Dragon Age: Hoffnung auf Remaster-Trilogie? BioWare-Veteran hat schlechte Nachrichten


Ein neues „Dragon Age“ ist nicht in Sicht, weshalb viele Fans auf eine Remaster-Trilogie der ersten Teile im Stil der erfolgreichen „Mass Effect: Legendary Edition“ hoffen. Doch BioWare-Urgestein Mark Darrah zufolge sollte man sich besser keine Hoffnung machen.

Dragon Age: Ein Krieger sticht einen gepanzerten Gegner von hinten nieder, Blut spritzt. Dramatische Kampfszene in herbstlicher Landschaft mit Ruinen.

Die ersten drei Teile der „Dragon Age“-Reihe genießen unter Rollenspiel-Fans absoluten Kultstatus. Doch mit dem Release von „Dragon Age: The Veilguard“ vor zwei Jahren schlugen die Wogen hoch: Die düstere Dark Fantasy wich einem glatt gebügelten, fast schon bunten Action-Abenteuer mit kaum noch RPG-Tiefe.

Das Ergebnis war ein kommerzieller Flop, der Publisher EA dazu veranlasste, das Franchise vorerst auf Eis zu legen. Doch da sich viele Spieler nach den düsteren Ursprüngen zurücksehnen, steht ein Wunsch ganz oben auf dem Zettel der Community: Eine Remaster-Trilogie der ersten drei Ableger, ganz im Stile der erfolgreichen „Mass Effect: Legendary Edition“.

Doch Fans sollten ihre Hoffnungen besser begraben, wie der langjährige BioWare-Veteran Mark Darrah nun unmissverständlich klarstellte.

Die „Champion’s Edition“, die es nie geben sollte

Dabei war eine geschlossene Remaster-Sammlung der ersten drei „Dragon Age“-Spiele ursprünglich sogar fest bei BioWare eingeplant, wie Darrah, der das Franchise 23 Jahre lang begleitete, jetzt in einem aktuellen Interview mit FRVR (via VGC) enthüllte.

Und diese sollte einst unter einem ganz bestimmten Namen erscheinen, wie er erklärte: „Ich denke, was die Leute wollen, ist eine Champion‘s Edition. Das war immer mein Plan: ‚Wir werden eine Champion‘s-Trilogie machen, wir werden das rückwirkend so gestalten, dass es drei Spiele mit drei verschiedenen wichtigen Figuren sind. Und wir werden sie zusammenfassen, sammeln und rückwirkend zu einer Trilogie machen.‘“

Doch was bei „Mass Effect“ mit der gefeierten „Legendary Edition“ herausragend funktionierte, lässt sich keineswegs ohne Weiteres auf „Dragon Age“ übertragen. Der Grund: ein tief sitzendes Engine-Chaos.

Technik-Chaos wird den Klassikern zum Verhängnis

Während die gesamte „Mass Effect“-Trilogie durchgehend auf der Unreal Engine 3 lief und dadurch vergleichsweise leicht zu modernisieren war, herrschte bei „Dragon Age“ ein technischer Wildwuchs.

So nutzte „Dragon Age: Origins“ die Eclipse Engine, während der Nachfolger auf die weiterentwickelte Lycium Engine setzte. Für „Dragon Age: Inquisition“ wechselte BioWare schließlich auf EAs hauseigene Frostbite Engine.



Und genau diese zersplitterte Technik wird den Klassikern nun zum Verhängnis, wie Darrah weiter ausführt. Bei BioWare – und in der gesamten Gaming-Branche – gebe es schlicht kein Personal mehr, das mit den alten Grafikgerüsten umgehen könne.

Darrah weiter: „Es gibt im Grunde niemanden mehr bei BioWare, der die Aurora-Engine versteht. Es gibt im Grunde auch außerhalb von BioWare niemanden mehr, der die Aurora-Engine versteht. Anders als bei Mass Effect, das auf Unreal basiert … gibt es im Grunde keine Firmen, die einem dabei helfen könnten.“

EAs Firmenpolitik bremst sämtliche Hoffnungen aus

Dementsprechend sei die laut Darrah einzige Chance, die alten „Dragon Age“-Spiele zurückzubringen, sie in einer modernen Engine von Grund auf neu aufzubauen oder ein völlig neues, spezialisiertes Team zusammenzustellen.

Doch genau hier greife laut Darrah die Philosophie des Publishers: „EA mag es nicht, Angestellte zu haben. Wenn man das also machen würde, müsste man es unter dem Dach von BioWare tun – was bedeutet, dass diese Leute dann nicht an etwas anderem arbeiten.“ 



Da BioWare derzeit sämtliche Ressourcen bündelt, um das nächste „Mass Effect“ zu einem Erfolg zu machen, sind die Kapazitäten für ein derartiges Unterfangen also schlicht nicht vorhanden. Für Fans bedeutet das: Ein schnelles Wiedersehen mit Ferelden und Kirkwall in modernisierter Form auf aktuellen Konsolen bleibt vorerst ein reiner Wunschtraum.

Bei Links zu Amazon, Media Markt, Saturn und einigen anderen Händlern handelt es sich in der Regel um Affiliate-Links. Bei einem Einkauf erhalten wir eine kleine Provision, mit der wir die kostenlos nutzbare Seite finanzieren können. Ihr habt dabei keine Nachteile.