzhundesport geworden. Zusammen mit seinem Herrchen setzte er sich gegen Teams aus mehr als 30 Nationen durch und holte den Titel bei den Rüden. Mit der deutschen Mannschaft gab es Silber.

Seit 36 Jahren im Hundesport aktiv

Herrchen Werner Stanger ist seit 36 Jahren im Hundesport aktiv - zu Beginn auf Anregung seines Cousins, der einen Polizeihund abzugeben hatte. "Ich habe beim Hundesport vergleichsweise spät angefangen", berichtet Stanger, "auch wenn ich seit 50 Jahren Hunde zu Hause hatte."

Ein Mann und ein Hund stehen auf einem Podest.

Auf dem Siegertreppchen: Werner Stanger und Diesel. Bild © hr

Aber als er diesen Hund übernahm, trat er einem Hundeverein bei und begann, an Wettbewerben teilzunehmen. Mit Diesel, voller Name Diesel vom Forchenwald, feiert der 63-Jährige nun seinen bislang größten Erfolg.

Hunde werden spielerisch trainiert

Das Training eines Schutzhundes beginnt spielerisch bereits mit etwa acht Wochen und baut auf Belohnungen mit "Bällchen und Futter" auf, erklärt Stanger.

Um den inzwischen fünfjährigen Diesel unter Prüfungsbedingungen zu trainieren, trifft er sich zwei- bis dreimal pro Woche mit einem Team aus vier bis acht Personen auf einem Hundeplatz in Kirchhain (Marburg-Biedenkopf). "Alleine kriegt man das nicht hin", erklärt er.

Viel Training für Schutzdienst und Fährtenarbeit

Besonders viel Training und Hilfe erfordere der so genannte Schutzdienst, bei dem der Hund in einen dick gepolsterten Ärmel beißen soll - allerdings erst auf Kommando. Und beim Signalwort "Aus" müssen die Hunde sofort loslassen.

Auch die Fährtenarbeit sei am besten in der Gruppe trainierbar. Dabei muss der Hund in einer bestimmten Zeit versteckte Gegenstände finden. Bei der so genannten Unterordnung wiederum müsse der Hund auf Befehl zuverlässig und zügig Sitz und Platz machen und bei Fuß laufen.

Diesel: "Querkopf" und Ausnahmehund

Diesel ist nach dem Schäferhund Ix schon der zweite Ausnahmehund von Werner Stanger. Auch mit ihm war er auf Wettbewerben erfolgreich - wenn auch nicht ganz so erfolgreich wie mit Diesel.

Seinen Weltmeister bezeichnet Stanger liebevoll als verspielten "Querkopf", der viel Training brauche. Aber Diesel sei leistungsstark, wesensfest, freundlich - und hübsch.

Schon Diesels Vater ausgebildet

Er habe schon Diesels Vater Uso fünf Jahre lang ausgebildet und dann abgegeben, erzählt er. Uso sei ebenfalls ein besonderer Hund gewesen, weswegen er unbedingt einen Welpen von ihm hatte haben wollen.

Letztendlich habe Diesel ihn aber "noch ein kleines bisschen getoppt", sagt Stanger augenzwinkernd.

Titel soll in Italien verteidigt werden

Als bei der Siegerehrung die deutsche Nationalhymne erklang, hatte Stanger "ein Tränchen im Auge", wie er sagt. Zu Hause in Marburg sei er mit Fähnchen in der Straße begrüßt worden, vier Tage lang habe WhatsApp nicht stillgestanden. "So richtig realisiert habe ich den Erfolg tatsächlich erst nach drei, vier Tagen", sagt Stanger.

"Als Sportler hat man dann das höchste Ziel erreicht, und mehr geht nicht: Weltmeister ist Weltmeister." Für ihn ist klar: Wenn Hund und Herrchen gesund bleiben, wollen sie ihren Titel im kommenden Jahr in Italien verteidigen.

Weitere Informationen

Hintergründe

Der so genannte Universal-Wettbewerb ist die Königsdisziplin im Schutzhundesport. Er wird ausgerichtet von der Weltunion der Vereine für Deutsche Schäferhunde (WUSV) und richtet sich demnach an diese Rasse.

Bewertet werden die Hunde anhand der Internationalen Gebrauchshundeprüfung (IGP), und diese besteht aus den drei Disziplinen Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst. Außerdem wird das Aussehen der Hunde bewertet: die Anatomie, der Gang und bestimmte Gesundheitsparameter.

Gerade der Bereich Schutzdienst steht gelegentlich in der Kritik. Tierschützer monieren, dass möglicherweise tierschutzwidrige Trainingsmethoden angewandt und unnötige Aggressionen beim Hund gefördert werden. Das weist Stanger zurück: Ein nicht ausgebildeter Hund sei ein wesentlich größeres Risiko als ein ausgebildeter, gehorsamer Hund.

Ende der weiteren Informationen