DLSS 5 vorab: Modder zeigen Nvidias umstrittenes KI-Rendering
Das Team hinter den Modding-Projekt RenoDX hat die DLSS-5-Bibliothek aus NBA 2K27 extrahiert und in Control portiert. Wer eine Geforce RTX 5000 ("Blackwell") besitzt und auf den offiziellen Start im Herbst wartet, sieht das Neural Rendering damit erstmals außerhalb einer offiziellen Nvidia-Demo.
Das Ergebnis ist aber noch eine reine Machbarkeitsstudie und kein fertiges Feature: Der Effekt ist derzeit nur in Control und Kingdom Come Deliverance 2 zu bestaunen und läuft nur in SDR. Zudem kosten der Einsatz von Neural Rendering per DLSS-5-DLL fast die Hälfte der Fps.
Neural Rendering im Eigenbau: Wie DLSS 5 in Control kam
Die DLSS-5-Laufzeitbibliothek heißt nvngx_dlssnr.dll und lag im Early Access von NBA 2K27 offen im Spielverzeichnis, wo Hardware-Insider Renan Maniero sie am 26. August 2026 entdeckte. Windows meldet die Datei als "NVIDIA DLSSNR" in Version 310.8.0.0.
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Der Namensbestandteil NR war im Mai bereits im Geforce-Grafiktreiber 610.47 aufgetaucht, damals allerdings noch ohne die passende Bibliothek. Mit 158 MiB ist die Datei die mit Abstand größte DLSS-Bibliothek, die Nvidia bisher ausgeliefert hat. Auf die trainierten Modellgewichte entfallen laut einer Analyse von TechPowerUp rund 140,9 MiB. Ein unaufgeräumter Debug-Build ist das also nicht. Nvidia signierte die Datei am 11. August, im Feld für den Originalnamen steht lediglich eine Changelist-Nummer aus Perforce. Von dort war es kein weiter Weg.
Der Mitentwickler speedlemur von RenoDX ("Renovation Engine for DirectX Games") lud die DLL in Control und hängte sie an die vorhandene DLSS-Anbindung des Spiels.
Sieben Stile stehen zur Auswahl, ergänzt um Regler wie "NR skin structure strength", der die Gesichtszüge von Jesse Faden sichtbar verändert. Auch A Hat in Time taucht in der Diskussion des Projekts bereits als Testkandidat auf.
Fast 50 Prozent weniger Fps auf der Geforce RTX 5070 Ti
Der Neural-Rendering-Durchlauf sitzt in der aktuellen Mod ganz am Ende der Renderkette, also nach dem Upscaling und womöglich auch nach dem Tonemapping. Den Leistungsverlust maß speedlemur auf einer Geforce RTX 5070 Ti in 4K/UHD mit 3.840 × 2.160 Bildpunkten. Den aktuellen Zustand von DLSS 5 und Neural Rendering nennt der Entwickler selbst praktisch unbrauchbar.
Auffällig ist, wie wenig das Modell offenbar benötigt: Nach seinen Angaben genügen ihm dieselben Eingangsdaten, die auch das gewöhnliche DLSS-Upscaling erhält. HDR arbeitet noch nicht korrekt, weshalb die Versuche in SDR laufen. Die Beteiligten klären derweil, in welcher Form das Modell seine Bilddaten erwartet.
DLSS 5 im Original: Was die Mod nicht abbilden kann
Nvidias eigene DLSS-5-Umsetzung baut auf dem Streamline-SDK auf und verlangt vom Spiel zusätzliche Engine-Daten, die eine nachträglich eingehängte DLL nicht liefern kann.
Entwickler erhalten laut Nvidia Regler für Intensität, Maskierung und Farbkorrektur und können das Verfahren damit gezielt auf einzelne Objekte oder Szenen begrenzen. Auf der Siggraph 2026 nannte der Konzern drei KI-Modelle und den Betrieb auf einer einzelnen Grafikkarte als gesetzt. Die GTC-Demo im März belegte dagegen noch zwei Geforce RTX 5090.
Die Modder-Version von DLSS 5 bildet davon nichts ab. Objektmasken und die künstlerischen Vorgaben des Spiels bleiben ihr verschlossen – das wird sich erst bei Spielen ändern, die DLSS 5 offiziell implementieren und Optionen zugänglich machen. Erste Stichproben aus dem Forum von 3DCenter.org belegen, dass sich das geleakte DLSS 5 aktuell ausschließlich auf Blackwell-Grafikkarten nutzen lässt - Geforce RTX 4000 ("Ada Lovelace") bleibt außen vor, obwohl offenbar FP8 verwendet wird, das Lovelace-GPUs mit hohem Durchsatz bearbeiten können.
GTC Berlin: Nvidias nächste Bühne steht in Deutschland
Nvidia trägt seine nächste europäische GTC vom 20. bis 22. Oktober 2026 in der STATION-Berlin aus. Die Keynote von Firmenchef Jensen Huang ist für den 21. Oktober im Tempodrom angesetzt. Der Termin liegt mitten im angekündigten Herbstfenster für DLSS 5. Eine Zusage für einen Startschuss in Berlin gibt es dennoch nicht: Offiziell hat Nvidia bis heute weder ein Datum noch eine Systemanforderung für das Neural Rendering genannt.
- Besitzer einer Geforce RTX 5000 können DLSS 5 erstmals außerhalb einer Nvidia-Demo erleben, die aktuelle Mod ist mit fast 50 Prozent Leistungsverlust und Einschränkungen auf SDR sowie Charaktermodelle aber noch nicht praxistauglich.
- Geforce-RTX-4000-Karten funktionieren mit der geleakten DLSS-5-Version derzeit nicht, sodass Neural Rendering bislang auf Blackwell-GPUs beschränkt ist.
- Für Hardware-Käufer bleiben Nvidias offizielle Systemanforderungen und der Starttermin entscheidend, da weder die Mod noch die geleakte DLL den späteren Einsatz in fertigen Spielen vollständig abbilden.
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Quelle: RenoDX Discord via Compusemble/SwurvGaming via VideoCardz